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  3. Cannabis-Legalisierung in Deutschland: Ab wann Hanf erlaubt? Noch 2022?

Ampel-Koalition
06:12 Uhr

Cannabis-Legalisierung – wann sie kommt und was geplant ist

Cannabis: Die Ampel-Koalition plant eine "kontrollierte Abgabe an Erwachsene".
Foto: Oliver Berg, dpa (Symbolbild)

Wenn es nach der Ampel geht, soll Cannabis bald legal werden. Ab wann Kiffen erlaubt sein wird und was die kommende Koalition plant.

Es ist ein Thema, das polarisiert und schon lange diskutiert wird: Soll Kiffen in Deutschland erlaubt sein? Für viele ist die Cannabis-Legalisierung längst überfällig, andere warnen vor gesundheitlichen Schäden der Droge. Die Ampel-Regierung hat in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt, eine "kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften" einzuführen.

Die Parteien begründen den Schritt damit, dass so "die Qualität kontrolliert, die Weitergabe verunreinigter Substanzen verhindert und der Jugendschutz gewährleistet" werde, heißt es im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) fügte hinzu: Die geplante Legalisierung würde die Polizei entlasten. Die könne sich dann darauf konzentrieren, gegen den Schwarzmarkt und den Handel mit harten Drogen vorzugehen.

Cannabis-Legalisierung in Deutschland: Ab wann?

Ein Zeitrahmen, ab wann diese Regelung in Kraft treten soll, ist nicht bekannt. Allzu schnell wird die Cannabis-Freigabe aber nicht kommen. Wie bald sich die Regierung der Erlaubnis von Cannabis widmet, muss sich zeigen – in Zeiten der drängenden Pandemiebekämpfung wird die Legalisierung allerdings keine oberste Priorität haben. Hinzu kommt: In Deutschland braucht es im Schnitt rund 175 Tage, bis der komplette Gesetzgebungsprozess durchlaufen ist und ein Gesetz in Kraft tritt.

Wenn das neue Cannabis-Gesetz zum Beispiel Frühjahr 2022 ins Parlament kommt, könnte eventuell im Herbst darauf das Kiffen legal sein.

Wird Cannabis dann dauerhaft legal?

Laut dem Ampel-Koalitionsvertrag soll das geplante Gesetz nach vier Jahren auf "gesellschaftliche Auswirkungen" überprüft und bewertet werden. Außerdem sollen die Regelungen für Marketing und Sponsoring bei Alkohol, Nikotin und Cannabis verschärft werden. Um Missbrauch von Alkohol und Nikotin in Zukunft vorzubeugen, wollen die drei Parteien "auf verstärkte Aufklärung mit besonderem Fokus auf Kinder, Jugendliche und schwangere Frauen" setzen.

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Die Regierung will auch verstärkt Modelle zum "Drug-Checking" in den Blick nehmen. Darunter zählen Anlaufstellen, bei denen etwa Partygänger ihre illegal gekauften Drogen anonym auf Qualität und Reinheit testen lassen, um die Gefahren besser einschätzen zu können.

Özdemir: Landwirte bereiten Hanfanbau vor

Özdemir sagte der Bild am Sonntag: "Viele Bäuerinnen und Bauern stehen in den Startlöchern, um Hanf anzubauen." Der Grünen-Politiker sei sich sicher, dass der Anbau von Hanf starten werde, sobald der Bundestag der Legalisierung zugestimmt habe. Bisher ist der Anbau von Cannabis in Deutschland nur gestattet, wenn die Pflanze für medizinische Zwecke genutzt wird.

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16.12.2021

***Außerdem sollen die Regelungen für Marketing und Sponsoring bei Alkohol, Nikotin und Cannabis verschärft werden.***

Die Legalisierung von Cannabis ist absolut konsequent.
Das Verbot ist komplett gescheitert und hat nur den Schwarzmarkthändlern geholfen. Es hat jeglichen Jugendschutz, die Kontrolle der Qualität und Jugendschutz verhindert.

Interessant aber, was plötzlich sonst alles möglich ist. Ich habe vor etwa einem Jahr die ehemalige Drogenbeauftragte Ludwig angeschrieben, warum es in Deutschland z.B. immer noch Sponsoring und Werbung von Alkoholherstellern bei Fußballspielen gibt.

Antwort: Um das zu ändern, bräuchte es eine Mehrheit, die es im Bundestag dafür nicht gibt.

Die SPD war da wohl nicht verantwortlich, die CDU/CSU haben das bewusst verhindert.
Gut, dass eine derart verlogene und einseitige Drogenpolitik (Cannabis böse, Alkohol Kultur) endlich ein Ende hat.



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