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Wie wir auf rechten Terror antworten müssen

Wie wir auf rechten Terror antworten müssen
Kommentar Von Michael Pohl
20.02.2020

Viel wird nach den Attentaten wie in Hanau über die geltungssüchtigen Mörder gesprochen. Viel wichtiger sind die Opfer und die Konsequenzen für die Gesellschaft.

Der Attentäter von Hanau war offensichtlich psychisch krank, aber genau so ein glasklarer Rassist, Anhänger rechtsextremer Verschwörungstheorien und eindeutig ein Terrorist. Aber wir sollten nach solchen Taten weniger über die Täter reden – besonders wenn sie im Internet narzisstisch in Szene setzen wollen. Viel wichtiger ist es über die Opfer zu reden.

Unter den Ermordeten sind beispielsweise viele Kurden. Vermutlich hatten sie und ihre trauernden Angehörigen in Deutschland auf ein besonders sicheres Leben gehofft, nachdem ihre Volksgruppe in ihrer Heimat oft im Mittelpunkt gewalttätiger Auseinandersetzungen steht – zuletzt auch im Kampf gegen den IS-Terror.

Der rechte Terror zielt auf alle Einwanderer und Minderheiten

Der rechtsextreme Terror in Deutschland – seien es die NSU-Serienmörder, der Attentäter von Halle oder die jüngstausgehobene Terrorzelle – zielt auf alle Einwanderer und ihre deutschen Nachfolgegenerationen. Ebenso auf ganze Religionsgruppen wie Muslime und Juden. Er zielt auf unsere gesamte moderne Gesellschaft. Aber eben auch direkt auf Minderheiten.

Wie wir auf rechten Terror antworten müssen

Doch schon nach dem NSU-Terror wurde viel zu wenig über die Folgen etwa für die oft tief verunsicherte türkische Gemeinde gesprochen. Wer kennt mehr als einen Namen der Mordopfer? Die Gleichgültigkeit verunsichert auch andere Zuwanderergruppen, die fest zu Deutschland gehören.

Die Terrorzelle unter dem Anführer aus Mickhausen, soll über Massaker an in Moscheen betenden Muslimen angedacht haben. Der Attentäter von Halle war nur eine Holztüre davon entfernt, schutzlos in einer Synagoge betende jüdische Bundesbürger zu ermorden.

Das entscheidende Gegenmittel ist gesellschaftlicher Zusammenhalt

So wichtig es ist, über Ursachen und Motive von Terroristen zu sprechen. Noch wichtiger ist: Jeder in Deutschland sollte sich in die durch Terrorismus immer wieder ausgelösten Ängste und Sorgen all der betroffen Menschen hineinversetzen. Denn die Antwort auf rechtsextremen wie auch auf islamistischen Terror kann nur lauten: Die Gesellschaft muss enger zusammenhalten und zusammenrücken. Dazu gehört eine breite gegenseitige Solidarität mit allen, auf die der Terror zielt. Und dies ist das genaue Gegenteil, was Fanatiker und ihre geistigen Vordenker erreichen wollen.

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Die Diskussion ist geschlossen.

21.02.2020

Dieser Mensch wurde in unserer Gesellschaft sozialisiert, radikalisiert.

Die mutmaßliche psychische Schieflage verstärkte maximal, ist aber nicht die Ursache für seinen Hass, seinen Rassismus!
Die Ursache liegt an den menschenverachtenden Strömungen in unserer Gesellschaft.
Die Ursache liegt in Parteien, Gruppierungen, Menschen im Allgemeinen, die menschenverachtende Worte nutzen, ausgrenzen, vereinfachen, in Schubladen oder Blöcken denken.
Deren krude Ideologie über den allgemeinen, unveräußerbaren Menschenrechten stehen.

Ja, auch auf diesen Meinungsseiten hört man viel davon, kann man zwischen den Zeilen viel herauslesen!!

Das ist nicht naturgegeben. Wir sind es, die solche Menschen hervorbringen!

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21.02.2020

Der Massenmörder von Hanau sollte politisch nicht missbraucht werden. Es muss die Frage geklärt werden warum der Psychopath nicht frühzeitig entdeckt und behandelt wurde.
Volles Mitgefühl für die Opfer und den Angehörigen.

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21.02.2020

Wenn der Täter Migrationshintergrund hat dann ist es Terror. Dann ist Frau Merkel
Schuld. Selbst beim Fall in Augsburg am Kö wurde auf 2015 Bezug genommen. Obwohl kein Flüchtling beteiligt war. Wenn ein Deutscher Menschen mit Migrationshintergrund tötet dann ist das nur ein Irrer. Dann darf das politisch nicht diskutiert werden. Das die AfD Schlagwörter wie Bevölkerungsaustausch, Messermigration u.s.w. verbreitet hat natürlich keine Rolle gespielt. Was sie hier machen ist das relativieren und verharmlosen, ja das Abstreiten von rechten Terror.
Die Toten hat eindeutig politisch die AfD zu verantworten. Wer dauernd hetzt und suggeriert wird Deutschen sollen durch Südländer ersetzt werden stiftet, fordert solche "Irre" zu Gewalt und Mord auf.

