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US-Wahl 2020

10.11.2020

Sarah McBride: Das ist die erste Transsexuelle im Senat eines US-Bundesstaats

Die Demokratin Sarah McBride ist die erste offen transsexuelle Senatorin in den USA. Sie gewann die Wahl in Delaware.
Bild: Tannen Maury/EPA, dpa

Sarah McBride kommt wie auch Joe Biden aus Wilmington. Ihr Outing als Transsexuelle konnte ihre Karriere nicht stoppen. Ganz im Gegenteil. Ein Porträt.

Ihr Lachen ist so ansteckend wie entwaffnend – und derzeit allgegenwärtig: Sarah McBride lächelt von den Titelblättern der US-Magazine und strahlt auf allen TV-Kanälen. Während Joe Biden mühsam wie ein Eichhörnchen Stimme für Stimme in Georgia, Wisconsin und Pennsylvania einsammeln musste, konnte Sarah McBride sich bereits am Dienstag entspannt zurücklehnen: Die 30-Jährige wurde mit 73 Prozent völlig unangefochten in den Senat von Delaware gewählt – als erste offen bekennende Transsexuelle in der Geschichte der USA.

Damit ist sie derzeit die zweitbekannteste Person, die aus der Kleinstadt Wilmington kommt. Schließlich lebt auch der designierte US-Präsident Biden in dem 70.000-Seelen-Ort, der südlich von Philadelphia liegt. McBride setzt sich seit Jahren für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender ein. Sie selber bemerkte als Jugendliche, dass sie sich als Frau fühlte, und machte dies 2011 – damals war sie Studentensprecherin an der Uni – öffentlich. Nach ihrem Bekenntnis wurde das Verhältnis zur Familie Biden noch enger. Insbesondere der Sohn des zukünftigen US-Präsidenten, Beau Biden, der 2015 an einem Hirntumor starb, unterstützte McBride, die wiederum an Wahlkampagnen der Demokraten teilnahm.

Sarah McBride nutzte Bekanntheit, um auf Diskriminierung hinzuweisen

Die US-weite Bekanntheit, die sie durch ihr Outing erlangte, nutzte sie konsequent, um auf Diskriminierungen hinzuweisen, denen Menschen wie sie ausgesetzt sind. Genauso konsequent trieb sie jedoch ihre politische Karriere voran. Auch ein Schicksalsschlag warf sie letztlich nicht aus der Bahn. Allerdings sagte sie rückblickend, dass die Krankheit und der Tod ihres Ehemannes Andrew Cray nur vier Tage nach ihrer Hochzeit im Jahr 2014 die „schlimmste Erfahrung ihres Lebens“ gewesen sei, die sie zugleich aber „am meisten geprägt“ habe.

Während Biden mühsam Stimme für Stimme in Georgia, Wisconsin und Pennsylvania einsammeln musste, konnte McBride sich bereits am Dienstag entspannt zurücklehnen
Bild: Andrew Harnik, AP/dpa

Einen weiteren Schub bekam ihre Laufbahn durch ihren couragierten Auftritt beim Nominierungsparteitag der Demokraten 2016. Ein optimistisches „Morgen wird anders“ rief sie in den Saal. Ein Leitsatz, mit dem sie 2018 auch ihre Memoiren betitelte. Joe Biden hatte das Vorwort zu dem Buch geschrieben, in dem McBride schildert, wie sie um Anerkennung kämpfen musste.

Gesundheitspolitische Themen sind Sarah McBrides Schwerpunkt

Was nun in Delaware anders werden soll, kann McBride als Mitglied des Senats in Zukunft in vorderster Reihe mitbestimmen. Schon vor der Wahl hatte sie versichert, dass sie nicht kandidiere, um eine „Trans-Abgeordnete“ zu sein. Ihren politischen Schwerpunkt wolle sie auf die Verbesserung der medizinischen Versorgung der Bevölkerung legen, kündigte sie im Wahlkampf an. Sie werde dafür kämpfen, dass der Kreis der Menschen, der Zugang zum Gesundheitssystem hat, vergrößert werde.

Das Weiße Haus kennt sie übrigens auch schon. Sie absolvierte 2016 ein Praktikum beim damaligen US-Präsident Barack Obama.

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