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Wahlkampf
28.07.2021

Armin Laschet ist für viele Wähler ein Mann ohne Eigenschaften

Steuert auf eines das schlechteste Wahlergebnis der Union zu: Armin Laschet.
Foto: Marius Becker, dpa

Die Flutkatastrophe reißt auch Armin Laschets Beliebtheitswerte mit sich. Dem Kanzlerkandidaten der Union fehlt es nach Ansicht vieler Wählerinnen und Wähler an einem klaren Profil.

Aufbruchstimmung sollte er eigentlich verbreiten, das Feuer nach 16 Jahren Angela Merkel im Kanzleramt neu entfachen. Doch dem Unionskandidaten Armin Laschet will der Wahlkampf einfach nicht gelingen. Konnte er zunächst noch von den Fehlern der Grünen profitieren, ist es nun er selbst, der mit Patzern und einem Image-Problem die Wählergunst bröseln lässt.

60 Tage sind es noch bis zur Bundestagswahl und es wird immer klarer: Selbst wenn die CDU gewinnen sollte, wird sie sich wohl mit einem äußerst bescheidenen Ergebnis begnügen müssen. In einer aktuellen Umfrage des Umfrageinstituts Forsa verlieren die Unionsparteien zwei Prozentpunkte und kommen nur noch auf einen Zustimmungswert von 26 Prozent (Bundestagswahl 2017: 32,9 Prozent). Die Grünen gewinnen zwei Prozentpunkte und erreichen 21 Prozent (2017: 8,9 Prozent). Die SPD landet bei 15 Prozent (20,5 Prozent), die FDP bei 13 Prozent (10,7 Prozent).

Umfragewerte von Armin Laschet brechen ein

Besonders dramatisch ist dieses Ergebnis für Armin Laschet auch deshalb, weil die schlechte Stimmung vor allem auf ihn persönlich zurückzuführen ist. Wenn die Bürgerinnen und Bürger ihre Kanzlerin oder ihren Kanzler direkt wählen könnten, würden sich aktuell 17 Prozent für Laschet entscheiden – das sind sechs Prozentpunkte weniger als vor einer Woche. Damit rutscht er vom ersten auf den letzten Platz im Kandidaten-Rennen, hinter die Grüne Annalena Baerbock (19 Prozent) und den Sozialdemokraten Olaf Scholz (18 Prozent). Es dürfte also Laschets Auftreten bei der Flutkatastrophe gewesen sein, das potenzielle Wähler verschreckt. Dabei hätte er als verantwortlicher Ministerpräsident als einziger der Kandidaten die Möglichkeit gehabt, sich als Macher zu präsentieren. Stattdessen festigte sich selbst in dieser Krise, die doch stets die Stunde der Regierenden ist, der Eindruck des Ungefähren.

Die Union hat sich auf einen Kanzlerkandidaten für die Bundestagwahl geeinigt. Wie sah die bisherige Karriere von CDU-Chef Armin Laschet aus?
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Er ist Kanzlerkandidat der Union: Armin Laschets Karriere in Bildern
Foto: dpa

Wie schwer es für den NRW-Ministerpräsidenten wird, dieses Bild von sich wieder zurechtzurücken, zeigt eine Untersuchung, die gemeinsam von Forsa, der Universität Hohenheim und dem Ifo-Institut durchgeführt wird. Darin wird deutlich, dass viele Wählerinnen und Wähler kein wirkliches Profil beim Unionskanzlerkandidaten erkennen können. Egal, welche Eigenschaften die Forscher abfragen – fast immer landet Laschet auf dem letzten Platz. Nur 17 Prozent der Befragten finden Laschet etwa sympathisch – bei Baerbock und Scholz halten jeweils 33 Prozent diese Bezeichnung für zutreffend. 13 Prozent bewerten Laschet als „tatkräftig und entscheidungsfreudig“ – Baerbock: 27 Prozent, Scholz: 29 Prozent.

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Zehn Prozent denken, Laschet habe „ein gutes Konzept für die Zukunft Deutschlands“. Von Baerbock denken das 25, von Scholz 18 Prozent. Neun Prozent meinen, Laschet erkenne „die anstehenden Probleme rechtzeitig“. Von Baerbock und Scholz glauben das jeweils 23 Prozent. In einem einzigen Punkt schneidet Laschet besser ab als seine Konkurrenten: 31 Prozent halten den CDU-Vorsitzenden für bürgernah. Über Baerbock denken das 22, über Scholz 23 Prozent. Besonders bitter: Über die Hälfte der rund 20.000 Befragten findet, dass keine der genannten Eigenschaften auf Laschet zutrifft.

