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Chicken-Wings für einen Euro: Bürgermeister wehrt sich gegen Fast-Food-Imbiss

Frankreich

Chicken-Wings für einen Euro: Bürgermeister wehrt sich gegen Fast-Food-Imbiss

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    Chicken-Wings sind bei vielen Menschen sehr beliebt. Ein französischer Bürgermeister ärgert sich darüber.
    Chicken-Wings sind bei vielen Menschen sehr beliebt. Ein französischer Bürgermeister ärgert sich darüber. Foto: IMAGO/Dreamstime

    Wir schreiben das Jahr 2027. Karim Bouamrane, frisch gewählter französischer Präsident, kündigt in einer TV-Ansprache ein Gespräch mit den „Hähnchen-Vertretern“ des Landes an und schafft ein „Ministère du Poulet“, ein „Hähnchen-Ministerium“. In einem Krisen-Zentrum aktiviert er einen roten Knopf, um Helikopter loszuschicken, die das Schild „Master Poulet“ von einer Hausfassade abmontieren. Sie reißen dabei das ganze Gebäude aus und transportieren es über Paris. „Lieber Karim, wir würden dich gerne überzeugen, damit es nicht so weit kommt“, steht im Abspann des kurzen Videos. „Wir laden dich ein, bestes Grillhähnchen bei uns zu probieren.“

    Der Clip, der in den sozialen Medien zirkuliert, ist ein humorvoller Beitrag des Imbiss-Betreibers „Master Poulet“ in einem ansonsten erbitterten Streit mit Bouamrane, dem Bürgermeister von Saint-Ouen im Norden von Paris. Seit der Eröffnung einer Filiale direkt beim Rathaus vor drei Wochen geht er gegen diese vor. Mit der Begründung, notwendige Genehmigungen fehlten, ließ er zunächst Betonblöcke vor den Laden bringen. Als ein Verwaltungsgericht dies für unzulässig erklärte, wurden riesige Blumentöpfe mit – laut Zeugen – stinkender Erde aufgestellt. Daraufhin brachte „Master Poulet“ Plakate an. „Wir sind offen… und werden unsere Preise nicht erhöhen, ob es Karim passt oder nicht“, stand auf einem. „Wie vergibt die Stadt den Platz für Lokale? Master Poulet gegen Korruption“ auf einem anderen. Das Rathaus hat eine Diffamierungsklage eingereicht.

    Bürgermeister will gegen ungesundes Essen kämpfen

    Bouamrane argumentiert, er kämpfe gegen ungesundes Essen und für „qualitativ hochwertige Ernährung“. Anwohner beschwerten sich wegen Lärm- und Geruchsbelästigung bis spät in die Nacht. Er wolle die Lebensqualität in Saint-Ouen verbessern. Ein Teil des Olympischen Dorfs, das 2024 entstand, liegt hier. Wie die Nachbarstädte Saint-Denis und L’Ile-Saint-Denis erhofft sich Saint-Ouen von dem neuen Viertel eine Aufwertung und wirtschaftliche Belebung. Ein Billig-Fastfood-Laden im Zentrum passt nicht zu diesem Ziel.

    Demgegenüber argumentiert „Master Poulet“, man biete keine Frittierwaren oder stark verarbeitete Lebensmittel an, sondern Hähnchenfleisch aus europäischen Ländern wie Polen und Spanien. Nabil B., stellvertretender Geschäftsführer, kritisierte Bouamranes „Cowboy-Methoden“. Weil er die Stadt gentrifizieren wolle, wünsche er sich wohl ein „nobleres“ Lokal an dem zentralen Platz. Dabei laufe ihr Geschäft. Kunden loben den unschlagbaren Preis: Ein Hähnchenflügel kostet einen Euro, das Schälchen Kartoffeln 2,50 Euro. „Wir sind schlecht bezahlt “, sagte ein Arbeiter gegenüber Journalisten. „Hier isst man für sieben Euro für zwei.“

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