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Wir müssen auch in Deutschland über Rassismus diskutieren

Wir müssen auch in Deutschland über Rassismus diskutieren
Kommentar Von Sarah Schierack
07.06.2020

In vielen deutschen Städten demonstrieren meist junge Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt. Das zeigt: In Deutschland ist eine Debatte überfällig.

Zwei Wochen ist es her, dass der Afroamerikaner George Floyd in Minneapolis Opfer von Polizeigewalt wurde. Zwei Wochen, in denen sich hierzulande viel um die USA drehte – aber nur wenig um unser eigenes Land. Mit Entsetzen schauten viele Deutsche auf den Rassismus in den Vereinigten Staaten, auf die verstörende Teilnahmslosigkeit Donald Trumps. Nur: Wenn es um Deutschland ging, blieb der Blick ähnlich teilnahmslos wie der des US-Präsidenten. Dabei ist eine Debatte über Alltagsrassismus in der Bundesrepublik überfällig.

Rund 3000 Augsburger haben am Samstag des getöteten Afroamerikaners George Floyd gedacht und vor der Erhard-Wunderlich-Sporthalle gegen Rassismus demonstriert.
44 Bilder
3000 Augsburger gedenken George Floyd bei "Silent Protest"
Bild: Peter Fastl/Bernd Hohlen

Bisher konnte man nur im Internet spüren, dass der Tod Floyds auch in Deutschland etwas angestoßen hat, auf Twitter etwa oder Instagram. Seit Tagen sprechen Schwarze im Netz über kleine und große Erniedrigungen, die sie im Alltag erleben. Über Absagen bei der Wohnungssuche, Benachteiligung im Job, Pöbeleien oder sogar Gewalt auf der Straße. Zehntausende, vor allem junge Menschen, solidarisieren sich im Netz mit ihnen.

Durch die Demonstrationen ist die neue Bewegung nun auch für alle sichtbar geworden, die sich nicht in den sozialen Medien bewegen. Sie sollte ernst genommen werden. Teilnahmslosigkeit ist keine Option.

Lesen Sie dazu auch: Protest gegen Rassismus: Auch Augsburger erleben Anfeindungen im Alltag

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Texts wurde das Wort "farbig" statt schwarz verwendet. Da der Begriff in der Vergangenheit häufig in Zusammenhang mit Rassentheorien und Rassentrennung verwendet wurde, haben wir uns entschlossen, den oben stehenden Satz zu ändern.

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Die Diskussion ist geschlossen.

08.06.2020

Und im Übrigen sind auch Demonstrationen im Bezug auf Gewalt gegen Polizeibeamte in Deutschland längst überfällig. Wenn z.B. in Hamburg und Berlin Steine und Sonstiges in Richtung Polizei fliegen, scheint das stets verniedlicht "zivilier Ungehorsam" zu sein.

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07.06.2020

Mit dieser latenten Unterstellung des Knies auf dem Hals tun sich die Demonstranten in Deutschland keinen Gefallen.

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08.06.2020

".... latenten Unterstellung des Knies auf dem Hals ....."

Wie nicht übersehbar ist, muss auch in Deutschland über Rassismus diskutiert werden.

Im Übrigen sind die Demonstrationen in Bezug auf Polizeigewalt in Deutschland längst überfällig. Letztlich war das Knie auf dem Hals bis zum Tod von George Floyd nur der durchaus berechtigte Auslöser.

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