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Liberalisierung

24.10.2017

Saudischer Kronprinz verspricht "moderaten Islam"

Der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman spricht bei der Eröffnungszeremonie einer Konferenz in Riad.
Bild: Saudi Press Agency (dpa)

So deutlich hat sich der kommende Herrscher Saudi-Arabiens noch nie zur Zukunft des Landes geäußert: Die ultrakonservative Monarchie soll moderat werden, verspricht er. Dies bedeutet auch eine Konfrontation mit den Gelehrten.

 Der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman hat sich in ungewöhnlich klaren Worten für die Liberalisierung des ultrakonservativen Königreiches ausgesprochen.

"Wir gehen zu dem zurück, wie wir waren: dem moderaten Islam, der offen gegenüber der Welt und allen Religionen ist", sagte Mohammed bin Salman an diesem Dienstag auf einer Konferenz in Riad, nachdem er auf die in dem Land vorherrschenden radikalen Ideen angesprochen worden war.

Der Kronprinz sagte, dass Saudi-Arabien vor 1979, dem Jahr der Besetzung der Großen Moschee in Mekka, anders gewesen sei. "70 Prozent der Saudi-Araber sind jünger als 30 Jahre. Ganz ehrlich, wir werden keine 30 Jahre unseres Lebens verschwenden, um uns mit extremistischen Ideen zu beschäftigen. Wir werden sie heute und sofort zerstören." Die Bevölkerung Saudi-Arabiens wolle ein normales Leben. Mohammed bin Salman, der selbst erst 32 Jahre alt ist, wurde mehrmals von Applaus unterbrochen.

Mit seinen Äußerungen nahm der Thronfolger von König Salman offensichtlich Bezug auf die Besetzung der Großen Moschee in Mekka 1979 durch radikale Islamisten. Die Männer verlangten den Rücktritt von König Chalid und die Einsetzung einer "echt islamischen Regierung". Die saudi-arabische Armee stürmte das bedeutende islamische Gotteshaus Tage später. Doch das durch den Ölboom aufstrebende Land veränderte sich auf Jahrzehnte - die gesellschaftliche Liberalisierung wurde zurückgedrängt.

Saudi-Arabien-Experte Guido Steinberg von der Stiftung Wissenschaft und Politik zufolge sind die Aussagen des Kronprinzen in ihrer Deutlichkeit überraschend: "Mohammed bin Salman gibt hier zum ersten Mal sehr konkret vor, wohin genau seine Reformen führen sollen: In ein Saudi-Arabien, in dem die konservativen Gelehrten immer weiter an den Rand gedrängt werden und die liberalen Teile des Landes aufatmen und sich auf viel mehr Freiheiten freuen können." Die große Frage sei aber, ob dies auch für die etwa zwei Millionen Schiiten im Land das Ende ihrer Diskriminierung bedeuten könnte. "Gäbe es auch für sie Erleichterungen, wäre Saudi-Arabien rasch ein ganz anderes Land."

Mohammed bin Salman, der gegenüber seinem greisen Vater König Salman als inoffizieller Herrscher Saudi-Arabiens gilt, wurden in den vergangenen Monaten schon eine Reihe von Maßnahmen zu Öffnung der Gesellschaft zugeschrieben. Die herausragendste Veränderung ist dabei wohl die, Frauen als letztes Land der Erde das Fahren von Autos zu erlauben. Die neue Regelung soll im Sommer nächstes Jahres in Kraft treten.

Unter den jungen Saudis gilt Mohammed bin Salman als Hoffnungsträger für eine modernere Gesellschaft. In Saudi-Arabien ist vor allem die Gleichberechtigung noch in weiter Ferne. Frauen müssen alle großen Lebensentscheidungen bis hin zu Reisen von einem männlichen Vormund absegnen lassen. Zudem gelten strenge Bekleidungsvorschriften für Frauen in der Öffentlichkeit.

