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Technik
17.11.2016

Mit diesem Programm lassen sich Stimmen fälschen

"VoCo" ist ein besonderes Programm, dass es möglich macht, Originalstimmen zu fälschen.
Foto: fotolia

"VoCo" ist ein besonderes Programm, dass es möglich macht, Originalstimmen zu fälschen. Warum man in Zukunft der Welt dadurch noch weniger trauen kann.

Einerseits ist das ja witzig. Da könnte man zum Beispiel Angela Merkels Stimme sagen lassen: „Tut mir leid, wir schaffen das wohl doch nicht.“ In Originalstimme! Das ist jedenfalls der Lieblingsgag hierzulande, seit die US-Firma Adobe ihre neueste Entwicklung vorgestellt hat. Mit dem Programm „VoCo“ nämlich kann man jede Stimme alles sagen lassen. Man braucht dazu nur 20 Minuten Originalmaterial, den Rest macht der Computer. Bei Merkel kein Problem. Oder bei Trump. Der könnte sagen: „Reingefallen! Sie haben Herman Munster gewählt!“

Eine Entwicklung mit Gefahren

Andererseits ist das natürlich aber nicht witzig. Denn wer soll noch unterscheiden können, welches Tondokument echt ist? Wer noch wissen, wer was wirklich gesagt hat? Das Phänomen ist dank eben jener US-Firma Adobe fürs Sehen ja bereits bekannt. Mit deren Programm Photoshop nämlich kann man Bilder so leicht und gut manipulieren, dass keiner mehr so einfach seinen Augen trauen sollte. Perfektionierte Dekolletés, dramatische Himmelspanoramen, Skandalmontagen überall. Und jetzt sollen wir auch unseren Ohren nicht mehr trauen dürfen?

Kann man bald auch Mimik und Gestik fälschen?

Dass uns die Wirklichkeit noch mehr abhandenkommen könnte, fügten auch gleich noch Forscher aus Stanford an, die gerade mit einem Programm experimentieren, das auch die Mimik und Gestik in Videos fälschen kann. Da könnte es wieder witzig werden: War der Reden haltende Edmund Stoiber der erste Prototyp, in Wort und Bild noch ruckelnd? Aber selbst Adobe erkennt den Ernst und verspricht: Alle manipulierten Dateien wären markiert und also erkennbar. Aber wer achtet da noch drauf, wenn der Gesprächspartner lauter tolle Dinge sagt und auch noch versichert: „Sie können das alles senden!“

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