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Bundespresseamt
09.12.2021

Der neue Regierungssprecher: Auf Steffen folgt Steffen

Bundeskanzler Olaf Scholz SPD (rechts) steht neben dem neuen Regierungssprecher Steffen Hebestreit bei der Amtsübergabe von Steffen Seibert an Hebestreit im Bundespresseamt.
Foto: Steffi Loos, dpa

Steffen Hebestreit übernimmt von Steffen Seibert nicht nur den Job des Regierungssprechers. Er leitet ab sofort auch eine Behörde mit 550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Während für seinen Vorgänger die Berufung zum Regierungssprecher ziemlich plötzlich kam, hatte der neue Amtsinhaber mehr Zeit, sich gedanklich auf den Job einzustellen: Steffen Hebestreit war seit 2018 Sprecher des Bundesfinanzministers Olaf Scholz (SPD), und nachdem dessen Chancen auf die Kanzlerschaft immer besser wurden, näherte sich auch Hebestreit dem Posten des Regierungssprechers an. Der 49-Jährige hätte sich einen ruhigeren Job aussuchen können, das Medienreferat im Kanzleramt etwa, das unter Angela Merkel von Eva Christiansen geleitet wurde. Hebestreit, verheiratet und Vater von zwei Kindern, hätte da einigermaßen geregelte Arbeitszeiten gehabt. Er wählte stattdessen die Ochsentour.

Der Posten des Regierungssprechers ist so eng wie nur wenige andere Regierungsämter mit dem Alltag des Kanzlers verbunden. Wenn Olaf Scholz auf Reisen geht, ist sein Sprecher immer dabei. Und nicht nur da. Zudem ist er Chef des Presse- und Informationsamtes mit rund 550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Aus den Reihen des Bundespresseamtes wird berichtet, dass Hebestreits Vorgänger Steffen Seibert oft genug die Amtsflure nahe des Bahnhofs Friedrichstraße gerade betreten hatte, um auf dem Absatz kehrtzumachen, weil ihn ein Anruf ins Kanzleramt zurückbeorderte.

Vorgänger Steffen Seibert kam vom ZDF

Seibert, einst von Merkel vom ZDF zur Regierung geholt, mochte den Job. Der 61-Jährige hat die elf stressigen Jahre an der Seite von Merkel nicht nur äußerlich gut überstanden. Er gehe, sagte Seibert am Donnerstag bei der offiziellen Amtsübergabe, mit gemischten Gefühlen. Da sei auf der einen Seite Wehmut, weil er sich von lieb gewonnenen Menschen verabschiede und von einer Aufgabe, „an der ich mit dem Herzen gehangen habe“. Anderseits sei der derzeitige demokratische Übergang von Alt auf Neu „etwas Wunderschönes“.

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Foto: Michael Kappeler, dpa

Hebestreit ist wie Seibert gelernter Journalist. Nach Gymnasium und Zivildienst studierte der gebürtige Frankfurter zunächst Politikwissenschaften, 2000 machte er ein Volontariat bei der Frankfurter Rundschau. 2006 wechselte er als Hauptstadtkorrespondent der Zeitung nach Berlin, vier Jahre später schrieb er für die Redaktionsgemeinschaft des DuMont-Verlages. Im Januar 2014 wurde er Sprecher der damaligen SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi, im Oktober 2015 übernahm er die Leitung der Hamburger Landesvertretung in Berlin und es verdichtete sich die Zusammenarbeit mit Scholz, der zu der Zeit Erster Bürgermeister der Hansestadt war. Ein Werdegang, den Hebestreits neuer Chef zu schätzen weiß. Wenn man selbst schon mal Journalist gewesen sei, dann helfe das „zu akzeptieren, dass Fragen kritisch sind, dass sie streng sind und dass nachgehakt wird“, sagte der Kanzler bei der Amtsübernahme.

Personalvorschlag der Grünen fehlt noch

Kritischen Fragen wird sich der baumlange Hebestreit mit seinem feinen Zug zur Selbstironie auch bei den Regierungspressekonferenzen stellen. Einst war er selbst Vorstandsmitglied des veranstaltenden Vereins, er weiß, dass kurze Sätze manchmal besser sind als ellenlange Ausführungen. Und so geriet auch seine erste Ansprache trefflich knapp, neben Worten des Dankes mündete sie in die unwiderlegbare Feststellung: „Ich bin jetzt der Neue.“

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Einer von zwei Vize-Regierungssprechern wird auf Vorschlag der FDP der 55-jährige Journalist Wolfgang Büchner. Er war unter anderem Chefredakteur des Spiegel, des Redaktionsnetzwerks Deutschland sowie der Nachrichtenagentur dpa. Die Grünen hatten bis Donnerstagabend noch keinen Personalvorschlag gemacht.

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