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US-Präsidentschaftswahl

09:21 Uhr

US-Vorwahlen 2020: Termine und Kandidaten - "Primary" und "Caucus" erklärt

Die Demokraten Joe Biden (links) und Bernie Sanders. Start, Termine, Kandidaten sowie Ablauf mit "Primary" und "Caucus" - alle Infos zu den US-Vorwahlen 2020 hier.
Bild: John Bazemore, dpa (Archiv)

Die US-Vorwahlen 2020 laufen. Hier erhalten Sie alle Infos rund um Start, Termine, Ablauf und zu den Kandidaten - darunter Ex-Vizepräsident Joe Biden.

Die US-Vorwahlen halten die Vereinigten Staaten von Amerika traditionell bereits lange vor dem eigentlichen Wahltermin in Atem - so auch 2020. Dabei stehen besonders die Kandidaten der oppositionellen Demokratischen Partei im Fokus: Sie wollen Amtsinhaber Donald Trump von der Republikanischen Partei aus dem Weißen Haus vertreiben.

Doch wann ist der Start der US-Vorwahlen 2020? Wann sind die Termine in den einzelnen Bundesstaaten? Welche Kandidaten treten an und wie ist der Ablauf der Vorwahlen? Alle Infos finden Sie hier bei uns im Überblick.

Ablauf der US-Vorwahlen 2020: Wie funktionieren "Primary" und "Caucus"?

In den meisten Staaten der USA werden die Vorwahlen als "Primary" abgehalten. "Primaries" ähneln normalen Wahlen, werden von den Bundesstaaten organisiert und stehen häufig nur solchen Wählern offen, die sich für eine Partei registriert haben. In einigen Staaten können Wähler einer Partei auch bei anderen Parteien mitabstimmen.

Einige Staaten halten die Vorwahlen als "Caucuses" ab. Ein "Caucus" ist eine von der jeweiligen Partei organisierte, lokale Abstimmung, bei der es auch Diskussionen und Vorträge gibt. Bei beiden Formen nominieren die Wähler letztlich Wahlleute, die auf den Parteitagen für den jeweiligen Kandidaten stimmen sollen.

Besonders wichtig ist der "Super Tuesday" am 3.3.2020: An diesem Tag stimmen mehrere große Staaten gleichzeitig ab. Der Kandidat, der am "Super Tuesday" die meisten Delegierten für sich gewinnen kann, liegt in der Regel auch nach Ende der Vorwahlen vorn.

Start und Termine der US-Vorwahlen 2020: Wann finden die "Primaries" und "Caucuses" statt?

Die US-Vorwahlen starteten mit den "Caucuses" in Iowa, eine Woche später gab es die erste "Primary" in New Hampshire. Während sich US-Präsident Donald Trump bei den Republikanern zweier vergleichsweise ungefährlicher Gegner erwehren muss, treten zahlreiche nahmhafte Demokraten bei den Vorwahlen an. Bei uns finden Sie alle Termine im Überblick:

