1. Startseite
  2. Politik
  3. Schöner fluchen - so geht's

Sprache

07.01.2020

Schöner fluchen - so geht's

Malediktologie ist die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Fluchen und Schimpfen.
Bild: Mad1122, fotolia

Sogar beim Schimpfen geht der Deutsche einen Sonderweg: Während in anderen Ländern sexuelle Schimpfwörter beliebt sind, greifen die Deutsche lieber zu Fäkalsprache.

Manchmal hilft nur noch die Flucht ins Lateinische, wenn die von den gestrengen Eltern anerzogenen inneren Leitplanken den hier erforderlichen Schreibfluss ausbremsen. Es wirkt ja auch immer so gelehrt und intellektuell-distanziert, ein paar lateinische Brocken einzuwerfen.

Malediktologie beschäftigt sich mit dem Fluchen und Schimpfen

Also: Haben Sie sich schon einmal Gedanken über die Malediktologie gemacht? Wem jetzt ein zaghaftes „vermaled...“ über die Lippen huscht, der liegt völlig richtig: Malediktologie ist die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Fluchen und Schimpfen.

Ein eher kleiner Bereich der Sprachforschung ist das – doch dafür ein umso spannenderer. Denn mal ehrlich: Welche Worte interessieren uns in einer Fremdsprache besonders? Liebesschwüre und derbe Flüche! Einer, von dem wir wissen, dass er sich zumindest mit Letzterem auskennt, ist André Meinunger. Er arbeitet am Leibniz-Zentrum Allgemeine Sprachwissenschaft und sagt: „Deutsche fluchen eigentlich sehr fäkal, während Amerikaner und Engländer, aber auch Italiener eher sexuelle Schimpfwörter haben.“

Schöner fluchen - so geht's

Italiener beschimpfen sich mit "cazzo", Franzosen mit "putain"

Im Italienischen ist es recht üblich, jemanden mit „cazzo“ (Schwanz) zu beschimpfen, im Französischen heißt es oft „putain“ (Hure). Selbst der Schweizer schimpft: „Huäre siäch“ – verdammt.

Doch auch hierzulande gebe es in den letzten Jahren einen Wandel und das Deutsche passe sich an. „Also die Nutzung des Wortes ,Fuck’ zum Beispiel hat sich stark ausgebreitet“, sagt Meinunger. Aber auch Begriffe wie „du Opfer“ oder „du Lauch“ ersetzen zunehmend den Rückgriff aufs Tierreich (Sau, Kuh, Esel). Die Globalisierung beschert uns außerdem Worte wie „Babo“ (Chef) oder „Chaya“ (Tussi). Gefällt Ihnen nicht? So ein Scheibenkleister aber auch!

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren