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Umfrage
06.07.2007

"Jamaika-Koalition" bei Deutschen hoch im Kurs

Foto: DPA

Die Große Koalition tritt weiter auf der Stelle. Als Alternative kann sich laut einer Umfrage jeder dritte Deutsche eine "Jamaika-Koalition" vorstellen. In der Wählergunst verloren hat vor allem die SPD.

Köln/Berlin (dpa, AZ) Nach der Hälfte der Legislaturperiode sieht es nicht gut für eine zweite Auflage der Großen Koalition aus. Bereits jetzt wird über mögliche Bündnisse nach der Bundestagswahl diskutiert. Alle Konstellationen scheinen wahrscheinlicher als eine Fortsetzung der bisherigen schwarz-roten Regierung. Als Alternative kann sich jeder dritte Bundesbürger (33 Prozent) ein Bündnis aus Union, FDP und Grünen - die so genannte "Jamaika-Koalition" - vorstellen.

Das ist das Ergebnis des jüngsten Deutschlandtrends, den Infratest Dimap im Auftrag der ARD-Tagesthemen und der Tageszeitung "Die Welt" erstellt hat. Blickt man auf die Parteizugehörigkeit der Befragten, wird die Aussage noch stärker. Mehr als die Hälfte der Unions-Anhänger (55 Prozent) hält eine Koalition ihrer Partei mit FDP und den Grünen für gut.

Weniger Anklang in der Bevölkerung findet eine mögliche Dreier-Konstellation mit den Sozialdemokraten. In einem Bündnis der SPD mit den Liberalen und den Grünen sehen nur 27 Prozent der Befragten die Gewähr für eine positive Regierung. Zudem glaubt nur jeder Fünfte (19 Prozent), dass ein Bündnis der Sozialdemokraten mit den Grünen und der Linkspartei Deutschland voranbringen könnte. Damit erhalten die bundespolitischen Ambitionen von Gregor Gysi und Oskar Lafontaine einen deutlichen Dämpfer. Insgesamt bewerten lediglich 24 Prozent der Befragten eine Regierungsbeteiligung der Linken positiv.

Die SPD hat laut ARD-"Deutschlandtrend" in der Wählergunst deutlich verloren, die Union legte zu. Die Sympathiewerte für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sind weiter gestiegen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier wird deutlich vor Parteichef Kurt Beck als bester Kanzlerkandidat der SPD angesehen.

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die SPD nach der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage nur auf 28 Prozent der Stimmen. Das ist ein Minus von drei Punkten im Vergleich zum Juni und der schlechteste Wert, den Infratest Dimap seit September 2006 für die Sozialdemokraten gemessen hat. Die Union legt einen Punkt auf 38 Prozent zu, ihren besten Wert seit Mai 2006. Die Linke kommt danach bundesweit auf 11 Prozent (plus 2 Punkte). Sie verbessert sich vor allem in Westdeutschland, wo sie nun bei 7 Prozent liegt (plus 2). FDP (plus 1) und Grüne (minus 1) erreichen jeweils 10 Prozent.

50 Prozent der befragten SPD-Anhänger und 43 Prozent aller Bundesbürger finden, Außenminister Steinmeier wäre ein guter Kanzlerkandidat für die SPD. Damit liegt er vor Finanzminister Peer Steinbrück (45 Prozent im SPD-Lager, 39 Prozent insgesamt), Parteichef Kurt Beck (38/31 Prozent) und Arbeitsminister Franz Müntefering (38/30 Prozent).

Mit der politischen Arbeit von Kanzlerin Merkel sind 75 Prozent einverstanden, das sind 6 Punkte mehr als im Juni. Sie führt die Beliebtheitsskala der Spitzenpolitiker weiterhin an. Auf Platz zwei folgt Steinmeier mit 69 Prozent (plus 5 Punkte). Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) liegt mit 59 Prozent (minus 1) auf Platz drei vor Steinbrück, der mit 54 Prozent (plus 7) den höchsten je für ihn im ARD-"Deutschlandtrend" gemessenen Wert erreicht. Auf seinen schlechtesten Wert kommt SPD-Chef Beck mit 35 Prozent (minus 2).

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