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Beefeater

23.07.2020

Warum die Wächter des Tower of London um ihre Jobs bangen

Wegen der Corona-Krise müssen nun auch die Yeoman Warders um ihren Job fürchten.
Bild: Stefan Rousseau, Press Association/dpa

Die Corona-Krise setzt auch der Leibwache der Queen zu. Jetzt drohen den legendären Wächtern des Tower in London sogar Kündigungen.

Es gehört zu den Privilegien der legendären Beefeaters im Tower of London, dass sie sich im Allgemeinen keine Sorgen um ihren Job machen müssen. Das war schon seit ihrer Einsetzung unter König Heinrich VII. im Jahr 1485 so. Und es schien auch mehr als 500 Jahre später unter Königin Elizabeth II. gesetzt. Wandelnde Symbole britischer Geschichte feuert man nicht einfach wie einen faulen Mitarbeiter. Nun aber ist Corona. Und der Tower in größerer Bedrängnis als zu Zeiten von angriffslustigen Feindestruppen aus aller Welt.

Weil die Festung im Herzen Londons fast vier Monate lang lockdownbedingt schließen musste, drohen den Yeoman Warders betriebsbedingte Kündigungen. „Uns bricht es das Herz“, sagte John Barnes, Geschäftsführer der gemeinnützigen Organisation Historic Royal Palaces, die den Tower verwaltet. Die Einnahmen aber speisten sich zu 80 Prozent aus Ticketverkäufen, weshalb man die Lohnkosten senken müsse, um langfristig zu überleben.

Die Yeoman Warders sind ein wandelndes Symbol britischer Geschichte

Seit kurzem dürfen zwar wieder 1000 Besucher pro Tag auf das Gelände. Doch gewöhnlich besichtigen täglich 12.000 Menschen den Tower, dessen Bau von Wilhelm dem Eroberer im Jahr 1078 in Auftrag gegeben wurde und der lange als Gefängnis diente.

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Irgendwo verortet zwischen Tradition und Folklore gelten die Yeoman Warders, die zeremonielle Leibwache der Queen, einerseits als wandelndes Symbol britischer Geschichte. Andererseits dienen sie vor allem als Führer, Staffage und Fotomotiv. Sie bewachen die fast tausend Jahre alte Festung und alles, was innerhalb ihrer dicken Mauern liegt. Gleichwohl, so betonen die Yeoman Warders gern, schützen sie auch die Würde des Palasts, dieses „gelebten Museums“ – hoffentlich auch noch weit über die Corona-Zeit hinaus.

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