Termin Bundesstaat Demokratische Vorwahl Republikanische Vorwahl
3.2.20 Iowa Caucus Caucus
11.2.20 New Hampshire Primary Primary
22.2.20 Nevada Caucus -
29.2.20 South Carolina Primary -
3.3.20 ("Super Tuesday") Alabama Primary Primary
  Amerikanisch Samoa Caucus -
  Arkansas Primary Primary
  Kalifornien Primary Primary
  Colorado Primary Primary
  Maine Primary Primary
  Massachusetts Primary Primary
  Minnesota Primary Primary
  North Carolina Primary Primary
  Oklahoma Primary Primary
  Tennessee Primary Primary
  Texas Primary Primary
  Utah Primary Primary
  Vermont Primary Primary
  Virginia Primary -
  Demokraten in Übersee Primary -
8.3.20 Puerto Rico - Primary
10.3.20 Idaho Primary Primary
  Michigan Primary Primary
  Mississippi Primary Primary
  Missouri Primary Primary
  North Dakota Primary  
  Washington Primary Primary
12.3.20 Jungferninseln - Caucus
14.3.20 Guam - Caucus
  Nördliche Marianen Caucus -
  Wyoming - Caucus
17.3.20 Arizona Primary -
  Florida Primary Primary
  Illinois Primary Primary
  Nördliche Marianen - Caucus
  Ohio Primary Primary
24.3.20 Amerikanisch Samoa - Caucus
  Georgia Primary Primary
27.3.20 North Dakota - Caucus
29.3.20 Puerto Rico Primary -
4.4.20 Alaska Primary -
  Hawaii Primary -
  Louisiana Primary Primary
  Wyoming Caucus -
7.4.20 Wisconsin Primary Primary
28.4.20 Connecticut Primary Primary
  Delaware Primary Primary
  Maryland Primary Primary
  New York Primary Primary
  Pennsylvania Primary Primary
  Rhode Island Primary Primary
2.5.20 Guam Caucus -
  Kansas Primary -
5.5.20 Indiana Primary Primary
12.5.20 Nebraska Primary Primary
  West Virginia Primary Primary
19.5.20 Kentucky Primary Primary
  Oregon Primary Primary
2.6.20 Washington D.C. Primary Primary
  Montana Primary Primary
  New Jersey Primary Primary
  New Mexico Primary Primary
  South Dakota Primary Primary
6.6.20 Jungferninseln Caucus -

Nach dem Ende der US-Vorwahlen am 6.6.20 treffen sich die Demokraten vom 13. bis zum 16.7.20 zum Nominierungsparteitag in Milwaukee, Wisconsin. Die Republikaner wollen Donald Trumps Kandidatur bei ihrem Parteitag vom 24. bis zum 27.8.20 in Charlotte, North Carolina, offiziell machen.

Biden, Bloomberg, Sanders: Diese Kandidaten der Demokraten treten bei den US-Vorwahlen 2020 an

Die Frage, wer sich für die Präsidentschaftswahlen aufstellen lässt, elektrisiert die US-Amerikaner traditionell bereits lange vor dem eigentlichen Wahltag. Einige der aktuellen Kandidaten der Demokratischen Partei - darunter auch Polit-Newcomer Andrew Yang - hatten ihre Kampagne bereits im Jahr 2017 angemeldet. Favoriten wie Ex-Vizepräsident Joe Biden und Senator Bernie Sanders stießen im ersten Halbjahr 2019 hinzu. Hier lesen Sie, welche Kandidaten sich die Nominierung sichern wollen:

