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Castor-Transport auf Neckar

11.10.2017

Schiff mit Atommüll erreicht Zwischenlager

Das Spezialschiff mit dem Atommüll auf dem Neckar. Foto: Uwe Anspach
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Das Spezialschiff mit dem Atommüll auf dem Neckar.
Bild: Uwe Anspach (dpa)

Der Energieversorger EnBW bringt radioaktive Brennelemente auf dem Neckar in ein Zwischenlager. Mit dem Castor-Transport umgeht er den Bau eines weiteren Lagers. Aktivisten ketten sich aus Protest gegen die heikle Fracht an einer Brücke an. Weitere Fahrten sollen folgen.

Unter starken Sicherheitsvorkehrungen hat ein Spezialschiff hoch radioaktiven Atommüll vom stillgelegten Kraftwerk Obrigheim in das Zwischenlager Neckarwestheim transportiert.

Der sogenannte Schubverband mit drei Castor-Behältern legte nach fast zwölf Stunden Fahrt an, wie der Energieversorger EnBW mitteilte. Auf der rund 50 Kilometer langen Fahrt sei keine auffällige Strahlung gemessen worden, teilte das Unternehmen in Baden-Württemberg mit.

Aktivisten hatten entlang der Strecke gegen die aus ihrer Sicht riskante Beförderung auf dem Fluss protestiert. An einer Brücke ketteten sich fünf AKW-Gegner an, vier weitere schwammen mit einem Transparent im Neckar. Der Protest hatte aber keinen Einfluss auf die Fahrt. Die Polizei bezeichnete die Aktionen als "unspektakulär und friedlich". "Wir haben die Personalien aufgenommen und einen Platzverweis erteilt. Zu erwarten ist ein Bußgeld", sagte ein Sprecher.

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Die Polizei bewachte den Schubverband unter anderem mit Booten, einem Hubschrauber und mit Einsatzkräften am Ufer. Nach dem Anlegen begannen Arbeiter mit dem Aufbau einer Rampe, über die Lastwagen die Brennelemente ins Zwischenlager bringen sollten.

Trotz nur geringer Auswirkungen auf den Transport werteten die AKW-Gegner ihre Störaktion bei Gundelsheim im Kreis Heilbronn als Erfolg. Die Proteste seien nötig, um auf den "verantwortungslosen Umgang mit lebensgefährlichem Müll" aufmerksam zu machen, sagte Julian Smaluhn von der Umweltschutzorganisation Robin Wood. "EnBW lässt die Bevölkerung die Atommüll-Probleme ausbaden."

Die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) hatte an zwölf Stellen entlang der Fahrtstrecke eine mögliche Belastung durch den Castor geprüft. "Die Ergebnisse waren durchweg unauffällig und lagen im erwarteten Bereich", teilte die Behörde am Abend mit.

Bundesweit war es der dritte Transport von Atommüll per Schiff seit der Erstfahrt im Juni. EnBW plant zwei weitere Fahrten mit je drei Castoren. Damit sollen insgesamt 342 ausgediente Brennelemente nach Neckarwestheim gebracht werden. Der Energieversorger hält die Verwendung eines Schiffs trotz der Kritik von Umweltschützern für eine sichere Lösung. Das Unternehmen argumentiert, der Transport nach Neckarwestheim mache den Bau eines Lagers in Obrigheim überflüssig.

In den Castoren, von denen einer beladen etwa 107 Tonnen wiegt, befindet sich auch Plutonium. Wie bei bisherigen Fahrten teile EnBW den Termin des nächsten Transports nicht mit. Das Unternehmen argumentiert mit Bestimmungen in der Transporterlaubnis.

EnBW-Mitteilung

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Die Diskussion ist geschlossen.

11.10.2017

An alle Aktivisten - Frau Merkel hat bereits den Atomausstieg gemacht ;-)

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Bringt lieber mal Leistung - sagt den Menschen in diesem Land, wo sie das Geld für ein Elektroauto und den umweltfreundlichen Strom dafür herbekommen sollen.

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https://1-stromvergleich.com/strompreise-in-europa/

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11.10.2017

Wieder einer, der die tödliche Gefahr ignoriert, denn der Atomausstieg ist erst der Beginn eines immensen Aufwandes zur Vermeidung einer tödlichen Gefahr.

"sagt den Menschen in diesem Land, wo sie das Geld für ein Elektroauto und den umweltfreundlichen Strom dafür herbekommen sollen."

Die Frage stellt sich längst nicht mehr, denn es gibt zur Zeit recht wenig Alternativen.

Der teuerste Strom kommt aus den Atomkraftwerken, denn diesen Strom bezahlen auch unsere Enkel noch fleißig mit, obwohl er dann längst nicht mehr fließt.

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11.10.2017

Das sind keine Aktivisten - das sind Terroristen.

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11.10.2017

Respekt vor diesen jungen Leuten. Terroristen und verantwortungsloses Pack sind die Atombosse, die sich um eine sichere Endlagerung des gefährlichen strahlenden Drecks, mit dem sie sich goldene Nasen verdienten, nicht kümmern. Politiker, die diesem üblen Spiel jahrzehntelang zusahen und die gewähren ließen, sind nicht besser.

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11.10.2017

Diese Meinung bildet sich wohl wegen versäumter Aufklärung und Interesselosigkeit.

Leider ist es den meisten Menschen nicht bewusst was überhaupt bei der Lagerung von strahlenedem Dreck abläuft.

Das Problem: Die Substanzen strahlen mit tödlicher Stärke - und das für Millionen Jahre.

Genau das ist die Ursache, warum bis heute noch kein vernünftiger Platz für eine Endlagerung gefunden ist.

So mancher redet von Terroristen, anstatt von mutigen jungen Menschen, die genau das Problem ernst nehmen. Die ganze Problematik auf unsere Kinder und Enkelkinder zu verlagern scheint in manchen Köpfen wohl der einfachste und vor allem der billigste Weg zu sein.

Die Kosten um den Atommüll zu beseitigen wird unweigerlich auf unsere Kinder bzw. Enkelkinder zukommen und sind weder überschaubar noch vorstellbar.

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