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14.07.2010

US-Regierung legt erste nationale Aids-Strategie vor

US-Regierung legt erste nationale Aids-Strategie vor
Bild: DPA

Washington (dpa) - Die US-Regierung hat der Ausbreitung von Aids im eigenen Land den Kampf angesagt. Erstmals seit Auftreten der Krankheit vor fast 30 Jahren stellte das Weiße Haus am Dienstag eine umfassende nationale Strategie gegen die Pandemie vor.

Absicht sei, die Bürger vor den Gefahren einer Ansteckung mit dem HI-Virus zu warnen und die Zahl der Neuinfektionen in den kommenden fünf Jahren um 25 Prozent zu senken, sagte US-Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius am Dienstag in Washington.

"Die Ziele sind nicht neu, aber die Strategie, wie wir sie erreichen wollen, ist anders", sagte Sebelius. So solle vor allem eine Ausbreitung des Erregers in Risikogruppen wie Afroamerikanern oder Homosexuellen verhindert werden. Für Infizierte und Aidskranke wolle die Regierung die Gesundheitsfürsorge ausbauen.

In den USA sind nach Behördenangaben mehr als eine Million Menschen mit dem HI-Virus infiziert - alle neuneinhalb Minuten kommt einer hinzu, mehr als 56 000 pro Jahr. 18 000 Menschen sterben pro Jahr an der Immunschwächekrankheit. Diese absolute Zahl sei seit Jahren stabil. 21 Prozent wüssten nichts von ihrer Infektion. Diese Quote will die Obama-Regierung bis 2015 auf 10 Prozent senken.

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Die Öffentlichkeit scheine fälschlicherweise zu glauben, dass die Krankheit auf dem Rückzug sei. "Die Amerikaner haben weniger Angst vor Aids. Wir können uns diese Sorglosigkeit nicht leisten", sagte Sebelius. Künftig solle viel eindringlicher und aggressiver auf die Gefahren hingewiesen werden.

Kritikern zufolge kommen die Anstrengungen zu spät. Zudem seien sie nicht mit ausreichend finanziellen Mitteln unterlegt. "Es gibt kein Geld und keine echte Führung für das Thema", sagte Michael Weinstein, Präsident der Organisation "AIDS Healthcare Foundation". "Das Weiße Haus hat 15 Monate benötigt um herauszufinden, was Experten seit Jahren sagen."

An diesem Sonntag beginnt in Wien der 18. Weltaidskongress, zu dem 25 000 Teilnehmer aus mehr als 100 Ländern erwartet werden. Die Konferenz steht unter dem Motto "Rechte hier und jetzt". Zentrale Themen sind neben den Menschenrechten auch der universelle Zugang zur Vorbeugung und Behandlung von Aids.

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