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Mecklenburg-Vorpommern erwägt Abschaffung der Maskenpflicht
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Nicht wie Österreich

06.04.2020

Söder: Bestimmte Anti-Corona-Maßnahmen noch für längere Zeit

Markus Söder: «Wir müssen vorsichtig sein und dürfen keinen Rückfall riskieren.».
Bild: Armin Weigel/dpa

Wie könnte eine Exit-Strategie aussehen, wie könnte der Weg zurück zu mehr Normalität in Deutschland aussehen? Bayerns Regierungschef Söder kündigt an, dass der Anti-Corona-Kampf wohl noch länger dauern wird.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat zur Eindämmung des Coronavirus noch länger andauernde Beschränkungen etwa in der Gastronomie in Aussicht gestellt.

Zudem stimmte er die Menschen am Montagabend darauf ein, dass das Tragen von Masken auch hierzulande in Zukunft immer mehr ausgeweitet werden dürfte.

"Wir müssen die Menschen auf ein Leben mit der Pandemie vorbereiten. Dazu gehört natürlich das verstärkte Tragen von Masken dazu", sagte der CSU-Vorsitzende in der ARD. Und er fügte hinzu: "Da gehört auch dazu, dass Ausgangsbeschränkungen oder Kontaktsperren in bestimmten Bereichen wie der Gastronomie sicher noch länger erhalten bleiben." Aber es könne auch "Lichtblicke" geben, wo man sich weiterentwickeln könne. Dieser Weg müsse "in sich schlüssig" sein. Wie dieser Weg aussehen könnte, darüber wollten die Ministerpräsidenten kommende Woche mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beraten, betonte Söder. "Wir müssen vorsichtig sein und dürfen keinen Rückfall riskieren."

Söder: Bestimmte Anti-Corona-Maßnahmen noch für längere Zeit

Zuletzt hatten Bund und Länder geltende Kontaktsperren und weitere Beschränkungen noch einmal bis einschließlich 19. April verlängert.

"Der verstärkte Einsatz von Masken ist dringend notwendig", sagte Söder. Diese schützten zwar weniger den Träger selbst, "aber den anderen vor Ansteckung". "Damit wird natürlich ein erhöhter Schutz gewährleistet." Es sei deshalb wichtig, so viele Masken wie möglich auch in Deutschland herzustellen, um die Bevölkerung damit besser zu versorgen. Und dort, wo viele Menschen aufeinandertreffen müssten, etwa bei der Arbeit, im öffentlichen Nahverkehr oder in Geschäften, brauche man "einen verstärkten Einsatz von Masken, absolut". Grundschülern könne man dagegen kaum eine Maskenpflicht auferlegen.

Zudem sprach sich Söder für eine freiwillige Handy-App aus, um Infektionsketten nachverfolgen zu können. "Wir brauchen auf jeden Fall ein Nachverfolgungssystem", sagte er. "Wir brauchen eine deutsche App." Wäre eine solche App verpflichtend, hätte das eine größere Wirkung - aber das sei mit der Idee, die man in Deutschland habe, nicht vereinbar. Sinnvoll sei deshalb die freiwillige Lösung.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz rechtfertigte das geplante langsame Hochfahren des öffentlichen Lebens in seinem Land. "Wir waren sehr, sehr restriktiv, und wir waren sehr, sehr schnell in unseren Maßnahmen", sagte er. Deshalb könne man Österreich nun ganz behutsam und schrittweise wieder hochfahren. Es brauche dazu aber "Begleitmaßnahmen" wie die Maskenpflicht in einigen Bereichen.

Söder sagte dazu, Österreich sei ungefähr drei Wochen voraus - allein schon deshalb, weil die "Hauptinfektionen" in Bayern und großen Teilen von Deutschland aus Österreich gekommen seien. "Wir haben uns ja sozusagen über das Skifahren in ganz Deutschland infiziert." Vor allem der Skiort Ischgl gilt als Ausgangspunkt vieler Ansteckungen.

Über die Ankündigungen von Kurz zur langsamen Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen sagte Söder: "Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob das Modell eins zu eins taugt, denn es ist an einigen Stellen nicht sehr konsequent." In Deutschland sei man nun besser beraten, die Maßnahmen fortzusetzen und deren Wirkung abzuwarten.

"Das ist nicht wie ein Gewitter, das einfach so vorbeizieht", sagte Söder über die Corona-Krise. Man müsse aufpassen, dass man nicht durch zu schnelle Entscheidungen einen schweren Rückfall bekomme. Man dürfe nicht zu früh wieder aufstehen. Auch Österreich habe jetzt nicht plötzlich alles gelockert. "Die Ausgangsbeschränkungen bleiben ja." (dpa)

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Die Diskussion ist geschlossen.

