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Syrien
25.03.2019

Schlag gegen den IS

Dschihadisten verlieren ihre letzte Bastion. Gelingt der Neuaufbau in der Wüste?

Nach wochenlangen Kämpfen ist die letzte Bastion des Islamischen Staates (IS) an der Grenze Syriens zum Irak gefallen. Die kurdisch dominierten Demokratischen Streitkräfte Syriens (SDF) haben am Samstag die noch vorhandenen Widerstandsnester der Extremisten in dem Dorf Baghus am Euphrat gestürmt und dort ihre Fahne gehisst.

Das „Kalifat“ des Islamischen Staates, das vor einigen Jahren noch fast 90000 Quadratkilometer umfasste, ist besiegt. Allerdings halten sich weiter westlich, in der Syrischen Wüste, bis zu 3000 IS-Kämpfer in einem weitgehend unbesiedelten Gebiet auf. Diese Überbleibsel des „Kalifats“ könnten in den kommenden Monaten erhebliche politische Bedeutung für den Syrien-Konflikt erhalten.

Seit dem Siegeszug im Jahr 2014, als der IS weite Teile Ostsyriens und Westiraks eroberte, sind die Dschihadisten immer weiter zurückgedrängt worden und haben Hochburgen wie Mossul im Irak und Rakka in Syrien verloren. Nun gab SDF-Kommandant Mazlum Abdi bei einer Siegesfeier bekannt: „Heute verkünden wir die Zerstörung der Organisation des sogenannten Islamischen Staates und das Ende ihrer Kontrolle über den letzten Rückzugsraum in Baghus.“ Das „Kalifat“ existiert nicht mehr.

Doch der IS bleibt gefährlich. Im Irak zum Beispiel sollen sich Kämpfer der Extremisten unter die Bevölkerung gemischt haben. Die US-Regierung nimmt an, dass IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi, der sich zeitweise ebenfalls in Baghus aufgehalten haben soll, in den Irak geflohen ist. Dort könnte sich der IS neu formieren. Auch in den vom IS befreiten Gebieten in Syrien ist die Gefahr noch nicht gebannt. Europäische Staaten befürchten, dass IS-Rückkehrer in ihren Heimatländern Gewalttaten verüben könnten.

Außerhalb des Einflussbereiches der USA und der SDF halten sich immer noch Extremisten. Laut einer Vereinbarung zwischen Washington und Moskau sind die amerikanischen Truppen in Syrien und ihre kurdischen Verbündeten in den Landesteilen östlich des Euphrat für den Kampf gegen den IS zuständig. Westlich des Stromes sollen die russische Luftwaffe und die syrische Regierungsarmee gegen die Dschihadisten vorgehen.

Das geschah bisher nicht überall. In einem Teil der Syrischen Wüste zwischen der Ruinenstadt Palmyra im Westen und Deir al-Zor im Osten verstecken sich IS-Trupps in der Einöde und in Höhlen.

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