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Massaker in El Paso und Dayton

07.08.2019

Trump besucht Tatorte und kontert Kritik an seiner Rhetorik

Demonstranten in Dayton fordern ein schärferes Waffenrecht. Foto: John Minchillo/AP
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Demonstranten in Dayton fordern ein schärferes Waffenrecht.
Bild: John Minchillo/AP (dpa)

Der US-Präsident besucht die Tatorte der jüngsten Massaker. Doch dort ist er nicht unbedingt willkommen. Vor allem in der Grenzstadt El Paso schlägt ihm Kritik entgegen. Er selbst sieht dafür keinen Anlass.

Nach dem Massaker in El Paso stößt die aggressive Rhetorik Donald Trumps vielen Kritikern übel auf - der US-Präsident aber lässt die Vorwürfe an sich abprallen.

Vor einem Besuch in der Grenzstadt wies Trump die Darstellung zurück, seine Rhetorik trage zu Spaltung und Gewalt bei. Er glaube nicht, dass seine Worte dies täten, sagte Trump auf Fragen von Journalisten. "Ich denke, meine Rhetorik bringt Menschen zusammen", sagte Trump. Amerika gehe es unglaublich gut.

Trump reiste vor seinem Besuch in El Paso zunächst nach Dayton, wo ein Schütze in der Nacht zum Sonntag neun Menschen getötet hatte. In der Stadt in Ohio trafen sich der Präsident und First Lady Melania in einem Krankenhaus mit Patienten, wie Sprecherin Stephanie Grisham mitteilte. Die beiden bedankten sich demnach auch bei dem medizinischen Personal. In der Stadt hatten sich Demonstranten versammelt, wie auf Fernsehaufnahmen zu sehen war. Auf Schildern forderten sie etwa eine Verschärfung der Waffengesetze. Außerdem hatten sie einen aufblasbaren Baby-Trump bei sich.

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Die Bürgermeisterin von Dayton, Nan Whaley, forderte Trump auf, sich rasch für eine Verschärfung des Waffenrechts einzusetzen. Zu oft gingen Politiker in Washington einfach wieder zum Alltag über. "Sie warten einfach ab, sie warten so lange, bis die Menschen vergessen, dass hier in Dayton neun Menschen gestorben sind wegen einer Waffe, die erst gar nicht legal sein sollte" sagte Whaley. Der Schütze hatte ein Sturmgewehr benutzt - diese sind in vielen US-Staaten leicht zu erwerben, anderswo aber fast nur vom Militär genutzt. Wenn nichts passiere, könne es schon sehr bald den nächsten Amoklauf geben, warnte Whaley. "Wahrscheinlich, weil sich in Washington nichts tut."

Viele Politiker in Dayton und El Paso - darunter Republikaner und Demokraten - hätten lieber auf den Besuch des Präsidenten verzichtet. Vor allem in El Paso, wo ein rassistisch motivierter Täter 22 Menschen getötet hat, sehen viele die Rhetorik Trumps gegen Migranten als Teil des Problems, nicht als Teil der Lösung.

"Er ist hier nicht willkommen. Er sollte nicht hierher kommen, während wir noch trauern", sagte die demokratische Kongressabgeordnete Veronica Escobar, die El Paso vertritt. Trotz Einladung werde sie nicht an seinem Besuch teilnehmen. Trump müsse sich entschuldigen und seine "rassistischen und hasserfüllten" Äußerungen zurücknehmen, schrieb sie auf Twitter. Auch der texanische Präsidentschaftsbewerber Beto O'Rourke sah Trump in der Verantwortung. Der Präsident habe "geholfen, den Hass zu schaffen, der die Tragödie vom Samstag möglich machte", erklärte er. Der US-Präsident wiederum warf seinen Kritikern vor, das Thema politisch ausschlachten zu wollen. Er selbst wolle sich raushalten, sagte er.

Trump hat die Eindämmung illegaler Einwanderung über die US-mexikanische Grenze zu einem Kernpunkt seiner Präsidentschaft gemacht. Kritiker werfen ihm vor, mit seiner Rhetorik gegen Migranten und politische Gegner den Rassismus im Land zu befeuern.

Ein Todesschütze hatte in der Stadt an der Grenze zu Mexiko am Samstag in einem Einkaufszentrum um sich gefeuert. Insgesamt kamen 22 Menschen ums Leben, darunter mehrere Mexikaner und auch ein Deutscher. Die Ermittler gehen von einem rassistischen Hintergrund aus. Der Mann habe vor allem Latinos und Mexikaner angreifen wollen, hieß es. Der mutmaßliche Täter - ein 21-jähriger Weißer - ergab sich der Polizei und ist in Gewahrsam.

