Saarlands FDP-Chef Oliver Luksic saß gerade im Kreißsaal, als er von dem Aus der Jamaika-Koalition erfuhr. Luksics Ehefrau Katharina brachte die gemeinsame Tochter Lina Sophie zur Welt, als der FDP-Politiker per SMS davon überrascht wurde. "Ich saß mitten im Kreißsaal, als die SMS von Parteifreunden eintrafen, die mich fragten, was da los sei", sagte der 32-Jährige der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag. Er warf Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) "schlechten Stil" vor. Auch der Landesvorsitzende des bisherigen Koalitionspartners Grüne, Hubert Ulrich, habe erst von Journalisten erfahren, dass das Ende der schwarz-gelb-grünen Koalition beschlossene Sache sei.
Bruch der Jamaika-Koalition sorgt für Empörung
Annegret Kramp-Karrenbauer, saarländische Regierungschefin , hatte am Freitag wegen der anhaltenden Zerwürfnisse in der Landes-FDP das im Jahr 2009 geschlossene Regierungsbündnis aufgekündigt. Zugleich bot sie der Saar-SPD Gespräche über die Bildung einer tragfähigen Regierung "auf Augenhöhe" an.
Der Bruch der Jamaika-Koalition in Saarbrücken hat in der FDP für Empörung gesorgt. Die stellvertretende Parteivorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger nannte das Vorgehen von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) einen "Affront". Derweil sprach sich die Saar-SPD für Sondierungsgespräche mit der CDU aus. Chronologie: Anfang und Ende von Jamaika
Überrascht vom Entschluss Kramp-Karrenbauers
"Es gehört doch zum guten Stil, dass man erst das Gespräch und dann die Öffentlichkeit sucht", sagte Leutheusser-Schnarrenberger der "B.Z. am Sonntag". "Für die FDP ist das ein Affront." Zudem kritisierte die Bundesjustizministerin, dass Kramp-Karrenbauer "ihren Aufschlag" genau während des traditionellen FDP-Dreikönigstreffen in Stuttgart gemacht habe. FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle zeigte sich in der "Mainzer Allgemeinen Zeitung" vom Samstag "überrascht" vom Entschluss der CDU-Ministerpräsidentin. dpa/afp/AZ