Brettschneider: Laschet sollte einen Themenwahlkampf führen

„Armin Laschet wird der CDU nicht so viele Stimmen bringen, wie es Angela Merkel getan hat“, sagt Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim. „In der Wählerschaft ist er für die CDU kein Zugpferd.“ Sein Tipp: „Für die CDU wäre es daher wichtig, keinen Personenwahlkampf zu führen, sondern einen Themenwahlkampf.“ Doch genau daran mangelt es vor allem in der CDU. Laschet vermeidet klare Festlegungen, laviert sich durch Interviews und präsentiert ein watteweiches Wahlprogramm. Für Brettschneider ist das genau der falsche Weg. „Es wird darum gehen, vor allem Anhänger der FDP sowie Unentschiedene für sich zu gewinnen – wiederum mit Themen“, sagt er. „Vermieden werden sollten auch weitere Konflikte innerhalb der CDU beziehungsweise der Union – Stichworte sind hier der Umgang mit (Nicht-)Geimpften und Steuersenkungen.“

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

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30.07.2021

Armin Laschet ist das, was nach 16 Jahren Merkel im Bundeskanzleramt und noch Jahre davor als Parteichefin, von der CDU noch übrig ist.

Die Partei hat sich selbst zum Merkel-Wahlverein gemacht und sieht nun, dass sie selbst nichts mehr und erst recht nicht wählbar ist.

Es ist in Summe eigentlich eher erstaunlich, dass noch immer ca 25% der Wähler bei den Schwarzen ein Kreuz machen.

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29.07.2021

Der hat schon Eigenschaften. Jede Menge schlechte halt. Am Anfang wusste er nicht mal, wie man eine Maske richtig aufsetzt. Und seine Spaßmacherei, als der Bundespräsident zu den Opfern der Flutkatastrophe sprach ist in meinen Augen unentschuldbar.

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29.07.2021

Ich glaube, dass war keine gute Wahl, den Armin Laschet als Kanzlerkandidat zu Nominieren. Ich war immer ein Wähler der Konservativen, aber was sie in den letzten Jahren geboten hat, hat mich nicht mehr überzeugt CDU/CSU zu wählen und schon gar nicht Armin Laschet als Kanzlerkandidat ,für mich kein neu Anfang, ich denke ein weiter so und das will ich auf keinen Fall mehr, man sieht wie die Natur reagiert. Klimawandel ist im vollem Gange. Es muss sich einiges in der Politik ändern, aber auch bei der Industrie kein weiter so und auch in der Landwirtschaft. Man muss den Bauern entgegen kommen. Wir brauchen unsere Landwirte, genauso wie das Klima und die Industrie ein Umdenken und ein mit einander Reden ist eine wichtige Voraussetzung!!

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28.07.2021

Armin Laschet sollte sich seine Vita von Annalena Baerbock ein wenig aufhübschen lassen.

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28.07.2021

Gottseidank, endlich wieder Grünenbashing. Ich dachte schon die Trolle haben die AA übersehen.

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29.07.2021

Die Trolle waren schon immer da und haben CSU Bashing gemacht...

Irgendwann haben sich dann ein paar Leute gedacht - das können wir auch ;-)

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30.07.2021

@Peter P.

"Die Trolle waren schon immer da und haben CSU Bashing gemacht..."

Vor allem die Trolle, die schon sein Jahren "linksgrünen" Bashing machen fallen auf.

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30.07.2021

Das habe ich mir bei M. und Kr. abgeschaut ;-)

Als Leistungsträger belege ich natürlich meine Aussagen; so wie bei unseren grünen Gentechnikgegnern (since 1997), die nun in 2021 politische Wettbewerber zu Zwangsimpfungen mit gentechnisch hergestelltem mRNA Impfstoff verpflichten wollen.

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30.07.2021

@ Peter P.

Die Aussicht auf grüne Regierungsbeteiligung scheint Ihnen ja mächtig auf's Gemüt geschlagen zu haben.

Plagi-Armin, Margus, Corona-Jens, die "Enteigner" und "Umverteiler" der EZB arbeiten fleissig und erfolgreich daran, dass es evtl. sogar für eine Regierung ohne Blackrock-Fritz und die bay. Maskendealer-Truppe reicht . . .

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31.07.2021

"Das habe ich mir bei M. und Kr. abgeschaut ;-)"

schon wieder ein Plagiatssünder.

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01.08.2021

Und ein selbsternannter "Leistungsträger" der ganz besonderen Sorte dazu . . .

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28.07.2021

Fähnchen im Wind... Ist doch ein eindeutiges Profil.

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