1. Startseite
  2. Politik
  3. So bleiben Deutschlands Schüler digital doof

So bleiben Deutschlands Schüler digital doof

stefan_lange.jpg
Kommentar Von Stefan Lange
05.12.2018

Warum der milliardenschwere Digitalpakt für die Schulen nicht am Widerstand der Länder scheitern darf.

Estland mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern bietet Ausländern die „e-Residency“ an. Sie bekommen eine Chipkarte, mit der sie beispielsweise binnen Stunden ein Unternehmen gründen können. Estland hat auch die „e-School“, in der schulische Dinge über Tablet-PCs abgewickelt werden.

Länder sollten Widerstand gegen Bund aufgeben

Länder wie Estland haben ihre Kinder digital schlau gemacht und sie an neue Technologien herangeführt. Deutschland verzettelt sich stattdessen. Einige Ministerpräsidenten erwecken den Eindruck, der Staat wolle sich in ihre Angelegenheiten mischen und die Sache damit erschweren.

Das Gegenteil ist der Fall. Denn die „vom Bundestag beschlossenen Grundgesetzänderungen sind darauf ausgelegt, die Beteiligungen des Bundes an Investitionen in den Kommunen zu erleichtern“, folgert der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages in einem gerade veröffentlichten Gutachten.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Bildung ist in Deutschland grundsätzlich zwar Ländersache. Die Länder haben es jedoch mit der Digitalisierung gründlich verpatzt, wie nicht zuletzt das Beispiel Estland zeigt. Wenn unsere Schülerinnen und Schüler nicht digital doof bleiben sollen, dann ist es jetzt dringend an der Zeit, den Widerstand aufzugeben und den Bund helfen zu lassen.

Hier geht's zum Artikel - Arbeitgeber: Digitalpakt für Schulen muss kommen

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

05.12.2018

„Digitalisierung“ bedeutet nicht, dass man statt aus einem Buch aus einem iPad liest.

Digitalisierung hat nichts mit dem Nutzerendgerät zu tun, sondern sinnvoller Automatisierung - sprich Ersatz von Mensch durch Maschine.

Aus diesem Grund finden auch Vorlesung zur Digitalisierung - auch an der Uni Augsburg - analog statt. Studenten brauchen dazu kein iPad in der Hand.

Zum Schluss noch ein Aussage von Elon Musk. Als er gefragt wurde, was der Grundstein für digital fitten Nachwuchs ist, sagte er, das Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung möglichst weit weg von technischen Geräten bleiben sollten.
Und er hat Recht! Der Grundstein und Prozesse digital abzuwickeln ist Know-How und Kreativität im entsprechenden Bereich. Beispielsweise, wenn ich möchte, dass mein Roboter, der ein Auto montiert, automatisch bescheid gibt, dass er nicht mehr genug Fertigungsteile hat.

Dazu muss man wissen, die die Wertschöpfung im Prozess integriert ist und wie man das Problem lösen kann. Zu wissen, wie man ein iPad bedient hilft da gar nicht.

Selbiges gilt für das angeführte Beispiel Estland: Kinder lernen dort schon ab der Grundschule programmieren. Dafür sind erneut keine Geräte erforderlich. Wenn sie sich an der Universität Augsburg in die Informatik Vorlesung setzen, werden sie erstaunt sein, dass man dort auf der Tafel schriebt.

Fazit: durch schockierende wissenslücken der Politiker und auch der Gesellschaft ( dieser Artikel beweist es! ), werden Energien völlig fehlgeleitet und finanzielle Mittel verpulvert. Das Geld könnte man besser gebrauchen um die Schulen in stand zu setzen. Meine Schulzeit ist erst kürzlich her, ich war an drei verschiedenen Augsburger Schulen und alle drei Schulen waren ein Sanierungsfall. - Da macht gibt es elementare Probleme, die es zu erst zu lösen gilt.

Permalink
Lesen Sie dazu auch
dpa_5F9AEE004F2086D7.jpg
Digitalisierung

Arbeitgeber: Digitalpakt für Schulen muss kommen

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen