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Vorstoß der KBV

08.09.2019

Sanktionen für Patienten? Kassenarzt-Chef wird kritisiert

KBV-Chef Gassen: "Es kann dauerhaft kaum jedem Patienten sanktionsfrei gestattet bleiben, jeden Arzt jeder Fachrichtung beliebig oft aufzusuchen."
Bild: Daniel Karmann, dpa (Symbolbild)

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat die Forderung der KBV nach möglichen Strafzahlungen für Patienten kritisiert und ihr Verunsicherung vorgeworfen.

"Wie im Tollhaus geht es bei den hauptamtlichen Ärztefunktionären zu", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. "Jetzt soll das Recht eingeschränkt werden, seinen Arzt frei zu wählen."

Brysch reagierte damit auf Äußerungen des Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen. Gassen hatte der Neuen Osnabrücker Zeitung gesagt: "Es kann dauerhaft kaum jedem Patienten sanktionsfrei gestattet bleiben, jeden Arzt jeder Fachrichtung beliebig oft aufzusuchen, und oft noch zwei oder drei Ärzte derselben Fachrichtung." Die Gesundheitskarte funktioniere wie eine Flatrate. Es gebe Patienten, die das gnadenlos ausnutzten.

"Es ist hoch lukrativ, Arzt zu sein"

Brysch kritisierte: "Das mag für maximale Patientenverunsicherung sorgen, ist aber nur heiße Luft." Es sei an der Zeit, dass sich die Verwaltung der Kassenärzten Vereinigungen auf ihren gesetzlichen Auftrag konzentrierten, nämlich die medizinische Versorgung der Patienten vor Ort. "Es ist hoch lukrativ, Arzt zu sein", gab Brysch zu bedenken.

Bereits die Praxisgebühr habe nicht dauerhaft für weniger Arztbesuche gesorgt, deshalb sei sie 2013 wieder abgeschafft worden, sagte Brysch. Wenn die Patienten tatsächlich nach Prioritäten gesteuert werden sollten, könne dies ohnehin nicht in die Hände der Ärzte gelegt werden, dies würde politische Entscheidungen erfordern. (dpa)

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