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Sparer können sich nur wenig Hoffnung auf mehr Zinsen machen

Kommentar Von Stefan Stahl
12.02.2021

Die Corona-Krise wird die Preise steigen lassen, gleichzeitig gibt es kaum Zinsen. Das lässt viele fluchen - doch manchen auch jubeln.

Die Wiederkehr der Inflation ist eine zweischneidige Angelegenheit: Wenn die Preise nun, wie etwa von Bundesbank-Chef Weidmann prognostiziert, auf über drei Prozent marschieren, spüren das die Verbraucher etwas beim Einkaufen. Immerhin soll die Teuerung nur für eine Weile auf einem solchen Niveau verharren und sich im kommenden Jahr auf verträglichere rund zwei Prozent einpendeln. Wenn dies so eintrifft, ist das eine für Sparer sehr interessante Nachricht: Denn dann wird die Europäische Zentralbank wieder nicht das Zinselend beenden und kaum den voll geöffneten Geldhahn nur ein wenig zudrehen.

Es sind weitere Jahre mit Null-Zins-Politik zu erwarten

Bei derart moderaten Teuerungsraten sieht sich Notenbank-Chefin Christine Lagarde nämlich nicht gezwungen, die Zinsen zu erhöhen. Somit dauert der absurde Zustand einer Null-, ja Negativzins-Währungsunion wohl noch einige Jahre an. Was manch heimischer Sparer als Ohrfeige empfindet, wirkt auf italienische Haushaltssünder wie die Zusage der Euro-Gemeinschaft, dass sie noch jahrelang mit Streicheleinheiten, also billigem Geld rechnen können. Grazie, Euro!

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12.02.2021

Mit den normalen Zinsen hat man doch noch nie Geld verdient, oder?

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12.02.2021

Die Zeiten wo man 3 % Zinsen bekam, wie hoch war da die Inflation?
Wie hoch war die Zinsbelastung bei Immobilienkrediten? Wie hoch bei Privatkrediten?
So schlecht ist das Zinsniveau für viele nicht.
Vor 20 Jahren haben, insbesondere Besserverdiener 6% Rendite angestrebt nur um einen Werterhalt zu erreichen. Es wurden 3 % Inflation gerechnet und 3 % Steuern.

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13.02.2021

Wirklich. Das klassische Sparbuch bringt wohl 0,^1% z.Zt.. Festgeld geht wohl so auf bis 1,5%. Bei ungefähr 2% Inflation. Nettorenditen von 3%+ sind heute locker mit kaum Risiko drinnen. Man muß sich eben nur mit diesem Thema etwas befassen

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12.02.2021

Zinsen werden weiterhin niedrig belieben. Nicht nur hoch verschuldete Staaten profitieren hiervon, auch viel Immobilienkäufer. Deren Altervorsorge die Immobilie (mietfreies Wohnen im Alter) ist. Der deutsche Steuerzahler im übrigen auch. ;-)
Ein starker Anstieg von Zinsen wird es aufJahre nicht geben. Wegen der aktuellen weltweiten Coronakrise ist für die nächsten Jahre mit keiner wirklcihen Steigerung der Zinsen zu rechnen. Höchstens bei Immobilienpreisen.

@Andreas W.
Sparen für die Rente kann man auch ohne Zinsen. Zinsen dien(t)en zudem meistens auch nur dem Ausgleich des Kaufkraftverlust wegen Inflation. Übrigens Schweizer Banken waren schon immer sehr knausrig mit den Zinsen. Teilweise bekam man erst am einem fünfstelligen Betrag überhaupt mal Zinsen. Trotzdem ging viel Geld dort schwarz über die Grenze. ;-)
Die Wahrscheinlichkeit, dass die Aktien insgesamt nach oben gehen ist hoch. Auch wegen den niedrigen Zinsen. Hier gibt es auch Möglichkeiten sein Geld relativ sicher mit etwas über dem Inflationswert anzulegen. Die Rendite beträgt dann natürlich nicht 10 % oder mehr im Jahr. Auch gibt es Festgeld, Anleihen, ... oder man kann Fondanteile erwerben.
Man kann aber auch ins Haifischbecken springen und mit riskanten Aktien oder gar Optionscheine und ähnlichen auf 20 %, 30 % oder gar 100 % plus Rendite im Jahr hoffen .... ein Totalverlust ist dann im Gegenzug nicht ausgeschlossen oder unwahrscheinlich. Dann braucht man sich aber über Strafzinsen auch keine Gedanken machen. ;-)
Wer seine private Altersvorsorge nur auf Sparzinsen aufbaut, der musste schon vor 15 Jahren hoffen, dass die Zinsen die Inflation ausgleichen. Echten Wertzuwachs gab es damals schon nicht.
Da ist die viel gescholtene Riesterrente / Rüruprente dann doch nicht so schlecht.

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12.02.2021

Tja, dass sich an der Null Zinspolitik in den nächsten Jahren was ändert sollte auch der letzte Bundesbürger so langsam akzeptieren müssen - viel schlimmer noch, wenn erst die Sache mit den Negativzinsen sich flächendeckend bei den Banken ausbreitet.

Vor wenigen Jahren hieß es noch aus der Politik, sparen sparen sparen - die Rente wird nicht mehr annähernd ausreichen.
Und jetzt sieht man tatenlos zu wie sich das Guthaben von alleine vermindert.

Und jetzt wird zudem noch auf den Aktienmarkt getrieben was einem schwimmen im Haifischbecken gleicht - kann gut gehen, kann
aber auch gehörig schiefgehen.

Vielen Dank EU dafür, Vielen Dank liebe Bundespolitiker dafür

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12.02.2021

Es war ein Fehler, die EZB wieder mit einem Kandidaten/in aus einem hoch verschuldeten Land zu besetzen. Die Leute machen natürlich im Interesse ihrer Nation EZB Politik... So billig war Geld - auch für verschuldete Länder - noch nie.

Aber man musste ja Kompromisse schließen, um die Ursula aus dem Bundeswehr Untersuchungsausschuss in die EU Kommission weg zu befördern entgegen jeder demokratischen Art und Weise.

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