Führende Vertreter der Latino-Gemeinde in den USA forderten nach dem Massaker ein entschiedeneres Vorgehen der Politik. "Hispanics in diesem Land sind unter Beschuss", hieß es in einem offenen Brief, den die "Washington Post" veröffentlichte. Auch Schwarze und Einwanderer seien Angriffen ausgesetzt. Sowohl die regierenden Republikaner als auch die Demokraten müssten sich für alle Menschen im Land einsetzen und anerkennen, dass die Vielfalt die größte Stärke der USA sei.

Trump hatte die verheerenden Bluttaten am Montag als barbarisch verurteilt. Er forderte Gesetzesänderungen, um sicherzustellen, dass psychisch Kranke, die eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen, nicht in den Besitz von Waffen kommen können. Demokraten forderten dagegen, den Hintergrund von Waffenkäufern stärker zu durchleuchten. Sie versuchen seit Monaten, dies im Kongress durchzusetzen, Trumps Republikaner blockieren das Vorhaben jedoch im Senat.

Trump machte sich am Mittwoch für die Einführung strengerer Überprüfungen potenzieller Waffenkäufer stark. Dafür gebe es im Kongress auch auf beiden Seiten des politischen Spektrums große Unterstützung, sagte er. "Ich will mental instabilen Menschen keine Waffen geben, oder Menschen mit Wut und Hass, oder kranken Menschen." Weitergehende Schritte wie ein Verbot von Sturmgewehren hätten jedoch keine Unterstützung, sagte der Präsident. Auch nach dem Massaker an einer Schule in Parkland (Florida) im Februar 2018 hatte Trump striktere Überprüfungen versprochen.

Der Vorsitzende des Kontrollausschusses im Repräsentantenhaus, Demokrat Elijah Cummings, sprach sich dafür aus, dass der Kongress wegen der Gewalttaten seine Sommerpause unterbricht. "Menschen sterben", sagte Cummings am Mittwoch in Washington. "Hören Sie, was ich sage? Menschen haben Angst. Sie haben Angst, ins Kino zu gehen. Sie haben Angst, einkaufen zu gehen. Sie haben Angst, ihrem täglichen Leben nachzugehen." Das Repräsentantenhaus habe bereits im Februar ein Gesetz verabschiedet, das schärfere Hintergrundüberprüfungen vorsieht. Cummings warf dem Mehrheitsführer im Senat, dem Republikaner Mitch McConnell, vor, eine Abstimmung darüber in der Kammer zu blockieren. (dpa)

Statistik zu Mass Shootings vom Gun Violence Archive, Englisch

Trump-Thread auf Twitter zu Gesetzesreform

Abgeordnete Escobar zu Trumps Besuch

Tweet der Abgeordneten Escobar

Trump zu O'Rourke

Brief in der Washington Post

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08.08.2019

https://www.tagesschau.de/faktenfinder/ausland/dayton-was-wir-wissen-101.html

>> Doch viele US-Medien berichten mittlerweile über die biographischen Hintergründe des Schützen: ... Er re-tweetete verschiedene linksgerichtete Inhalte, unter anderem unterstützte er die demokratischen Präsidentschaftskandidaten Bernie Sanders und Elizabeth Warren.
...
Zudem teilte er auch linksextremistische Tweets, die beispielsweise dazu aufriefen, Fahrzeuge der amerikanischen Immigrationsbehörde zu zerstören <<

Hört sich nicht nach einer Mitverantwortung von Herrn Trump an...

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07.08.2019

>> Viele Politiker in den Städten El Paso und Dayton - darunter Republikaner und Demokraten - würden lieber auf seinen Besuch am Mittwoch verzichten. <<

Stimmt das wirklich?

Dayton sieht nach Linksterrorismus aus - das FBI hat bereits einen rassistischen Hintergrund verneint.

https://www.welt.de/politik/ausland/article198112925/Ohio-Schuetze-von-Dayton-bezeichnete-sich-selbst-als-Linken.html

Ist es vielleicht einer jener Momente, die Trump zum Präsidenten gemacht haben?

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07.08.2019

Richtige Analyse!
Leider scheint in Deutschland keine Fakten sondern emotionale Geschichten vermittelt zu werden?

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08.08.2019

Nein, nach Linksterrorismus sieht das in Dayton nicht aus. Eher nach der Tat eines lustvollen Gewalttäters, der ja nach Trumps eigenen Worten besser nicht an Waffen gekommen wäre. Er fordert deshalb entsprechende Gesetze. ;-)

In El Paso dürfte man tatsächlich wenig Interesse am Besuch des Präsidenten haben. Dass seine Twittereien und Reden das Volk zusammenbrächten muss einer Bewusstseintrübung geschuldet sein. Aber der Präsident sieht ja auch Rekordbesuche wo Plätze halb leer sind. Ein Pinocchio wie er im Buche steht - sehen Sie die lange Nase nicht?

Wenn das die Gründe für die Wahl Trumps sind, dann ist es so, dass die Menschen noch mehr belogen werden wollen als schon bisher der Fall ist.

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