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USA

22.07.2020

Warum Donald Trump jetzt immer eine Maske dabei hat

Donald Trump empfahl sie, setzte sie aber nicht auf: die Maske.
Bild: dpa

Unter dem Druck sinkender Umfragewerte widmet sich Präsident Trump für 35 Fernsehminuten der Corona-Krise. Dann schwenkt er wieder auf seine Lieblingsthemen ein.

Nach 20 Minuten zog er tatsächlich ein blaues Exemplar aus seiner Jacketttasche: „Ich habe die Maske hier“, sagte Donald Trump. Er werde sie immer aufsetzen, wenn es nötig sei. Zuvor hatte der Präsident, der sich wochenlang weigerte, einen Mund- und Nasenschutz zu tragen, seine Bürger zur gesundheitlichen Vorsorge geraten: „Ob ihr Masken mögt, oder nicht, sie haben eine Wirkung.“ Selbst anlegen mochte er das Teil im engen Presseraum des Weißen Hauses aber nicht.

Im Süden der USA breitet sich Corona wie ein Flächenbrand aus

Das war es auch mit den Neuigkeiten bei Trumps erster Pressekonferenz zur Corona-Pandemie seit Ende April. Der Präsident hatte seine täglichen, bisweilen mehr als zweistündigen Auftritte abrupt abgebrochen, nachdem sein Räsonieren über die heilsame Wirkung von gesundheitsgefährdenden Desinfektionsmitteln überwiegend mehr Negativschlagzeilen provoziert hatte.

 

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Umso engagierter widmet er sich seinen Wahlkampfthemen – dem angeblichen Wiederaufstieg der Wirtschaft und seinem Feldzug für „Law and Order“. Doch das tückische Virus, das in den USA schon fast vier Millionen Menschen angesteckt und mehr als 140000 um ihr Leben gebracht hat, geht nicht weg. Im Gegenteil: Mit täglich rund 70000 Neuinfektionen breitet sich die Pandemie wie ein Flächenbrand im Süden und Westen aus.

Seine Berater mahnten US-Präsident Trump zu mehr Ernsthaftigkeit

Die Berater hatten dem Präsidenten daher geraten, das Thema öffentlich wieder anzusprechen, um den Absturz seiner Umfragewerte zu stoppen. Und sie hatten ihm ein paar Dinge ins Manuskript geschrieben, die eine neue Ernsthaftigkeit belegen sollten. Tatsächlich las der Präsident vom Teleprompter vor, dass Masken sinnvoll seien. Er räumte ein, dass die Pandemie „wahrscheinlich leider erst schlimmer“ werde, bevor es besser werde. Und er verzichtete auf Verbalattacken auf Demokraten und Journalisten. Ansonsten kritisierte er Peking für die unzureichende Eindämmung des „China-Virus“, lobte seine eigene Regierung und behauptete, dass die USA „auf sehr gutem Weg“ seien, dass „sehr bald“ eine Impfung zur Verfügung stehe und die Wirtschaft einem „Rekordjahr“ entgegen stürme.

Wie sich Top-Virologe Fauci im Fernsehen "bedankte"

Dass Trump die angepriesene Maske nur in der Jackentasche trug, blieb nicht der einzige Widerspruch der 35-minütigen Veranstaltung. Weder Deborah Birx, Leiterin der Corona-Taskforce im Weißen Hauses, noch Top-Epidemiologe Anthony Fauci durften teilnehmen. Letzteren hatte Trump als „Alarmisten“ bezeichnet. Der Wissenschaftler „bedankte“ sich mit einem Interview kurz vor Trumps Auftritt, in dem er darauf hinwies, dass eine Eindämmung der Pandemie immer schwieriger werde, weil Getestete sechs bis zehn Tage auf ihr Ergebnis warten müssten.

 

Gleichwohl brüstete sich Trump erneut, dass die USA „mehr Tests als irgendjemand anderes in der Welt“ durchführten und überhaupt die niedrigsten Sterberaten hätten –was von den auf die Bevölkerungsgröße bezogenen offiziellen Statistiken der Johns Hopkins Universität widerlegt wird. Bemerkenswert war auch die Reaktion auf die Frage, wie oft er selbst getestet werde. „Mehrmals am Tag“ hatte seine Sprecherin Kayleigh McEnany wenige Stunden zuvor gesagt. „Alle paar Tage“, antwortete Trump nun. Mit den Details nimmt man es im Weißen Haus offenbar nicht so genau.

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