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Tunesien
27.06.2019

Anschläge schocken Tunesien: Polizist stirbt

Bei Selbstmordanschlägen in Tunis starb ein Polizist.
Foto: Fethi Belaid, afp

Zwei Selbstmordattentäter sprengten sich in Tunis in die Luft. Ein Polizist starb bei den Anschlägen, acht Menschen wurden verletzt.

Tunesiens Bevölkerung hat am Donnerstag einen doppelten Schock erlebt. Erst erschütterten zwei Selbstmordanschläge die Hauptstadt Tunis. Ein Polizist wurde getötet, mindestens acht Menschen verletzt. Dann teilte der Präsidentenpalast mit, der 92-jährige Staatschef Beji Caid Essebsi sei in kritischem Zustand ins zentrale Militärkrankenhaus eingeliefert worden.

Zu den beiden Terrortaten erklärte das Innenministerium, ein Attentäter habe sich auf dem Boulevard Bourguiba in die Luft gesprengt. Der Tatort liegt im Herzen von Tunis nahe der Altstadt. Die Explosion galt einem weißen Pritschenfahrzeug der Polizei, wie Fotos zeigten. Der Bürgersteig war übersäht mit Leichenteilen des Terroristen. Entlang der populären Prachtstraße, auf der auch Touristen gerne flanieren, befinden sich zahlreiche Cafés, Restaurants und Geschäfte.

Der zweite Attentäter nahm zehn Minuten später eine im Stadtteil Al-Gorjani gelegene Kaserne der Nationalgarde ins Visier, deren Mitglieder für den Anti-Terror-Kampf zuständig sind. Er versuchte offenbar, sich einem Hintereingang zu nähern, bevor er den Sprengstoffgürtel zündete.

Tunesien steht vor vielen Problemen

Die neuerlichen Terrorakte und der offenbar sterbenskranke Zustand des Präsidenten könnten Tunesien in den nächsten Wochen vor gewaltige Herausforderungen stellen. Die wirtschaftliche Lage ist nach wie vor prekär. Die politischen Verhältnisse sind gezeichnet von Misstrauen, Grabenkämpfen und Stillstand.

Und die beiden Selbstmordanschläge ereigneten sich fast genau vier Jahre nach dem Attentat von Sousse, als am 26. Juni 2015 ein Fanatiker Badegäste an einem Hotelstrand unter Feuer nahm und 39 von ihnen tötete. Als Folge brach der tunesische Tourismus um mehr als die Hälfte ein. Für diesen Sommer verbuchten die Reiseveranstalter erstmals wieder Gästezahlen wie vor dem Anschlag von Sousse.

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