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Zug statt Flieger
23.07.2019

Grüne wollen Inlandsflüge bis 2035 überflüssig machen

Die Grünen-Bundestagsfraktion will den Netzausbau der Bahn beschleunigen - und so Inlandsflüge obsolet machen.
Foto: Daniel Reinhardt, dpa

Mit maximalen Fahrzeiten von vier Stunden wollen die Grünen Reisende auf die Schiene locken - so sehr, dass sich Inlandsflüge in 15 Jahren nicht mehr lohnen.

In Bezug auf Schnelligkeit und Zuverlässigkeit misstrauen viele Deutsche der Bahn - in den Klimaschutzplänen der Grünen spielt sie allerdings eine wichtige Rolle. Wie es in einem Autorenpapier der Grünen-Bundestagsfraktion, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt, heißt, will die Partei das Bahnfahren in den kommenden 15 Jahren so attraktiv machen, dass sich Inlandsflüge nicht mehr lohnen. Ziel sei es, inländische Flugverbindungen bis 2035 weitgehend obsolet zu machen.

Grüne fordern drei Milliarden Euro jährlich für den Netzausbau

Die Bahn soll demnach jährlich drei Milliarden Euro bekommen, um das Schienennetz auszubauen und schneller zu machen. Ziel müsse sein, die Fahrzeit zwischen möglichst vielen Orten im Inland und ins benachbarte Ausland auf "maximal vier Stunden" zu senken. Konkret nennen die Autoren die Verbindungen zwischen Köln und Düsseldorf nach Berlin, Hamburg oder in Richtung München sowie die Strecke Frankfurt/Berlin.

In dem Papier wird zudem eine "schrittweise Einführung der Kerosinsteuer für Inlandsflüge" vorgeschlagen. Diese müsse schrittweise an den Steuersatz für Benzin angeglichen werden, aktuell 65 Cent je Liter. 

Grüne: "Bahn chronisch unterfinanziert"

Bei der Bahn solle dagegen die Mehrwertsteuer von 19 auf sieben Prozent sinken. "Es kann nicht sein, dass das Flugzeug als klimaschädlichster Verkehrsträger noch immer mit Milliardenbeträgen subventioniert wird, während die umweltfreundliche Bahn chronisch unterfinanziert ist", sagte Daniela Wagner, eine der Autorinnen des Papiers, der Süddeutschen Zeitung .  

2018 flogen laut Statistischem Bundesamt 23,5 Millionen Passagiere im Inland. 2017 waren es 23,7 Millionen, das macht ein Minus von 0,8 Prozent. (dpa)

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