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Terror
13.06.2016

Anschlag von Orlando verschärft den US-Wahlkampf

Barack Obama bei einer Pressekonferenz zu dem Blutbad von Orlando. Foto: Jim lo Scalzo

49 Menschen verloren beim Anschlag auf einen Schwulenclub in Orlando ihr Leben. Donald Trump fordert nun den Rücktritt von US-Präsident Barack Obama. Und noch mehr.

Das blutigste Schusswaffen-Attentat in der jüngeren US-Geschichte droht das Land im Wahlkampf tief zu spalten. Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump forderte Stunden nach dem Anschlag den Rücktritt von US-Präsident Barack Obama. Er warf ihm vor, in den ersten Reaktionen auf das Attentat die Worte „radikaler Islam“ nicht benutzt zu haben. Trump erneuerte zudem seine Forderung nach einem pauschalen Einreiseverbot für Muslime. Der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton legte Trump ebenfalls den Verzicht auf die Kandidatur nahe.

Obama warnte dagegen davor, sich angesichts von extremistischem Terrorismus aus dem eigenen Land entweder nur mit Wahlkampf-Propaganda oder mit der Frage der Waffengesetze zu beschäftigen. „Es sieht danach aus, dass der Schütze von verschiedenen extremistischen Informationen aus dem Internet beeinflusst wurde“, sagte er.

Die US-Bundespolizei FBI bestätigte am Abend, dass der Täter nach ihren Erkenntnissen nicht Teil eines internationalen Terrornetzwerks ist. „Wir haben bisher keine Anzeichen, dass die Tat von außerhalb der USA gesteuert wurde“, sagte FBI-Direktor James Coney. Der Mann habe bei drei Telefonkontakten mit der Polizei während des Attentats mehrere Terrororganisation angegeben, für die er Sympathien hege. Zum Teil stünden diese sich aber in tiefer Feindschaft gegenüber, die Angaben passten nicht zueinander. Die Terrormiliz Islamischer Staat hatte den Attentäter Omar Seddique Mateen zuvor als „Soldaten des Kalifats“ bezeichnet und sich damit zu dem Anschlag bekannt. Allerdings blieb unklar, ob es sich dabei um eine Propaganda-Finte handelte.

Omar Mateen hat 49 Menschen in Orlando getötet

Mateen hatte in einem Schwulenklub in Orlando in Florida 49 Menschen getötet und 53 verletzt, bevor er von der Polizei erschossen wurde. Am Tag danach versuchten Ermittler und Medien, sich ein Bild des Täters zu machen. Offenbar war der in den USA geborene Sohn afghanischer Eltern psychologisch belastet und bewegte sich seit langem in einem explosiven Gemisch aus Vorurteilen.

Bei der Gewalttat in einem Club in der US-Stadt Orlando sind nach Angaben der Polizei zahlreiche Menschen getötet worden.
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49 Tote und 53 Verletzte bei Bluttat in Orlando
Foto: dpa

Das FBI räumte ein, dass es Mateen in den Jahren 2013 und 2014 mehrfach wegen des Verdachts auf extremistische Kontakte befragt hatte. Die Untersuchungen hätten aber nichts Substanzielles ergeben und seien eingestellt worden. Auch seinem Arbeitgeber, einer privaten Sicherheitsfirma, fiel bei Überprüfungen Mateens offenbar nichts auf. Ein Ex-Kollege sagte allerdings, er habe sich mehrfach über den von Hass und Tötungsfantasien geprägten Mitarbeiter beschwert.

Mateens Ex-Frau erklärte, sie habe ihn angezeigt, nachdem sie wegen seiner Gewalttätigkeit um ihr Leben fürchten musste. Trotzdem konnte der mutmaßliche Schütze das Sturmgewehr und die halbautomatische Pistole für seinen Amoklauf legal erwerben; er hatte auch eine Lizenz, sie verdeckt mit sich zu führen. Die Waffengesetze im Bundesstaat Florida gehören zu den laxesten in den USA. Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Clinton sprach sich erneut für ein strengeres Waffengesetz aus. Zwar hätten gesetzestreue Bürger ein Recht, eine Waffe zu tragen, sagte Clinton. „Aber wir können Maßnahmen ergreifen, damit Waffen nicht in die Hände von Kriminellen und Terroristen fallen.“  (mit afp)

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