International hat sich der junge Thronfolger durch sein aggressives Auftreten jedoch schon viel Kritik eingehandelt. So ist er für die verheerende, saudi-arabisch geführte, Militärkampagne im Jemen verantwortlich. Durch Luftangriffe in Gebieten unter Kontrolle der Huthi-Rebellen starben Tausende Zivilisten. Mohammed bin Salman soll auch einer der Hauptakteure bei der Blockade des Nachbar-Emirats Katar in den vergangenen Monaten sein.

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Die Diskussion ist geschlossen.

27.10.2017

International hat sich der junge Thronfolger durch sein aggressives Auftreten jedoch schon viel Kritik eingehandelt.

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Also das ist doch wirklich "moderat" im Jemen...

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https://www.welt.de/politik/ausland/article165776539/Saudi-Arabien-tauscht-seinen-Kronprinzen-aus.html

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Als Verteidigungsminister des Landes ist Mohammed Bin Salman auch für den verheerenden Krieg im Nachbarland Jemen verantwortlich, in dem Saudi-Arabien seit mehr als zwei Jahren Luftangriffe auf Stellungen der schiitischen Huthi-Rebellen fliegt. Die Bombardements durch ein saudi-arabisch geführtes Militärbündnis zerstörten weite Teile der Infrastruktur des Landes und töteten Tausende.

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Aber unsere Linksislamisten jubeln über den angekündigten Führerschein für Frauen? Vielleicht ist die Ankündigung ja auch eher eine Reaktion auf die politischen Veränderungen in Europa?

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27.10.2017

Was wollen Sie mit Ihrem Beitrag überhaupt sagen?

Ich wäre ja dafür, dass weniger oder keine Waffen dorthin verkauft werden.

"Aber unsere Linksislamisten jubeln über den angekündigten Führerschein für Frauen?"

Linksislamisten, ist das was Neues?

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28.10.2017

Habe ich doch schon mal erklärt; die gemeinsame Ablehnung des westlich-marktwirtschaftlichen-Demokratiemodells durch Islamisten und extreme Linke.

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Bei uns in Europa z.B. als Linke bekannt, die bei islamistischem Terror betont gleichgültig reagieren und sofort mit Relativierungen beginnen, bei Rechtsterror aber sofort hyperventilieren.

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Ein harmloses Beispiel aus dieser Woche war meine Frage hier nach Ländern mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit, in denen Demokratie, Menschenrechte, Gleichberechtigung und Religionsfreiheit etabliert sind.

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Eine Antwort darauf war auch, dass Frauen in Saudi-Arabien ja bald Autofahren dürfen...

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28.10.2017

(edit/ Bitte bleiben Sie beim Thema)

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28.10.2017

Folgeedit

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28.10.2017

"Habe ich doch schon mal erklärt; die gemeinsame Ablehnung des westlich-marktwirtschaftlichen-Demokratiemodells durch Islamisten und extreme Linke."

Ihre eigene Interpretation von Linksislamisten erinnert mich an das rote Tuch bei Links, Grün und dem Islam.

"Bei uns in Europa z.B. als Linke bekannt, die bei islamistischem Terror betont gleichgültig reagieren und sofort mit Relativierungen beginnen, bei Rechtsterror aber sofort hyperventilieren."

Da haben Sie aber die Dinge ganz schön durcheinander gebracht. Sorry, aber es sieht so aus, dass Sie fast täglich hyperventilieren (Ihre Bezeichnung), wenn Sie von Links, Grün oder Islam lesen.

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28.10.2017

Aber unsere Linksislamisten jubeln über den angekündigten Führerschein für Frauen?

Immerhin stellt der Peter sein eigenes Phantasieprodukt in Frage. Wo die pathologische Linksphobie herkommt, wäre noch zu klären. Als mediziinischer Laie kann ich es mir nur so erklären, dass er zwar als Linksträger zur Welt kam, aber dann durch die besorgten Eltern gegen seinen Willen zum Rechtsträger umerzogen wurde. Ahnlich wie man früher auch mit Linkshändern verfuhr.

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