24.05.2020

Am Beispiel Thüringens werden wir das Ende des Zwangsmaßnahmen auch in Bayern früher erleben, als von Söders Gnaden gedacht. Dann endlich ist Herr Söder nicht länger in der genüsslichen Rolle Ludwig des XIV. und muß wieder zurück zur Sachpolitik finden, Arbeitsplätze und bedrohte oder gar vernichtete Existenzen retten bzw. wieder eine Perspektive aufzeigen. Wie Herr Söder seine Geldgeschenke und das was fiskalisch noch vor ihm liegt, bei zugleich sinkenden Steuereinnahmen und klammen Kommunen umsetzen will, wird Herausforderung genug für ihn und seine Staatsregierung sein.
Und von Herrn Aiwanger würde ich mir wünschen, hörbarer zu werden, wenn er nochmal gewählt werden möchte!

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02.05.2020

wir waren lange genug eingeschränkt!!!
das Maskentragen kommt viel zu spät, vor 4 Wochen hatte das Sinn gemacht, jetzt empfinde ich es als Schikane. Auf Abstand achten ist ok, aber das Maskentragen ist ,gerade bei längerem Tragen ungesund.

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30.04.2020

Herr Söder kommt aus seiner Nummer nicht mehr raus und verrennt sich immer weiter darin. Waren zu Beginn die Quoten noch hoch und er fast zum Ludwig III gekürt, so bröckelt doch langsam aber sicher der Boden unter ihm weg.
Also was tun? Am besten den Riemen anstatt zu lockern nochmals um ein Loch straffer spannen um die Angst am lodern zu halten. Angst bändigt und bindet die Massen bekanntlich. Glaube kaum, dass er (und sein Wirtschaftsminister, der übrigens nicht ganz auf seiner Welle mitschwimmt) sich über die wirtschaftlichen bzw. finanziellen Folgen bzw. Auswirkungen im Klaren ist.
Alle heutigen, läppischen, fragwürdigen Maßnahmen hätten, wenn alles schon hypergefährlich eingestuft, schon viel früher und gezielt erfolgen müssen und das bundesweit. Da werden Leute aus dem Hot-Spot importiert, anstatt sie dort 14Tage in Quarantäne zu belassen, wenn das eine besondere Sicherheit sein sollte. Desgleichen aus der ganzen Welt massenweise die Urlauber zurückgeholt ins Nest. Keine zuverlässigen Test's an allen diesen Leuten. Keine Obduktionen an den Verstorbenen um ganz sicher zu sein, was oder wer den Tod verursacht hat.
Absolut lachhaft, jetzt erst die "Maulkörbe" in den Geschäften anzuordnen. Man müsste ihn damit einmal eine ganze Schicht in einen Laden stellen und damit arbeiten lassen. Viele weitere Maßnahmen nur kopflos und aus der hohlen Hand angeordnet bzw. befohlen, damit man als der "Corona-Retter" anerkannt wird und in die parteiinternen Annalen eingeht.

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01.05.2020

Vielen Dank für diesen Kommentar, er spricht vielen Leuten aus der Seele, die bei kleinster Kritik ins Eck gebrüllt werden und daher Vielerorts nichts mehr sagen. Hier an der Grenze zu Württemberg ist es verdrießlich zu sehen wie die Nachbarn frei durchs Bundesland reisen sowie neu eingerichtete Autokinos und altbekannte Wandergebiete entern dürfen. V.a. für Alleinstehende die nicht ihre Liebsten 24/7 um sich haben ist das zunehmend belastend. Dafür, dass Bayern bei den Neuinfektionen nach O-Ton Söder "mittlerweile unter dem deutschen Bundesdurchschnitt" liegt, ist es m.E. an der Zeit die "Ausgangssperre light" mal an die Nachbarn anzupassen und es bei einem Kontaktverbot zu belassen. Die Polizei fischt hier mit Genugtuung Geldscheine von der Straße. Die Verordnungen sind teilweise so Wischi-Waschi formuliert, damit genügend Raum für Zoff mit der Polizei bleibt, wenn diese mittlerweile Spaziergänger aufgreift, die alleine unterwegs sind und nicht im 200 Meter Umkreis der Wohnung frische Luft schnappen. Die Polizei nutzt grad eh völlig über Gebühr ihre Mächte aus. Söder wird sich weiter verrenen, ja. Hoffentlich aber ändert sich die Richtung noch, bevor hier alles am Boden liegt. Ich arbeite in Baden-Württemberg und fahre mit "Passierschein" vom Chef jeden Morgen über die Landesgrenze raus. Drüben sind die Leute Gott sei Dank entspannter. 8 h Arbeit in BaWue sind momentan schöner als 1h "leben" im gefesselten Bayern.

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29.04.2020

Söder steuert einen sehr, sehr vernünftigen Kurs in der Corona-Krise.
Auch der Hinweis auf Ischgl ist richtig, weil er manches besser einordnen lässt.
Und auch wenn er das selbst gar nicht wollen sollte: Söder profiliert sich immer mehr als ein möglicher Kanzlerkandidat.

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17.05.2020

Wäre schön wenn man auch die vielerorts von der CSU oder CSU nahen Organisationen veranstalteten Starkbierfeste in der Fastenzeit mal Erwähnung finden würde. Das waren und sind immer noch die Hotspots in Bayern.
Wenn man mit einem Finger auf den anderen zeigt zeigen immerhin noch drei auf einen selbst.

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24.05.2020

Hoffentlich geht Ihnen nie nie nie Ihr Fernseher mal kaputt.

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