  • Joe Biden: Der im Ausland wohl bekannteste Kandidat ist der ehemalige Vizepräsident Joe Biden. Der 77-Jährige tritt nach 1988 und 2008 zum dritten Mal an. Allerdings könnte sein Alter zum Problem werden: Er wäre mit dann 78 Jahren der bei Amtsübernahme älteste Präsident. Zwischen 1973 und 2009 saß Biden für den Staat Delaware im US-Senat, zwischen 2008 und 2016 diente er unter Barack Obama als Vize. Er führt die nationalen Umfragen an.
  • Bernie Sanders: Auch der langjährige Abgeordnete und Senator von Vermont, Bernie Sanders, würde den Altersrekord brechen: Der Parteilinke wäre bei Amtsübernahme 79. 2016 unterlag er der späteren Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton in den Vorwahlen nur knapp.
  • Elizabeth Warren: Wie Sanders steht die Senatorin aus Massachusetts und ehemalige Harvard-Professorin für einen Kursschwenk nach links. Auch sie ist bereits 70.
  • Pete Buttigieg: Der Bürgermeister der Kleinstadt South Bend in Indiana hat einen kometenhaften Aufstieg hinter sich: Der 37-jährige Harvard-Absolvent ist Afghanistan-Veteran und der erste offen homosexuelle Kandidat der Demokraten. Bei den Umfragen landet er regelmäßig auf vorderen Plätzen.
  • Michael Bloomberg: Der zweite Bürgermeister im Feld: Der Multimilliardär war von 2002 bis 2013 Stadtoberhaupt von New York City. Seine Kampagne startete der 77-Jährige erst im November, deswegen greift Bloomberg nach den Vorwahlen in Iowa und New Hampshire ein. Sein Geld verdient Bloomberg im Medienbereich.
  • Amy Klobuchar: Die 59-jährige Juristin sitzt seit 2007 für Minnesota im US-Senat. Zuvor arbeitete Klobuchar als Anwältin und Staatsanwältin.
  • Tom Steyer: Wie Bloomberg ist auch Steyer Milliardär - allerdings hat er sein Geld im Finanzsektor gemacht. Der politische Fokus des 62-Jährigen liegt auf dem Umweltschutz.
  • Andrew Yang: Obwohl politisch ein unbeschriebenes Blatt, hält sich Yang in Umfragen unter den Top 7. Der Sohn taiwanesischer Einwanderer ist Jurist, arbeitete nach dem Studium in Start-Ups und gründete eine Organisation, die gut ausgebildete Amerikaner in Städte abseits der Küsten locken soll. Seine Anhänger nennen sich "Yang Gang". Yang fordert ein bedingungsloses Grundeinkommen von 1000 US-Dollar pro Monat.
  • Deval Patrick: Patrick ist ehemaliger Gouverneur von Massachusetts. In den Umfragen liegt er weit zurück, ist aber der einzig verbliebene afroamerikanische Kandidat im Feld.
  • Tulsi Gabbard: Die 38-Jährige ist Abgeordnete der US-Insel Hawaii und in jeder Hinsicht eine Ausnahme: Als Staats-Abgeordnete pausierte sie 2004 freiwillig, um im Irak-Krieg zu kämpfen. Zudem ist sie die erste Hindu im Kongress.
  • John Delaney: Der ehemalige Abgeordnete von Maryland ist bereits seit 2017 im Rennen. Vor seiner aktiven Zeit als Politiker brachte Delaney ein Kreditunternehmen an die Börse.
  • Michael Bennet: Seit 2009 sitzt der 55-Jährige für Colorado im US-Senat. Zuvor war Bennet als Jurist tätig - unter anderem für die Clinton-Regierung.

Vorwahlen der Republikaner: Diese Kandidaten wollen 2020 Donald Trump ablösen

Neben zahlreichen Feinden außerhalb seiner Partei gibt es auch bei den Republikanern Politiker, die Donald Trump aus dem Weißen Haus entfernen wollen. Den Kandidaten werden allerdings geringe Chancen eingeräumt - die Partei steht hinter dem 45. US-Präsidenten. Sollten sich die beiden Gegenkandidaten Trumps vor Anfang Februar zurückziehen, würde die Partei auf Vorwahlen verzichten. Die Kandidaten der Republikaner im Überblick:

  • Donald Trump: Der 73-Jährige bewirbt sich gemeinsam mit Vize-Präsident Mike Pence um eine zweite Amtszeit. Trumps Beliebtheit unter republikanischen Wählern liegt laut Gallup stabil um die 90 Prozent - doch über alle Wählergruppen hinweg kommt er nur auf knapp die Hälfte. Die Nominierung hat er aber so gut wie sicher.
  • Bill Weld: Weld ist 74, ehemaliger Gouverneur von Massachusetts und politisch deutlich links vom Mainstream seiner Partei. Er tritt unter anderem für LGBTQ-Rechte und das Recht auf Abtreibung an - seine Chancen schmälert das.
  • Joe Walsh: Der ehemalige Radio-Talker und Sozialarbeiter saß bis 2011 für Illinois im Repräsentantenhaus. Seine Positionen klingen schon republikanischer: Er ist gegen staatliche Wohlfahrt, gegen Abtreibung und vom Konzept des Klimawandels nicht überzeugt.

Wie laufen die Nominierungsparteitage der Demokraten und Republikaner ab?

Die Nominierungsparteitage im Juli und August bestätigen lediglich die Ergebnisse aus den Bundesstaaten - der Bewerber, der die meisten Wahlleute auf sich vereinen kann, wird also Kandidat für die Präsidentschaft. Entscheidend können allerdings die sogenannten "Superdelegates" sein - Wahlleute, die aus der Parteiprominenz rekrutiert werden und gemeinhin im Sinne der Parteilinie abstimmen. Im Anschluss beginnt der eigentliche Wahlkampf, der sich vom Spätsommer bis zum Wahltermin am 3.11.20 hinzieht.

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