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Constantin Schreiber in Augsburg: Nahostkonflikt und das Ende bei der Tagesschau

Augsburger Allgemeine Live

Ex-Tagesschau-Sprecher Constantin Schreiber: „Deutschland interessiert niemanden“

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    War zu Gast bei "Augsburger Allgemeine Live": Constantin Schreiber.
    War zu Gast bei "Augsburger Allgemeine Live": Constantin Schreiber. Foto: Bernhard Weizenegger

    Er saß in Tel Aviv im Bunker, als die Sirenen heulten. Constantin Schreiber, Journalist und Kenner des Nahen Ostens, hat die unmittelbare Bedrohung durch den Krieg in Israel aus nächster Nähe erlebt. Bei unserer Veranstaltungsreihe „Augsburger Allgemeine Live“ im Textil- und Industriemuseum teilt der 45-Jährige seine Eindrücke aus der Krisenregion und wirft einen nüchternen Blick auf die deutsche Außenpolitik.

    Trotz der ständigen Angriffe in den Anfangstagen des Krieges habe er sich in Israel aufgrund der starken Abwehrsysteme nie wirklich unsicher gefühlt. Im Gespräch mit Chefredakteur Peter Müller und Politikchefin Margit Hufnagel berichtet er: „Wenn man jede Nacht fünf bis sechs Mal zu unterschiedlichen Zeiten rausgeschmissen wird aus dem Bett, durch Sirenengeheul irgendwohin rennen muss, tagsüber natürlich auch noch. Also das merkt man nach spätestens fünf, sechs Tagen.“ Die Zivilbevölkerung sei im Ausnahmezustand körperlich und innerlich mürbe.

    Constantin Schreiber schätzt den deutschen Einfluss im Nahostkonflikt gering ein

    Wenn es um diplomatische Lösungen im Nahen Osten geht, fällt der Blick oft auf den Westen. Schreiber dämpft hier jedoch die Erwartungen an die Bundesrepublik drastisch. Auf die Frage, wie sich deutsche Spitzenpolitiker in dem Konflikt positionieren sollten, antwortet er desillusionierend: „Ich glaube ehrlicherweise, weder in Washington noch im Nahen Osten interessiert das wirklich jemanden ernsthaft, was Friedrich Merz sagt, denkt oder tut.“ Das Land nehme sich auf der weltpolitischen Bühne schlicht wichtiger, als es de facto sei. Selbst die historische Bindung zu Israel verblasse allmählich, da die Gesellschaft dort durch Zuwanderung aus anderen Regionen wesentlich diverser geworden sei.

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    Neben der Geopolitik kam auch Schreibers beruflicher Werdegang zur Sprache. Nach sieben Jahren verließ er seinen Posten als Sprecher der Tagesschau. Ein Angebot, die Aufgabe bis zur Rente fortzuführen, schlug er aus. Der Grund lag in der Struktur der Nachrichtensendung. „Da merkt man, es gibt ein Spannungsfeld zwischen der Tätigkeit, die ich mache, die sehr inhaltsleer ist und dem, was ich aber journalistisch eigentlich gerne tun möchte“, erklärt Schreiber. Heute arbeitet er als globaler Reporter für den Springer-Verlag, was ihm den nötigen Freiraum für tiefgründigere und meinungsstärkere Recherchen biete.

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