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Taifun Haiyan

11.11.2013

Zweites Hilfsteam aus Kaufbeuren fliegt auf die Philippinen

Nach dem verheerenden Taifun auf den Philippinen schickt die Allgäuer Hilfsorganisation Humedica aus Kaufbeuren ein weiteres Hilfsteam in die Krisenregion Tacloban.
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Nach dem verheerenden Taifun auf den Philippinen schickt die Allgäuer Hilfsorganisation Humedica aus Kaufbeuren ein weiteres Hilfsteam in die Krisenregion Tacloban.
Bild: Dennis M. Sabangan, dpa

Nach dem Taifun Haiyan wächst auf den Philippinen die Verzweiflung. Regierungen weltweit haben Unterstützung angekündigt. Vor Ort sind schon Helfer aus Kaufbeuren.

Der Taifun "Haiyan" hat die Philippinen ins Chaos gestürzt. Regierungen und Organisationen weltweit sagten ihre Hilfe zu, während die Retter vor Ort am Montag weiter versuchen, zu den Überlebenden vorzudringen. Nach Schätzungen der Behörden wurden mehr als 10.000 Menschen durch den Wirbelsturm getötet. Insgesamt seien auf den Philippinen 4,5 Millionen Menschen betroffen, eine halbe Millionen habe ihr Obdach verloren, schätzt das Ernährungsprogramm der Vereinten Nationen.

Sollten sich die hohen Opferzahlen durch "Haiyan" bestätigen, wäre dies die schlimmste Naturkatastrophe, die es je auf den Philippinen  gab. Nach Einschätzung des UN-Kinderhilfswerks UNICEF könnten bis zu vier Millionen Kinder von den Auswirkungen des Wirbelsturms betroffen sein. "Es ist schwierig, in die am schwersten betroffenen  Regionen zu gelangen", sagte UNICEF-Vertreter Tomoo Hozumi. "Aber  wir arbeiten rund um die Uhr."

Behörden mit den Rettungsmaßnahmen maßlos überfordert

Luftaufnahmen zeigten ganze Landstriche, die verwüstet sind. Vielerorts ist die Kommunikation mit der Außenwelt unterbrochen, weil Strom- und Telefonleitungen zerstört wurden. Der UN-Mitarbeiter Sebastian Rhodes Stampa sagte nach einem Besuch in Tacloban, er fühle sich an die Tsunami-Katastrophe vom Dezember 2004 erinnert.

Zweites Hilfsteam aus Kaufbeuren fliegt auf die Philippinen

Die Behörden sind mit den Rettungsmaßnahmen hoffnungslos überfordert. Unzählige Menschen sind in zum Teil abgelegenen Gebieten zu versorgen, zu denen der Kontakt abgebrochen ist. Der Kampf gegen Hunger und Verzweiflung ist in der Küstenstadt längst in Gewalt umgeschlagen. Es gibt kaum Lebensmittel und Trinkwasser. Besonders chaotisch ist die Lage in Tacloban, der Hauptstadt der Provinz Leyte Augenzeugen zufolge gibt es zunehmend Gewalt und Plünderungen. Sogar ein Hilfstransport des Roten Kreuzes wurde vor der Stadt abgefangen und ausgeraubt.

Nur wenige Sicherheitskräfte sind in der Stadt präsent. Nach dem Taifun waren nur 20 der 390 Polizisten zur Arbeit erschienen. Präsident Benigno Aquino ordnete die Entsendung von 300 Sicherheitskräften an. "Sie sollen Ruhe und Ordnung zurückbringen", sagte der Staatschef nach einem Besuch in der völlig zerstörten Stadt.

Weltweit wurde Hilfe mobilisiert

Angesichts des verheerenden Ausmaßes der Katastrophe wird nun weltweit Hilfe mobilisiert. Die Bundesregierung sagte 500.000 Euro Soforthilfe zu, die EU-Kommission drei Millionen Euro. Australien und Großbritannien kündigten an, jeweils mehr als sieben Millionen  Euro bereitzustellen.

Die USA schickten Soldaten sowie Flugzeuge und Hubschrauber in die Krisenregion. US-Präsident Barack Obama äußerte sich bestürzt über die Folgen des Taifuns und betonte die Bereitschaft der USA, die philippinische Regierung bei den "Hilfs- und Bergungsmaßnahmen" zu unterstützen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon versprach eine  schnelle Reaktion auf die Katastrophe. Das Welternährungsprogramm  (WFP), die UNICEF sowie die Organisation Ärzte ohne Grenzen schickten insgesamt 300 Tonnen Hilfsgüter und Nahrung in die Krisenregion.

Allgäuer Hilfsorganisation Humedica vor Ort

Die Allgäuer Hilfsorganisation Humedica aus Kaufbeuren schickt ein weiteres Hilfsteam in die Krisenregion Tacloban. Das fünfköpfige Team - drei Ärzte, eine Krankenschwester und ein Rettungsassistent - soll am Montagabend starten und Hilfsgüter mitbringen. Ein erstes Team hatte den Inselstaat bereits am Samstag erreicht. Die ehrenamtlichen Helfer greifen unter anderem auf die Infrastruktur von Hilfsorganisationen vor Ort zurück. "Dadurch können wir schnell und effektiv Hilfe leisten", sagte ein Sprecher von Humedica. AFP/ dpa/ az

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