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Beste Reportagen 2020
26.01.2020

Warum diese Auschwitz-Überlebende das Wort "Befreiung" nicht mag

Anna Szalasna mit den beiden jungen deutschen Helferinnen Ruth Dahlhoff (links) und Juliane Smykalla.
Foto: Ulrich Krökel

Plus Die Polin Anna Szalasna hat den Terror deutscher Täter durchlitten. Heute ist sie 93 und vergöttert ihre zwei jungen Helferinnen. Sie kommen aus Deutschland.

Moment, Moment. Erst einmal muss Luft herein. Bevor sich Anna Szalasna ihrem Besuch zuwendet, angelt sie mit ihrem Stock nach dem Erkerfenster, das in zwei Meter Höhe kaum zu erreichen ist. Jedenfalls nicht aus dem Rollstuhl, in dem sie sitzt. Sie ist jetzt 93 Jahre alt. Seit 80 Jahren fehlt das linke Bein.

Aber so ein Stock kann ja manchmal Wunder vollbringen. Er lockt sogar frische Winterluft in die enge kleine Wohnung am Rande der Warschauer Altstadt, in der Pani Anna, wie sie gern genannt werden möchte, seit Jahrzehnten lebt. Wenn Frau Anna keinen Besuch empfängt, ist sie dort allein mit ihren Büchern, den Briefbögen und dem Festnetztelefon. Und mit ihren Erinnerungen. An den Krieg. An Auschwitz. Aber auch an ein Leben davor und danach.

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