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Tote in Syrien

09.09.2019

Spannungen zwischen Israel und Iran-treuen Milizen

Ein israelischer Soldat an der Grenze zwischen Israel und Libanon. Die Spannungen zwischen Israel und der Hisbollah haben in den vergangenen Wochen zugenommen.
Bild: Ariel Schalit/AP/Archiv (dpa)

Seit Wochen greifen sich die israelische Armee und enge Verbündete seines Erzfeindes Iran gegenseitig an. Deswegen wächst die Sorge vor einem neuen bewaffneten Konflikt im Nahen Osten.

Im Konflikt zwischen Israel und seinem Erzfeind Iran ist es erneut zu Zwischenfällen gekommen. Nach Angaben der israelischen Armee feuerten schiitische Milizen mit engen Verbindungen zu Teheran vom Rand der syrischen Hauptstadt Damaskus aus mehrere Raketen in Richtung Israel.

Keines der Geschosse habe jedoch israelisches Gebiet getroffen. Im Süden des Nachbarlandes Libanon schoss die proiranische Schiitenmiliz Hisbollah zudem nach eigenen Angaben eine israelische Drohne ab. Eine israelische Armeesprecherin in Tel Aviv bestätigte, eine Drohne des Militärs sei am Vorabend bei einem "Routineeinsatz" auf libanesischem Gebiet niedergegangen.

Noch ist unklar, ob die beiden Zwischenfälle in Verbindung mit Luftangriffen im Osten Syriens stehen, bei denen Aktivisten zufolge mindestens 18 Kämpfer ebenfalls proiranischer Schiitenmilizen getötet wurden. Jets unbekannter Herkunft hätten in dem Ort Albu Kamal an der Grenze zum Irak Militärposten und Waffenlager bombardiert, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag.

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Israel greift regelmäßig Ziele in Syrien an, um dort die militärische Infrastruktur des Irans zu zerstören. Teheran ist im syrischen Bürgerkrieg ein wichtiger Verbündeter der Truppen von Machthaber Baschar al-Assad und unterstützt dort schiitische Milizen. Zu ihnen zählt auch die libanesische Hisbollah, die in Syrien an der Seite der Regierung kämpft. Sie ist wie der Iran mit Israel verfeindet.

Die Spannungen zwischen Israel und der Hisbollah hatten in den vergangenen Wochen zugenommen. Die Miliz warf der israelischen Armee einen Bombenangriff mit Drohnen in der libanesischen Hauptstadt Beirut vor. Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah warnte danach, jede israelische Drohne im libanesischen Luftraum werde abgeschossen. Israel wiederum beschuldigte den Iran, mithilfe der Hisbollah im Libanon die Herstellung von Präzisionsraketen zu verstärken.

Die Hisbollah feuerte zudem als Vergeltung für den Tod zweier ihrer Kämpfer in Syrien auf ein israelisches Militärfahrzeug. Die israelische Armee reagierte mit heftigem Artilleriefeuer.

Nach Angaben der israelischen Armee wurden die Raketen in Richtung Israel am Montag von Milizen abgefeuert, die unter dem Kommando der iranischen Al-Kuds-Einheit steht. Diese gehört zu den iranischen Revolutionsgarden, einer Eliteeinheit der iranischen Streitkräfte.

Die gegenseitigen Angriffe nährten die Sorge vor einer weiteren Eskalation. Zuletzt war es 2006 zu einem rund einmonatigen Krieg zwischen Israel und der Hisbollah gekommen, den die Schiitenmiliz als Sieg feierte. Auf libanesischer Seite wurden mehr als 1200 Menschen getötet, auf der israelischen mehr als 160 Soldaten und Zivilisten. (dpa)

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