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Plagiatsaffäre

01.12.2011

"Vorwürfe unbegründet": Uni Bayreuth geht auf Distanz zu Guttenberg

Karl-Theodor zu Guttenberg fühlt sich in der Plagiatsaffäre schlecht behandelt.
Bild: dpa

Nicht nur die Bürger gehen zunehmend auf Distanz zu Karl-Theodor zu Guttenberg, auch seine Uni. Die konterte zu Guttenbergs Angriffe äußerst scharf.

Die Universität Bayreuth hat die Vorwürfe des ehemaligen deutschen Ministers Karl-Theodor zu Guttenberg in dessen Plagiatsaffäre "mit aller Entschiedenheit als unbegründet" zurückgewiesen. Der 39-jährige CSU-Politiker hatte in seinem gerade erschienen Buch "Vorerst gescheitert" seiner Universität in Bayreuth vorgeworfen, seinen Fall nicht unabhängig geprüft zu haben.

"Ich bin nicht bereit, mir von einer Kommission, die noch nicht einmal mehrheitlich mit Juristen besetzt gewesen ist, eine rechtlich relevante vorsätzliche Täuschung vorwerfen zu lassen", schrieb Guttenberg. Die Hochschule hatte Guttenberg infolge der Plagiatsaffäre den Doktortitel aberkannt.

Keine externe Beeinflussung

In einer Stellungnahme betonte die Uni, dass mehrere Juristen in der Kommission gesessen hätten oder als Berater beteiligt gewesen seien. Und: "Externe Einflussnahme auf die Arbeit der Kommission - wie im Buch unterstellt wird - hat es nicht gegeben", konterte die Uni. "Insbesondere drohte auch zu keinem Zeitpunkt (...) der Verlust von Forschungsgeldern."

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In der CSU wird ein Comeback Guttenbergs befürwortet - die Bürger gehen allerdings zunehmend auf Distanz. Die Bundesbürger sehen eine Rückkehr von Guttenberg in die Politik einer "Stern"-Umfrage zufolge skeptisch. Nur noch 49 Prozent sind für Guttenbergs Rückkehr. Nach seinem Rücktritt im März hatten sich noch 62 Prozent der Bürger dafür ausgesprochen, dass er in absehbarer Zeit wieder ein hohes Amt übernimmt. 53 Prozent der Befragten halten den einstigen Star der CSU der Forsa-Umfrage zufolge für wenig glaubwürdig. Eine "Guttenberg-Partei" würde zumindest keine Volkspartei: 15 Prozent der Befragten könnten sich vorstellen, eine solche Gruppierung zu wählen.

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Guttenberg über die CSU: Mangelnde Innovationskraft

Guttenberg spricht in seinem Buch der CSU den Rang einer Volkspartei ab und wirft ihr mangelnde Innovationskraft vor. Der parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Stefan Müller, forderte die Christsozialen dennoch zu Gelassenheit auf. Er rate "allen in der CSU, von der Parteiführung bis zur Basis, zu mehr Gelassenheit im Umgang mit den Äußerungen von Guttenberg", sagte Müller dem "Hamburger Abendblatt" (Mittwoch) und sprach sich für ein Guttenberg-Comeback aus. "Wir sollten es begrüßen, wenn er in die Politik zurückkehrt." Nach allem, was er höre, werde Guttenbergs Wahlkreis ihn wieder nominieren, wenn er in den Bundestag zurückwolle. (dpa)

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