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Nawalny

22.12.2020

Russland verhängt Sanktionen gegen Deutschland im Fall Nawalny

Russland reagiert auf die Sanktionen der EU. Die verhängte Sanktionen wegen der Vergiftung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny.
Bild: Pavel Golovkin, AP/dpa (Archivbild)

Russland reagiert auf die Sanktionen, die die EU wegen der Vergiftung Nawalnys erlassen hat - und verhängt gegen deutsche Regierungsvertreter Einreisesperren.

Als Reaktion auf die von der EU wegen der Vergiftung des russischen Oppositionellen Alexej Nawalny verhängten Sanktionen hat Russland Einreisesperren gegen Vertreter des deutschen Regierungsapparats verhängt. Das wurde am Dienstag der Geschäftsträgerin der deutschen Botschaft in Moskau, Beate Grzeski, bei einem Gespräch im russischen Außenministerium mitgeteilt, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Auswärtigen Amt in Berlin erfuhr. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte die Strafmaßnahmen bereits im November angekündigt. Die Namen der betroffenen Personen wurden nicht mitgeteilt. Sie erfahren von der Sanktion erst bei Einreise nach Russland.

Nawalny soll im August mit einem in Russland entwickelten chemischen Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet worden sein. Deswegen hatte die EU Sanktionen unter anderem gegen den ersten Vizechef der Präsidialverwaltung, Sergej Kirijenko, Inlandsgeheimdienst-Chef Alexander Bortnikow und gegen zwei Vizeverteidigungsminister erlassen.

Russischer Außenminister: Deutschland als Lokomotive für die EU-Sanktionen

Mitte November hatte Lawrow die Gegenmaßnahmen auf einer Pressekonferenz angekündigt: "Weil Deutschland die Lokomotive war für die Sanktionen der EU im Zusammenhang mit Nawalny und weil die Sanktionen leitende Mitarbeiter der russischen Präsidialverwaltung betreffen, wird unsere Antwort spiegelgerecht ausfallen." Er hatte auch für Frankreich Sanktionen ankündigt. An dem Gespräch im Moskauer Außenministerium nahmen am Dienstag auch Vertreter Frankreichs und Schwedens teil.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat auch für Frankreich Sanktionen angekündigt.
Bild: Alexander Zemlianichenko, AP/dpa (Archivbild)

Die EU-Strafmaßnahmen umfassen Einreiseverbote und Vermögenssperren. Zudem dürfen Europäer mit den Betroffenen keine Geschäfte mehr machen. Aufgelistet ist auch das staatliche russische Forschungsinstitut für organische Chemie und Technologie, das den Kampfstoff entwickelt haben soll. Russland betonte, dass alle staatlichen Nowitschok-Bestände vernichtet seien, das Rezept aber längst auch im Westen bekannt sei.  (dpa)

Lesen Sie dazu auch: Nawalny veröffentlicht Telefonat mit mutmaßlichem Attentäter

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