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Corona-Tests

29.06.2020

Viel Kritik an Markus Söders Corona-Alleingang

Klinikpersonal verfolgt die Äußerungen von Markus Söder (CSU, recht), Ministerpräsident von Bayern, nach einem Besuch der Intensivstation in der München Klinik Schwabing.
Bild: Tobias Hase, dpa

Andere Bundesländer halten die geplanten Corona-Massentests für nicht sinnvoll. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn findet deutliche Worte.

Kostenlose Corona-Massentests für alle, die dies wünschen – das verspricht der bayerische Ministerpräsident Markus Söder den Bürgern im Freistaat. Doch der Vorstoß des CSU-Politikers sorgt bundesweit für einen heftigen Streit. Kritik kommt aus den anderen Ländern, aus dem Bundesgesundheitsministerium – und von Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery. Unserer Redaktion sagte er: „Mit den Massentests dient Bayern nur bedingt als Vorbild. Dieser Schönheitswettbewerb der Ministerpräsidenten ist bedauerlich.“

Montgomery, Ehrenpräsident der Bundesärztekammer sprach von einem „Ideen-Wildwuchs der Landesregierungen“, der viel Glaubwürdigkeit gekostet habe. „Da wird der Föderalismus zu weit getrieben. Ich bin dafür, den Föderalismus an dieser Stelle einzuschränken“, so der Mediziner weiter. Grundsätzlich seien mehr Tests zwar zu begrüßen: „Man sollte möglichst wissen, wie viele Menschen infiziert sind, und kann dadurch Infektionsketten leichter unterbrechen.“ Doch Massentests seien aber nur eine „Momentaufnahme vom Zustand der hinteren Rachenwand der Bayern“. Solche Tests allen anzubieten, also auch Menschen ohne Symptome, stehe „in keinem Verhältnis zum Aufwand und zu den Kosten“, sagte Montgomery. „Das Wichtigste – Tests hin oder her – bleibt der Abstand zu anderen.“

 

Kostenlose Corona-Tests für alle: Baden-Württemberg und Hamburg lehnen Vorstoß ab

Bislang ist kein anderes Bundesland Söders Beispiel gefolgt. Auch Bayerns Nachbarland Baden-Württemberg lehnt es ab, Corona-Tests für alle Bürger anzubieten und zu finanzieren. „Die überwältigende Mehrheit aller namhaften Epidemiologen und Gesundheitsexperten hält nichts von einer flächendeckenden Testung ins Blaue hinein, sondern plädiert für eine gezielte und kluge Testung bestimmter Personengruppen und im Umfeld von lokalen und regionalen Ausbrüchen“, teilt das Stuttgarter Sozialministerium mit.

Darüber habe auch zwischen dem Bundesgesundheitsminister und allen Gesundheitsministern der Länder bislang einvernehmlicher Konsens bestanden. „Eine flächendeckende Testung aller Bürger kann sich leicht als Mogelpackung entpuppen, denn sie ist immer nur eine winzige Momentaufnahme und hat keinen nachhaltigen Nutzen“, heißt es weiter. „Wer sich vor zwei Tagen infiziert hat und heute getestet wird, erhält mit großer Wahrscheinlichkeit einen negativen Befund und wiegt sich dann womöglich in falscher Sicherheit.“

 

Auch der rot-grün regierte Stadtstaat Hamburg plant derzeit keine Massentests. Ein Sprecher der Gesundheitsbehörde sagte, es werde weiter „im Umfeld von Infektionen großzügig getestet“. Damit folge man der nationalen Teststrategie des Robert-Koch-Instituts. Anlasslose Testreihen seien demnach nicht vorgesehen. Ebenso will es Niedersachsen halten, so eine Sprecherin von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) auf Anfrage. Die Landesregierung halte das bayerische Vorgehen für „nicht zielführend“.

Spahn spricht von falscher Taktik

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kritisierte den Söder Vorstoß deutlich. Das bayerische Vorgehen, so Spahn „wiegt in falscher Sicherheit, erhöht das Risiko falsch-positiver Ergebnisse und belastet die vorhandene Testkapazität“. Viel zu testen sei gut, dies müsse aber gezielt erfolgen.

Söder wies die Kritik zurück: „Das ist die einzige ernsthafte Option, es wird sonst zu wenig getestet.“ Bereits jetzt sind in Deutschland in vielen Fällen Corona-Tests auch ohne akute Krankheitsanzeichen möglich. Dies gilt etwa in Bereichen wie Kliniken, Pflegeheimen, Schulen und Kitas. Am Sonntag hatte Söder angekündigt, dass sich auch jeder, der unsicher sei, testen lassen könne. 

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31.07.2020

Söder lies sich von Merkel % Karenbauer missbrauchen, er muss nunmehr wachsam bleiben, dass er als Kronprinzfrosch weder in Deutschland, noch in Bayern mehr geküsst werden möchte.

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