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Kriegsverbrechen in Syrien
06.05.2013

UN-Vorwurf: Syrische Rebellen sollen Giftgas eingesetzt haben

Die Schweizerin Carla Del Ponte, Mitglied der UN-Kommission für Kriegsverbrechen in Syrien, hat bestätigt, dass im Konflikt um das arabische Land auch Giftgas eingesetzt wurde.
Foto: Salvatore Di Nolfi

Die Vereinten Nationen haben Hinweise, dass die syrischen Rebellen Giftgas eingesetzt haben. Dies bestätigte Carla del Ponte, Mitglied der UN-Kommission.

Die Vereinten Nationen haben Hinweise, dass die syrischen Rebellen Giftgas eingesetzt haben. "Nach den Aussagen, die wir gesammelt haben, haben die Rebellen Chemiewaffen eingesetzt und auf das Gas Sarin zurückgegriffen", sagte Carla del Ponte, Mitglied der UN-Kommission zur Untersuchung von Kriegsverbrechen in Syrien. "Die Ermittlungen sind noch lange nicht abgeschlossen", fügte die frühere Chefanklägerin der UN-Gerichte für Ex-Jugoslawien und Ruanda im Schweizer Fernsehsender RSI am Sonntagabend hinzu.

Syrische Regierung und Rebellen erheben gegenseitige Vorwürfe

Rebellen und syrische Regierung werfen sich gegenseitig den Einsatz von Giftgas vor. US-Präsident Barack Obama hatte den Einsatz chemischer Waffen durch die syrischen Streitkräfte als "rote Linie" bezeichnet, bei deren Überschreitung eine Intervention möglich sei.

UN-Kommissionsmitglied del Ponte spricht von der Nutzung des Gases Sarin

"Unsere Ermittlungen müssen durch neue Zeugenaussagen weiter vertieft, verifiziert werden", sagte del Ponte. "Doch soweit wir das feststellen konnten, haben bisher nur die Widersacher des Regimes das Gas Sarin eingesetzt." Ob auch das Regime zu Giftgas greife, müssten weitere Ermittlungen ergeben. Das Nervengas Sarin zählt zu den giftigsten Kampfstoffen, die je hergestellt wurde. Die Phosphorverbindung wird durch Einatmen und über die Haut aufgenommen. Schon ein Milligramm Sarin kann in Minuten zu Atemlähmung und Herzstillstand führen. Das Gas wurde Ende der 1930er Jahre von deutschen Chemikern als Insektenvernichtungsmittel entwickelt und im Zweiten Weltkrieg als Kampfstoff produziert, aber nicht eingesetzt. dpa/AZ

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