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CDU-Vorsitz

17.10.2020

Umfrage: Mehrheit will Spahn als CDU-Chef und Söder als Kanzlerkandidat

Jens Spahn (r.) liegt in einer Umfrage bei der Frage zum CDU-Vorsitz vorn, Markus Söder (l.) bei der K-Frage.
Bild: Bernd von Jutrczenka, dpa (Archiv)

Die drei Bewerber um den CDU-Vorsitz stellen sich erstmals gemeinsam auf einer Bühne den Fragen eines Parteipublikums. In einer Umfrage liegt aber ein anderer vorn.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hätte einer Umfrage zufolge bei den Bürgern gute Karten als CDU-Vorsitzender, aber weniger gute als Kanzlerkandidat der Union. In der Befragung des Instituts Kantar für die Funke Mediengruppe gaben 22 Prozent an, sie trauten am ehesten Spahn zu, ein guter CDU-Chef zu werden. Allerdings bewirbt sich der 40-Jährige gar nicht um den Parteivorsitz, sondern tritt im Team mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet an - bei einem Sieg Laschets soll Spahn stellvertretender Parteichef werden.

19 Prozent trauten in der Umfrage Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz am ehesten zu, ein guter CDU-Vorsitzender zu sein, 17 Prozent nannten Laschet und 8 Prozent den Außenpolitiker Norbert Röttgen. Der Nachfolger der Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer soll nach den bisherigen Plänen am 4. Dezember auf dem CDU-Bundesparteitag in Stuttgart gewählt werden, der wegen der Corona-Krise auf einen Tag verkürzt worden ist. 

Mehrheit traut Markus Söder die Kanzlerschaft zu

Anders sieht es in der Frage aus, welchem Unionspolitiker zugetraut wird, ein guter Bundeskanzler zu werden. Hier liegt in der Kantar-Umfrage CSU-Chef Markus Söder mit 34 Prozent vorn, obwohl der bayerische Ministerpräsident immer wieder betont, sein Platz sei in Bayern. Merz kommt hier nur auf 12 Prozent, Spahn auf 8, Laschet auf 7 und Röttgen auf 5 Prozent.

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Die Bewerber für den CDU-Vorsitz stellen sich am Samstagabend erstmals gemeinsam auf einer Bühne den Fragen eines Parteipublikums. Laschet, Merz und Röttgens sind dazu vom Parteinachwuchs der Jungen Union (JU) nach Berlin eingeladen worden. JU-Mitglieder werden per Videokonferenz zugeschaltet. Mit Spannung wird erwartet, wie die Kandidaten miteinander umgehen. Greifen sie sich womöglich persönlich an? In der CDU wird befürchtet, dass die Partei nach einem knappen Ergebnis bei der Vorsitzendenwahl gespalten ins Superwahljahr 2021 mit Bundestagswahl und sechs Landtagswahlen gehen könnte. 

Zudem dürften die Bewerber gefragt werden, wann der gemeinsame Kanzlerkandidat mit der CSU gekürt werden sollte oder wie sie zu einer möglichen Kanzlerkandidatur Söders stehen. Der CSU-Chef schneidet in Umfragen schon länger gut ab. Würde der Kanzler direkt gewählt und Söder dabei gegen Grünen-Chef Robert Habeck und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz antreten, läge er nach dem jüngsten RTL/ntv-"Trendbarometer" deutlich vorn: Der bayerische Regierungschef käme nach der am Samstag veröffentlichten Forsa-Umfrage auf 37 Prozent, Habeck auf 19 Prozent und Scholz auf 14 Prozent.

CDU-Vorsitz: JU plant Mitgliederbefragung

Am Ende der Veranstaltung am Samstagabend will JU-Chef Tilman Kuban eine zweiwöchige Mitgliederbefragung der Jugendorganisation zum CDU-Vorsitz starten. Das Ergebnis gilt als Empfehlung des Parteinachwuchses für die Wahl zum CDU-Chef. Die JU - die gemeinsame Jugendorganisation von CDU und CSU - hat nach eigenen Angaben knapp 100.000 Mitglieder. Von den 1001 Delegierten des CDU-Parteitages gehören etwa 100 der JU an.

Kuban ist davon überzeugt, dass Gesundheitsminister Spahn in der CDU künftig eine wichtige Rolle spielen wird - unabhängig davon, wer neuer Parteivorsitzender wird. "Es ist kein Geheimnis, dass ich Jens Spahn sehr viel zutraue und auch innerhalb der Jungen Union ganz viele ihn für einen ganz hervorragenden Politiker halten, für das Gesicht unserer jungen Generation auch in der Bundesregierung", sagte Kuban am Samstag im "Morgenecho" des WDR. "Deswegen wünsche ich mir, dass er, egal in welcher Konstellation, auch in den nächsten Jahren eine wesentliche Rolle spielt."  (dpa)

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17.10.2020

Welche Mehrheit denn ?
Die CDU hat ja noch nicht einmal ansatzweise als ganzes eine Mehrheit in der Bevölkerung hinter sich.
Wieso sollte sich diese Mehrheit ausgerechnet für zwei Politiker entscheiden, die vielleicht ein schönes Pärchen abgeben könnten, aber zu mehr nicht zu gebrauchen sind. Berlins Bettvorleger hat schon gewusst, warum er Söder in Bayern so lange verhindert hat.

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