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Pekings Einkaufstour

03.09.2018

Wie China in Afrika investiert

Der chinesische Präsident Xi Jinping hat Pekings Afrika-Offensive zur Chefsache erklärt.
Bild: Madoka Ikegami, afp

Peking investiert im ganz großen Stil. Menschenrechte spielen dabei keine Rolle. Es geht um Investitionen und politischen Einfluss.

China bemüht sich mehr denn je um Einfluss in Afrika. In der Auftaktrede für einen großen Afrika-Gipfel hat Präsident Xi Jinping mehrere teure Initiativen angekündigt, die in Afrika Wachstum und Arbeitsplätze bringen sollen – stolze 60 Milliarden Euro sollen investiert werden. „Die Geldmittel sollen da eingesetzt werden, wo sie am meisten bewirken“, sagte Xi am Montag in Peking. Den ärmsten Ländern stellte er einen Schuldenerlass in Aussicht. Rückständige Infrastruktur und andere Entwicklungshemmnisse könnten der Vergangenheit angehören, wenn der Kontinent in Chinas Seidenstraßen-Initiative eingebunden werde.

Die eigentliche Arbeit lag jedoch mit Beginn des Gipfels hinter Xi und seinen Diplomaten: Sie haben den Kontinent in den vergangenen Monaten bereist, um gegenseitige Vereinbarungen und eine aussagekräftige Abschlusserklärung vorzubereiten. Xi selbst hat im Juli vier Länder besucht, darunter Senegal und Südafrika. Der drittmächtigste Politiker der Kommunistischen Partei, Li Zhanshu, und Außenminister Wang Yi hatten je drei afrikanische Staaten abgearbeitet. Eine diplomatische Fleißarbeit, bei der Xi und seine Leute den afrikanischen Regierungschefs immer wieder der Wertschätzung des großen China versicherten. Vor allem aber sagten sie hohe Investitionen im Rahmen der Seidenstraßen-Initiative zu.

Im Gegenzug unterstützen die Afrikaner China politisch

China ist unter dem Strich bereits der größte Handelspartner der afrikanischen Länder. Sie sind bereit, den Wohltäter aus Asien dafür politisch zu unterstützen und erklären das auch immer offener. Im Mai hat Burkina Faso die Volksrepublik als das offizielle China anerkannt, nachdem es bisher zur Republik China auf Taiwan gehalten hat. Nur noch das kleine Königreich Eswatini, auch bekannt als Swasiland, unterhält als letztes afrikanisches Land noch diplomatische Beziehungen zu Taiwan. Das chinesische Außenministerium hat jedoch kürzlich etwas ominös mitgeteilt, daran könne sich demnächst etwas ändern.

Wie China in Afrika investiert

Das Verhältnis zu Afrika steht unter dem Leitsatz einer „pragmatischen Zusammenarbeit“. Das bedeutet: China mischt sich nicht in „innere Angelegenheiten“ wie die Regierungsform oder die Menschenrechtslage ein und konzentriert sich auf die Investitionen.

Die Projekte können nicht groß genug sein

China kann in Afrika seine Freude am Bau von Häfen, Flughäfen, Eisenbahnstrecken, Autobahnen, Bergwerken oder Handynetzen voll ausleben. Nachdem das eigene Land bereits eine gut ausgebaute Infrastruktur besitzt, gehen seine Baufirmen nun im staatlichen Auftrag in Entwicklungsländer. Chinesische Ingenieure haben kürzlich die erste elektrifizierte internationale Eisenbahnverbindung Afrikas fertiggestellt. Die Gleise verbinden die äthiopische Stadt Addis Abeba mit Dschibuti. Der Bau hat sechs Jahre gedauert und vier Milliarden Dollar gekostet – finanziert mit chinesischen Krediten.

Nicht zufällig hat die Regierung von Dschibuti den Chinesen vor zwei Jahren zugesagt, eine Militärbasis auf dem eigenen Territorium am Horn von Afrika errichten zu dürfen. Skandalös ist das nicht: Eine westliche Allianz inklusive Deutschland betreibt dort bereits eine Basis. Es geht um den Schutz von Handelsrouten, und die sind auch für China enorm wichtig.

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