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Sachsen
20.09.2016

Bautzen hebt Ausgangssperre für Flüchtlinge auf

In Bautzen kam es wiederholt zu Krawallen, an denen Rechtsextreme und Flüchtlinge beteiligt waren. Die Ausgangssperre gegen die Flüchtlinge wird jetzt wieder aufgehoben.
Foto: Xcitepress (dpa)

Ab Mittwochabend dürfen die jungen Flüchtlinge in Bautzen wieder auf die Straße. Auch das Alkoholverbot ist dann aufgehoben. Die Polizei bleibt aber weiterhin präsent.

Die nach den Ausschreitungen zwischen Asylbewerbern und Rechtsradikalen im sächsischen Bautzen verhängte Ausgangssperre für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge wird wieder aufgehoben. Ab Mittwoch gelte die abendliche Ausgangssperre ab 19.00 Uhr nicht mehr, auch das Alkoholverbot für die jungen Flüchtlinge werde damit aufgehoben, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes am Dienstag in Bautzen.

Die Maßnahmen waren vor gut einer Woche erlassen worden, nachdem in der ostsächsischen Stadt seit längerem schwelende Spannungen zwischen jungen Asylsuchenden und Rechtsradikalen eskaliert waren. Zwischen rund 20 Ausländern und etwa 80 Einheimischen, zum Großteil aus dem rechten Spektrum, war es zu Übergriffen gekommen. Die jungen Asylbewerber hatten sich schließlich in eine Asylunterkunft geflüchtet, die von der Polizei abgesichert werden musste. Auch Polizeibeamte waren von jungen Flüchtlingen angegriffen worden.

SPD will am Dienstag Lichterkette vom Kornmarkt zum Flüchtlingsheim bilden

Für Dienstagabend hatte die Bautzner SPD zu einer Lichterkette aufgerufen. Diese sollte vom Kornmarkt, dem Ausgangspunkt der Auseinandersetzungen, bis zum Flüchtlingsheim führen. Zahlreiche Parteien, Vereine, Kirchen, Gewerkschaften und Verbände hatten demnach ihre Unterstützung zugesagt. Der Bautzner SPD-Chef Martin Schneider erklärte auf der Facebook-Seite des Ortsverbandes, alle Bürger sollten zeigen, "dass in Bautzen Konflikte auf friedliche Art und Weise und im Dialog gelöst werden". Gewalt habe in der Stadt "nichts zu suchen".

Noch bis zum kommenden Montag gilt wegen der Krawalle in der Innenstadt ein sogenannter Kontrollbereich. Dies bedeutet, dass jedermann ohne Grund von der Polizei kontrolliert werden kann. Zudem wurde die Polizeipräsenz verstärkt. afp

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