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Terror
20.03.2016

Abdeslam plante nach Paris wohl noch weitere Anschläge

Der mutmaßliche Terrorist Salah Abdeslam wollte sich wohl im November beim Fußballspiel Deutschland - Frankreich in die Luft sprengen.
Foto: Stephanie Lecocq (dpa)

Der mutmaßliche Terrorist Abdeslam gestand, dass er sich im November im Stade de France in die Luft sprengen wollte. Auch in Brüssel hatte er eine terroristische Aktion geplant.

Nach Aussage der belgischen Regierung hatte der festgenommene mutmaßliche Terrorist Salah Abdeslam wohl auch Anschläge in Brüssel geplant. Wie er am Samstag ausgesagt habe, soll er "bereit gewesen sein, etwas in Brüssel zu tun". Das sagte der belgische Außenminister Didier Reynders. "Das könnte die Wahrheit sein, denn wir haben bei den ersten Ermittlungen viele Waffen gefunden, schwere Waffen."

Abdeslam hatte wohl auch Attentat in Brüssel geplant

Bei ihrer Arbeit seien die belgischen Ermittler außerdem auf ein "neues Netzwerk" rund um Abdeslam in Brüssel gestoßen, sagte Reynders bei einer Veranstaltung der US-Stiftung German Marshall Fund, die die Äußerungen des Ministers in einer Erklärung zitierte.

Außerdem gab Abdeslam bei einer Vernehmung offenbar zu, dass er sich im November beim Länderspiel Deutschland-Frankreich im Stade de France eigentlich in die Luft sprengen wollte. Das teilte der französische Staatsanwalt François Molins in Paris mit. Reynders bestätigte diese Aussage. Weshalb er seinen Plan nicht in die Tat umsetzte, ist noch unklar. 

Abdeslam war am Freitag in der als Islamistenhochburg geltenden Brüsseler Gemeinde Molenbeek festgenommen und dabei leicht verletzt worden. Insgesamt nahmen die Ermittler nach eigenen Angaben fünf Verdächtige fest, darunter offenbar eine Familie, die Abdeslam Zuflucht gewährt hatte. Der Polizeieinsatz in dem dicht besiedelten Viertel wurde von Dutzenden Anwohnern und Schaulustigen verfolgt.

Abdeslam wollte sich bei Länderspiel Deutschland-Frankreich in die Luft sprengen

Abdeslam konnte am Samstag das Krankenhaus, in das er zunächst gebracht worden war, verlassen. Er befindet sich nun in Haft. Zwei der übrigen Festgenommenen kamen am Wochenende wieder frei. Der letzte Verdächtige blieb wegen des Verdachts der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung in Gewahrsam. 

Die Ermittler gehen laut Molins inzwischen zweifelsfrei davon aus, dass der nach den Anschlägen im Vorort Montrouge in einem Mülleimer gefundene Sprengstoffgürtel von Abdeslam abgelegt wurde. Nahe Montrouge war am Abend der Anschläge das Mobiltelefon von Abdeslam geortet worden. Bei den Anschlägen am 13. November in Paris waren 130 Menschen getötet und etwa 350 verletzt worden.

Mutmaßlicher Terrorist sollte wohl im Stade de France ein Massaker anrichten

Nach den Erkenntnissen hatte Abdeslam mit einem Kleinwagen das Killerkommando zum Stade de France gefahren, das dort während des Fußball-Länderspiels Frankreich-Deutschland ein Massaker anrichten sollte. Auch Abdeslam selbst habe sich im Stadion in die Luft sprengen wollen, sich dann aber doch anders entschieden. "Viele Fragen sind noch offen", sagte Molins zur Rolle Abdeslams. 

Die anderen drei Selbstmordattentäter vom Stade de France sprengten sich letztlich vor dem Stadion in die Luft, weil sie nicht hineingelangten. Ein Passant starb dabei. 

Frankreich erließ einen europäischen Haftbefehl gegen Abdeslam, um ihm im Land der Anschläge den Prozess machen zu können. Hinterbliebene der Terroropfer forderten ebenfalls eine schnellstmögliche Auslieferung. Belgiens Regierung hatte zuvor bereits signalisiert, dass es dagegen keine politischen Einwände gebe. Wegen rechtlicher Verfahren könne dies jedoch noch einige Wochen dauern.

Abdeslams Anwalt kündigte am Sonntag an, Anzeige gegen Molins erstatten zu wollen. Der französische Staatsanwalt habe unerlaubterweise Details aus den Vernehmungen ausgeplaudert, sagte er zur Begründung nach Angaben des belgischen Rundfunksenders RTBF. dpa /afp
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