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US-Einwanderungspolitik

01.07.2018

Zehntausende demonstrieren gegen Trumps Migrationspolitik

Menschen protestieren in Carlsbad, Kalifornien, mit Schildern gegen die US-Einwanderungspolitik. Foto: Howard Lipin / San Diego Union-Tribune
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Menschen protestieren in Carlsbad, Kalifornien, mit Schildern gegen die US-Einwanderungspolitik.
Bild: Howard Lipin / San Diego Union-Tribune (dpa)

Die "Null-Toleranz-Politik" von Donald Trump gegenüber Migranten stößt an ihre Grenzen. Gerichte sehen die Lage anders als der Präsident. Vielen Amerikanern liegt besonders ein Thema schwer auf dem Herzen.

Zehntausende Menschen sind am Samstag in Dutzenden US-Städten auf die Straße gegangen, um gegen Donald Trumps Einwanderungspolitik zu demonstrieren.

Die Demonstranten, darunter zahlreiche Politiker der oppositionellen Demokraten, wandten sich unter dem Motto "Families belong together" ("Familien gehören zusammen") vor allem gegen das Trennen von Flüchtlingsfamilien. Die Maßnahme ist Teil der "Null-Toleranz-Poltik" Trumps, mit der die US-Behörden illegale Einwanderer an der Südgrenze zu Mexiko zurückhalten wollen.

Trump hatte die Praxis zwar vorübergehend beendet - jedoch nur, um Eltern und Kinder gemeinsam einzusperren. Ein neues Migrationsgesetz scheiterte bislang an Widerständen im Parlament. Insgesamt wurden in den vergangenen Wochen mehr als 2500 Minderjährige von ihren Familien getrennt. Die teils vor Gericht erzwungene Wiedervereinigung von Eltern und Kindern verläuft schleppend.

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Die Demonstrationen starteten am Samstag an der US-Ostküste, später kamen Märsche auch in den großen Städten an der Westküste hinzu, etwa in Los Angeles. In der Hauptstadt Washington gingen rund 50.000 Menschen auf die Straße. Auch in Boston gab es eine Großkundgebung, auf der unter anderem die demokratische Senatorin Elizabeth Warren sprach.

Sie forderte wie viele Demonstranten eine Abschaffung der Polizeibehörde Immigration and Customs Enforcement (ICE). Beamte dieser Behörde waren immer wieder durch als überhart empfundenes Durchgreifen gegen Migranten aufgefallen. In Atlanta rief die Menge: "No Baby Jails" ("Kein Säuglingsknast").

Einige hielten Kinderpuppen in Vogelkäfigen hoch. Vor dem Weißen Haus in Washington ließen die Demonstranten Geräusche weinender Kinder aus Lautsprechern ertönen. Auch vor dem Wochenenddomizil von US-Präsident Trump in Bedminster (New Jersey) hatten sich Demonstranten eingefunden.

In der Hauptstadt solidarisierten sich auch Prominente mit den Demonstranten, darunter die Sängerin Alicia Keys, die ihren sieben Jahre alten Sohn mitgebracht hatte. "Ich könnte mir nicht vorstellen, ihn nicht mehr finden zu können", sagte sie unter dem Applaus der Menge. In der Nähe des Weißen Hauses hatte sich eine kleine Gruppe Gegendemonstranten eingefunden, die die Ausländerpolitik des Weißen Hauses gutheißen. Die Demonstrationen fanden wenige Tage vor dem Unabhängigkeitstag der USA am 4. Juli statt. (dpa)

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