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21.02.2020

Schauen sie sich mal Gaulands Kyffhäuser Rede an. Und vergleichen sie das mit den bisher bekannten Erkenntnissen vom Bekennerschreiben. Auch Irre haben Ohren und hören solche Verschwörungstherorien zum Bevölkerungsaustausch.

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21.02.2020

Harald V. >> Wer dauernd hetzt und suggeriert wird Deutschen sollen durch Südländer ersetzt werden stiftet, fordert solche "Irre" zu Gewalt und Mord auf. <<

Freundlich unterstützt von Linksextremisten mit "Deutschland verrecke" und "we love Volkstod". Und wenn sich dann noch einer aus einer Höhle in der Tagesschau meldet und irgendwelche Drohungen Richtung Europa brabbelt, sind sich ja alle einig.

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21.02.2020

@ PETER P.

"Freundlich unterstützt von Linksextremisten mit "Deutschland verrecke" und "we love Volkstod".

Falls Sie Ihre Verharmlosungen, Relativierungen und Ablenkungsversuche (Waffenbesitzkarte . . .) noch etwas lustiger gestalten wollen, sollten Sie nicht vergessen, auch auf die Connewitzer Mülltonnen-Brände zu verweisen . . .

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21.02.2020

Im Gegensatz zu Ihnen Herr Kr. stelle ich halt wie viele vernünftige Menschen eine Glock 17 in Privathand in Frage.

Und wenn auch die Mitverantwortung nicht an den Umfang der Afd heranreicht, sind die von mir genannten Sprüche nicht wirklich klug wenn wir es mit psychisch anfälligen Tätern wie im aktuellen Fall zu tun haben.

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21.02.2020

@ PETER P.

Im Gegensatz zu Ihnen, Herr PETER P. kann ich eine Glock 17, in welchen Händen die auch immer ist,
nicht in Frage stellen - weil ich trotz einiger Jahre Dienst an der Waffe für Volk und Vaterland erstens das Gelumpe nicht kenne und es mir zweitens am A . . . vorbeigeht.

Damit muss leider die entscheidende Frage, wer von uns beiden der Vernünftigere ist, zunächst einmal offen bleiben.

Wieso schreiben Sie eigentlich von "Tätern"? Die bestens informierten einschlägigen AfD-Publikationen verweisen aus naheliegenden Gründen immer nur auf einen bedauernswerten kranken, völlig verwirrten "Einzeltäter", dem jedes Gericht die Schuldfähigkeit absprechen würde.

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20.02.2020

>> Das entscheidende Gegenmittel ist gesellschaftlicher Zusammenhalt <<

Gegen Einzeltäter?

>> Wie wir auf rechten Terror antworten müssen <<

Will man die Wahl der Mittel wirklich nach der Motivation der Terroristen differenzieren?

Da fällt manchen eine Äußerung in der Vergangenheit auf die Füße:

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/wuerzburg-wann-ist-ein-terrorist-ein-terrorist-a-1103695.html

>> Wieder hat ein Einzeltäter mehrere Menschen schwer verletzt - dieses Mal in Würzburg. Wieder gibt es diffuse Verbindungen zum IS. Die Grenzen zwischen Amoklauf und terroristischem Anschlag verschwimmen.
...
Täter wie der 17-jährige Afghane sind kaum zu stoppen.<<

Damals sagte uns der Spiegel, dass so ein Einzeltäter kaum zu stoppen ist - und beim rechten Einzeltäter soll es anders sein?

Wenn man will braucht es breite gesellschaftliche Mehrheiten für den Überwachungsumfang durch Inlandsgeheimdienste, Vorratsdatenspeicherung, Waffengesetze, Datenaustausch aller Behörden - das läuft bislang im politischen Alltag alles unter dem kleinsten gemeinsamen Nenner.

Ich denke es wird sich wieder nicht viel ändern.

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20.02.2020

Dem von Ihnen vorgeschlagene Überwachumgsumfang stimme ich insoweit zu, wenn eine strickte unabhängige Kontrolle durch Gericht und / oder Parlament unterliegt. Ansonsten kann diese schnell missbraucht werden.

Auch müssen die Verantwortlichen von Kanälen Seiten in sozialen Medien zur Verantwortung gezogen werden, die hetzen. Ebenso in Gebetsräumen.
Hier wird in erster Linie radikalisiert.

Gesellschaftlich würde ich mir bei solchen Taten eindeutige gemeinsame Zeichen und Aktionen von allen Gruppen, die friedlich zusammenleben wollen, wünschen. Egal wem (Deutschen, Migranten, Christen, Moslems,
Juden) der Anschlag galt. Damit solche Einzeltäter sich nicht als Werkzeug der heimlichen Mehrheit ihrer "Gruppe" fühlen.

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