Newsticker
Lauterbach: Booster-Impfung senkt Sterberisiko um 99 Prozent
  1. Startseite
  2. Politik
  3. Tat von Hanau: BKA sieht Rassismus wohl nicht als Hauptmotiv für die Tat von Hanau

Tat von Hanau
30.03.2020

BKA sieht Rassismus wohl nicht als Hauptmotiv für die Tat von Hanau

Eine Kerze steht neben den Namen der Opfer bei der Gedenkfeier für die Opfer von Hanau.
Foto: Kai Pfaffenbach, dpa

Der Täter von Hanau erschoss neun Menschen mit Migrationshintergrund. Trotzdem geht das Bundeskriminalamt Berichten zufolge nicht davon aus, dass Rassismus das Hauptmotiv war.

Ermittler des Bundeskriminalamts (BKA) stufen den Anschlag von Hanau nach einem Medienbericht nicht als Tat eines Rechtsextremisten ein. Tobias R. habe seine Opfer ausgewählt, um größtmögliche Aufmerksamkeit für seinen Verschwörungsmythos von der Überwachung durch einen Geheimdienst zu erlangen. Eine typisch rechtsextreme Radikalisierung habe er nicht durchlaufen, berichteten WDR, NDR und Süddeutsche Zeitung. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe wollte dies am Montag nicht kommentieren. Die polizeilichen Ermittlungen dauerten noch an.

Tobias R. erschoss neun Menschen mit ausländischen Wurzeln

Tobias R. war am 19. Februar spätabends durch das hessische Hanau gezogen und hatte neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Später wurden der 43-Jährige und seine Mutter tot in ihrer Wohnung gefunden. R. hatte im Internet wirre Gedanken und abstruse Verschwörungstheorien sowie rassistische Ansichten verbreitet.

Generalbundesanwalt Peter Frank hatte die Ermittlungen noch in der Nacht übernommen. Von Anfang an hatte es geheißen, es gebe "gravierende Indizien für einen rassistischen Hintergrund der Tat".

Rassismus soll nicht der dominierenden Aspekt in R.'s Weltanschauung sein

Das BKA ist von der Bundesanwaltschaft mit den weiteren Ermittlungen beauftragt. Den Medien zufolge soll die Einschätzung zu R. in einen Abschlussbericht einfließen, an dem derzeit gearbeitet werde.

Nach Auffassung der Ermittler sei Rassismus nicht der dominierende Aspekt in R.'s Weltanschauung gewesen, hieß es. Dieser habe sich vor allem in Verschwörungsmythen rund um Geheimdienste hineingesteigert und habe an Paranoia gelitten. Nachbarn und Bekannten sei R. nicht durch rassistische Äußerungen aufgefallen. Es seien auch keine Hinweise darauf gefunden worden, dass er sich mit rechter Ideologie oder mit Rechtsterroristen und deren Taten beschäftigt habe. (dpa)

Lesen Sie dazu auch: Shisha-Bar-Besitzer nach Hanau: "Wenn ich Angst hätte, müsste ich schließen"

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.