Newsticker

Spahn: Bisher wurden rund 300 Corona-Infektionen über die App gemeldet
  1. Startseite
  2. Politik
  3. Trump kann die Fakten nicht mehr ignorieren

Coronakrise in den USA

30.03.2020

Trump kann die Fakten nicht mehr ignorieren

Ändert seinen Kurs diametral: US-Präsident Donald Trump.

Der US-Präsident reagiert auf die Dramatik der Situation mit einer Verlängerung der Restriktionen. Das Land bereitet er auf verstörende Todeszahlen vor.

Die Frühstücks-Talkshow „Fox & Friends“ verfolgt Donald Trump jeden Morgen. Doch wenn die Lage wirklich ernst ist, greift der Präsident der USA kurzerhand zum Hörer und ruft live in der Sendung an. Am Montagmorgen war es wieder so weit. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein Präsident mehr machen würde als ich“, brüstete er sich in gewohnter Weise: „Meine Umfragewerte sind auf Rekordniveau.“

Wie Donald Trump seinen Wählern die Kehrtwende in der Coronakrise erklärte

Doch der eigentliche Grund des Telefonats war ein anderer. Trump musste seinen Wählern vor den Fernsehgeräten eine schwindelerregende Kehrtwende erklären. Schon in zwei Wochen wolle er das Land in der Corona-Krise zur Normalität zurückführen, hatte er noch vor wenigen Tagen erklärt und von vollen Kirchen zu Ostern geschwärmt. Nun will er die präventiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens bis Ende April verlängern. Um Ostern herum erwartet er den Höhepunkt der Pandemie. „Wir hoffen, dass Anfang Juni die Todeszahlen wieder auf ein niedrigeres Niveau fallen“, erklärte er im Fernsehen. Nicht nur der Zeitplan des Präsidenten hat sich urplötzlich radikal verändert.

Auch die Abwägung zwischen Nutzen und Risiken der Richtlinien, die vor Ansammlungen von mehr als zehn Menschen warnen, zur Heimarbeit aufrufen und die Schließung der Innenräumlichkeiten von Restaurants empfehlen, fällt auf einmal ganz anders aus. „Nichts wäre gefährlicher, als zu früh aufzuhören, und dann kommt alles noch viel schlimmer zurück“, argumentierte der Präsident. Vor wenigen Tagen noch hatte er massiv auf eine Zurücknahme der Restriktionen gedrängt: „Das Heilmittel darf nicht schlimmer sein als das Problem.“

Trump kann die Fakten nicht mehr ignorieren

Trump hat seine Positionen in der Krise oft geändert

Trump hat seine Positionen in der Corona-Krise wiederholt sehr sprunghaft geändert. So hatte er in der vergangenen Woche die Abriegelung der von der Pandemie besonders dramatisch heimgesuchten Millionenmetropole New York angekündigt, die er wenig später dann doch zurücknahm. Was seinen jüngsten Sinneswandel bewirkt hat, ist nicht ganz klar. US-Medien spekulieren, die Fernsehbilder aus dem New Yorker Stadtteil Queens von Leichensäcken, die in Kühllaster verladen werden, hätten Trump bewegt. In der Nachbarschaft war der Milliardär aufgewachsen.

Eine Londoner Studie hat den Präsidenten offensichtlich geschockt 

Einen mindestens so starken Eindruck scheint eine Zahl gemacht zu haben, die ihm seine Experten vorlegten: Eine Studie des Imperial College in London vom 16. März geht von 2,2 Millionen Toten in den USA aus, wenn überhaupt keine Maßnahmen zur Eindämmung des Virus unternommen werden. Bei einer Pressekonferenz im Rosengarten des Weißen Hauses am Sonntagabend wiederholte er die Zahl immer wieder, und auch im Frühstücksfernsehen am nächsten Morgen zeigte er sich beeindruckt: „Das ist wirklich viel.“ Er hoffe nun, die Todeszahl auf 100.000 begrenzen zu können. Wenn das gelinge, so Trump, „dann haben wir alle zusammen einen guten Job gemacht“.

Inzwischen liegen die USA bei der Zahl der Infizierten an der Spitze

Die dramatische Ankündigung muss viele Amerikaner schockieren, denn lange hatte der US-Präsident behauptet, die Corona-Pandemie werde wie eine normale Grippe vorüberziehen. Wie falsch diese Einschätzung war, zeigt sich seit zwei Wochen. Inzwischen sind in den USA mehr als 140.000 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankt. Die offizielle Zahl liegt höher als in irgendeinem anderen Land der Welt. Rund 2500 Menschen sind gestorben. Alleine in New York gibt es mit rund 60.000 Betroffenen etwa so viele Infizierte wie in ganz Deutschland. Obwohl sich Trump für sein Krisenmanagement lobt, fehlen im ganzen Land weiter Tests, Schutzkleidung und Beatmungsgeräte.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

31.03.2020

Die Bandbreite der Anti-Corona Maßnahmen in der EU ist deutlich größer als die Meinungsschwankungen von Herrn Trump.

Da ist von Schweden über Italien nach Polen alles abgedeckt.

Es ist halt wieder einer der üblichen Trump-bashing Artikel, die der Autor mit so großer Vorliebe generiert.

>> „Nichts wäre gefährlicher, als zu früh aufzuhören, und dann kommt alles noch viel schlimmer zurück“, argumentierte der Präsident. Vor wenigen Tagen noch hatte er massiv auf eine Zurücknahme der Restriktionen gedrängt: „Das Heilmittel darf nicht schlimmer sein als das Problem.“ <<

Diese Positionen finden sich so auch zeitgleich im deutschen Bundestag.

Wieder eine peinliche Vorstellung der stets Empörten...

https://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/USA-schliessen-wegen-Corona-Grenzen-fuer-Reisende-aus-Europa-id57032576.html

>> Wegen der Ausbreitung des Coronavirus schließen die USA ihre Grenzen für Ausländer aus Europa und haben damit auf der anderen Seite des Atlantiks Empörung ausgelöst. <<

Empörung, Empörung, Empörung ;-)

Permalink
31.03.2020

Trump versteht es halt, auch negative Zahlen zu seinen Vorteil zu nutzen: 2 Mio. Tote wenn man gar nichts macht: "Dann haben wir bei 100.000 Toten einen guten Job gemacht"! Höchste Zahl bei Infizierten : "USA testen am meisten"! Hohe Follower Zahlen bei Twitter: "Bin beliebt, habe mehr Follower als Football-Clubs"! So macht man das.

Permalink
31.03.2020

"So macht man das."

Damit das auch so funktioniert, gibt es eine wichtige Voraussetzung: Ein in politischer Hinsicht völlig verblödetes Volk . . .

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren