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Vor der EM 2016
26.05.2016

Kommentar: Tief bedrücktes Frankreich

Seit vier Wochen gehen in Paris Menschen gegen die Reform der Arbeitsgesetze auf die Straße.
Foto:  Jeremy Lempin/dpa

Bald startet die EM in Frankreich und die Stimmung ist am Siedepunkt. Was werden die Fußball-Fans vorfinden? Stillstehende Züge? Wankende Stromversorgung?

In welchem Zustand werden die Fußball-Fans Frankreich vorfinden, wenn sie demnächst anreisen? Kommen sie in ein blockiertes Land, wo Züge stillstehen, Flüge ausfallen und die Stromversorgung wankt? Wo das Benzin ausgeht und die Sicherheitskräfte erschöpft sind von täglichen Auseinandersetzungen mit Randalierern?

Die aktuelle Situation wirkt absurd und beunruhigend. Auch wenn sich die Wogen bis zum Anpfiff glätten sollten, bleiben die sozialen Spannungen im Land bestehen. Die Gründe für die Krise sitzen tief. Das umstrittene Arbeitsmarktgesetz, in dem es nur um ein paar sanfte Anpassungen geht, um den Unternehmen mehr Flexibilität zu gewähren, dient vordergründig als Auslöser für eine umfangreiche Protestbewegung. Es gehen nicht nur Gewerkschafter auf die Straße, sondern auch viele Menschen, denen inzwischen jegliches Vertrauen in die Regierung fehlt.

Die Stimmung ist explosiv, ein Neuanfang dringend nötig. Der Fußball kann die Probleme nicht lösen. Doch vielleicht wenigstens zeitweise die Laune eines tief bedrückten Landes aufhellen.

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