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31.05.2007

Verträge und Vorhaben zum Klimaschutz

Dampfwolken steigen aus den Kühltürmen eines Kraftwerks (Archivfoto).
Foto: DPA

Hamburg (dpa) - Außer dem Klimaschutzprotokoll von Kyoto haben einige Länder weitere Initiativen, um die Treibhausgase zu senken:

Das KYOTO-PROTOKOLL ist der erste internationale Schritt zu einem konkreten Klimaschutz. Darin haben die Industriestaaten 1997 vereinbart, ihre Treibhausgase bis 2012 um durchschnittlich mindestens fünf Prozent im Vergleich zu 1990 zu vermindern. Vorteil: Es sind fast alle Länder beigetreten. Nachteil: Die USA und

Australien sind nicht dabei. Viele Industrieländer werden voraussichtlich ihr Treibhausgas-Reduktionsziel nicht erreichen. Da es im Jahr 2012 ausläuft, ist für den weltweiten Klimaschutz ein Folgevertrag nötig.

Die ASIATISCH-PAZIFISCHE PARTNERSCHAFT ist ein Zusammenschluss der sechs Länder USA, Australien, Indien, Japan, China und Südkorea. Der unverbindliche Verbund hat die Entwicklung und den Austausch neuer Energietechnik zum Ziel. Zusammen stoßen diese Länder etwa die Hälfte der Treibhausgase aus.

DEUTSCHLAND ist in internationalen Verhandlungen oft Vorreiter beim Klimaschutz, hat aber noch immer einen sehr hohen Kohlendioxid- Ausstoß pro Einwohner. Es hat sich im Zuge des Kyoto-Protokolls verpflichtet, seine Treibhausgase von 1990 bis 2012 um 21 Prozent zu vermindern. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) präsentierte zudem einen Acht-Punkte-Plan zur Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990.

Die USA stoßen mehr Treibhausgase aus als jedes andere Land. Laut US-Regierung stehen sie aber auch bei den Ausgaben für Forschung zum Klimawandel oder neue Technologien weltweit an erster Stelle. US- Präsident George W. Bush will den Benzinverbrauch dank neuer Technologien in den kommenden zehn Jahren um 20 Prozent senken. Die USA sind dem Kyoto-Protokoll nicht beigetreten, neun Bundesstaaten schlossen sich aber zu einem ähnlichen Verbund zusammen. Im März verkündeten 418 Städte, in denen 20 Prozent der US-Bürger leben, sie wollten nach dem Kyoto-Protokoll verfahren.

CHINA wird voraussichtlich noch dieses Jahr die USA als größter Produzent von Treibhausgasen überholen, sieht im Kampf gegen die globale Erwärmung aber vor allem die entwickelten Staaten am Zuge. Bis 2010 will die Regierung dennoch den Energieverbrauch - gemessen an der Wirtschaftsleistung - um 20 Prozent im Vergleich zu 2005 verringern. Die Vorgabe, die 2006 bereits eine Reduktion um vier Prozent erfordert hätte, wurde bisher aber schon weit verfehlt. China ist der größte Kohleverbraucher der Welt und bezieht zwei Drittel seiner Energie aus der Kohle. Als Entwicklungsland hat es keine Kyoto-Reduktionsziele bekommen. Eine verpflichtende Beteiligung an einem neuen weltweiten Klimaschutzprogramm lehnt China aus Sorge um sein Wirtschaftswachstum ab.

Die Regierung INDIENS hat nach dem jüngsten Bericht der staatlichen Planungskommission rund 300 Projekte zur Reduzierung von Treibhausgasen bewilligt. Sie sollen den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2012 um etwa 237 Millionen Tonnen senken. Die meisten der Projekte betreffen erneuerbare Energien und die Energieeffizienz. Die Kommission geht davon aus, dass der Kohlendioxid-Ausstoß Indiens bei starker Kohlenutzung von derzeit einer Milliarde Tonne bis 2031/2032 auf 5,5 Milliarden Tonnen pro Jahr steigen könnte. Bei schwächerer Nutzung seien es 2,6 bis 3,6 Milliarden Tonnen. Die Kommission macht die Industrieländer für den Klimawandel verantwortlich.

In RUSSLAND gibt es kein offizielles Programm zur Reduzierung des Ausstoßes von Kohlendioxid. Allerdings wurde vor kurzem ein Programm zur Senkung des Anteils von Öl und Gas bei der Stromerzeugung zu Gunsten von Kohle, Wasser und Atomkraft beschlossen. Der Anteil von Kohle dürfte demnach auf 30 bis 35 Prozent steigen. Der Anteil von Atomkraftwerken an der Stromerzeugung soll auf Drängen von Präsident Wladimir Putin bis 2025 auf 25 Prozent wachsen - von derzeit 16 Prozent. Russische Unternehmer investieren momentan Milliarden in erneuerbare Energien in Europa. In Russland lohnt sich das bislang wegen der niedrigen Energiepreise kaum.

BRASILIEN wird durch die Urwald-Zerstörung zu einem der Hauptbösewichte in Sachen Klimawandel. Durch Brandrodungen im Amazonasbecken entstehen 75 Prozent aller vom Land ausgestoßenen Treibhausgase. Im Zeitraum 2000 bis 2005 wurden in Brasilien im Schnitt 31 000 Quadratkilometer Urwald pro Jahr vernichtet. Durch neue Schutzgebiete und schärfere Kontrollen konnte jedoch die Zerstörung 2005/06 etwa halbiert werden. Brasilien fördert außerdem wie kaum ein zweites Land die Produktion von Biokraftstoffen. Dennoch kritisiert der Biologe Paulo Moutinho vom nichtstaatlichen Institut für Umweltforschung in Amazonien (Ipam): "In Brasilien gibt es praktisch nichts, was man als nationale Politik gegen den Klimawandel betrachten könnte."

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