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Bei Osram fallen in Deutschland mehr als 1000 Stellen weg

Unternehmen

Mehr als 1000 Jobs fallen weg: Was bleibt von Osram in Deutschland übrig?

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    Osram drücken gewaltige Schulden.
    Osram drücken gewaltige Schulden. Foto: Sven Hoppe, dpa (Archivbild)

    Schon die Entstehungsgeschichte des Namens Osram weist auf die heutigen Probleme des krisengeschüttelten Leuchtmittelherstellers hin, der jahrzehntelang zu Deutschlands erfolgreichsten Markenartiklern gehörte: Vor gut 120 Jahren schuf der Chemiker Carl Auer von Welsbach den Markennamen Osram aus den Abkürzungen der Elemente Osmium und Wolfram. Mit beider Hilfe entwickelte der Österreicher einen Metallglühfaden, der die bis dahin üblichen teuren und empfindlichen Kohlefäden ablöste und Glühlampen endgültig zu einem günstigen Massenprodukt werden ließ.

    Vor neun Jahren wurde Endkundengeschäft nach China verkauft

    Doch heute ist nicht nur die stromfressende Glühbirne längst Geschichte, sondern auch andere Produkte, mit denen Osram lange Zeit viel Geld verdiente. Xenonlampen für Autos oder Leuchtstoffröhren etwa werden immer mehr durch billigere LED-Technik mit Leuchtdioden verdrängt.

    Der rasende technische Fortschritt und die Billigkonkurrenz aus Fernost trieben den einst zweitgrößten Leuchtmittelhersteller der Welt seit langem vor sich her. Der Siemens-Konzern, der über Jahrzehnte Alleineigentümer des Münchner Unternehmens war, stieß 2017 seine letzten Anteile ab. Zuvor wurde Osram aufgespalten: Der größere Teil von Osram setzte fortan auf Hightech- und Industrieprodukte. Das klassische Privat- und Firmenkundengeschäft wurde unter dem Namen „Ledvance“ für eine halbe Milliarde Euro an Investoren um einen chinesischen LED-Technik-Riesen verkauft.

    Für den Großteil der deutschen Ledvance-Beschäftigten bedeutete der Deal das Aus: Die Produktion in Augsburg wurde nach der Übernahme geschlossen, das Werk im oberbayerischen Eichstätt wechselte erst den Besitzer, dann gingen 2024 auch dort die Lichter aus, ebenso in der Berliner Fabrik.

    Osram will 200 Millionen Euro im Jahr sparen

    Nun droht auch beim Hightech-Lichtspezialisten Osram Hunderten Beschäftigten ein ähnliches Schicksal. Der im Jahr 2020 vom österreichischen Unternehmen AMS übernommene Konzern will weltweit mehr als zehn Prozent seiner Belegschaft abbauen, wie AMS-Osram-Chef Aldo Kamper bekanntgab. Ein Sanierungsprogramm namens „Simplify“ („Vereinfachen“) soll jährlich 200 Millionen Euro einsparen. Rund 2000 der weltweit 19.000 Stellen sollen abgebaut werden, die eine Hälfte in Europa, die andere in Asien.

    Besonders hart trifft der Jobabbau Standorte in Bayern und Baden-Württemberg: So hatte Osram bereits im Herbst angekündigt, sein Werk in Schwabmünchen im Landkreis Augsburg mit 270 Beschäftigten bis 2027 zu schließen, nachdem ein Verkauf gescheitert war. Ebenso soll eine dreistellige Zahl an Stellen am Großstandort Regensburg durch Produktionsverlagerungen nach Asien wegfallen. Betroffen ist auch das baden-württembergische Werk in Herbrechtingen im Landkreis Heidenheim, wo Osram Halogenlampen herstellt, die zunehmend durch LED-Scheinwerfer verdrängt werden.

    Trotz Milliardenumsätzen drücken Osram gewaltige Schulden

    Osram hat im vergangenen Jahr zwar über 3,3 Milliarden Euro Umsatz gemacht und schreibt operativ schwarze Zahlen. Doch seit der Übernahme durch den kleineren Partner AMS drücken den Konzern Schulden in Milliardenhöhe mit gewaltigen Zinsbelastungen.

    Nun hat der Konzern das hauptsächlich in Österreich angesiedelte alte Geschäft von AMS mit Sensoren an den Chipkonzern Infineon für 570 Millionen Euro verkauft. „Wir kommen bei der Entschuldung voran und stärken gleichzeitig unser Profil“, sagte Konzernchef Kamper dem Handelsblatt.

    Die jährliche Zinsbelastung soll damit auf 150 Millionen Euro sinken. „Das verschafft uns mehr finanziellen und strategischen Spielraum, um unser Portfolio konsequent auf Zukunftstechnologien auszurichten.“ Als Beispiel nannte er Brillen mit eingebauten Computer-Displays.

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