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Corona-Krise
25.03.2022

Virologin hält gefährlichere Corona-Varianten für „extrem unwahrscheinlich“

Ulrike Protzer, Direktorin des Instituts für Virologie an der TUM und am Helmholtz Zentrum München.
Foto: Sven Hoppe, dpa

Exklusiv Virologin Protzer erklärt, durch Impfungen und Omikron-Infektionen sei das Immunsystem der meisten Menschen vorbereitet - schwere Krankheitsverläufe würden dadurch seltener.

Virologin Ulrike Protzer erwartet nach der massiven Omikron-Welle in Zukunft keine gefährlichere Variante des Coronavirus mehr. „Ich halte es für extrem unwahrscheinlich, dass wir noch gefährlichere Varianten sehen werden“, sagte die Münchner Professorin unserer Redaktion.

Durch die hochansteckende Omikron-Variante und die Impfungen sei das Immunsystem der Menschen nun auf das Virus vorbereitet. „Das heißt nicht, dass wir uns nicht weiter anstecken können, aber sehr viele sehr schwere Krankheitsverläufe werden seltener“, betonte Protzer, die in einem Expertenrat die Bayerische Staatsregierung in der Pandemie beraten hatte.

Protzer: Durch Omikron wird die Immunität der Geimpften geboostert

„Entscheidend ist, dass wir in der Bevölkerung inzwischen eine breite und gute Immunität aufgebaut haben – sowohl durch die Impfung, aber auch aufgrund durchgemachter Infektionen im Laufe der letzten Wellen“, sagte die Virologin.

„Und gerade durch Omikron, das zwar hoch ansteckend ist, aber auch überwiegend nicht so schwere Krankheitsverläufe auslöst, wird die Immunität noch einmal breit geboostert“, erklärte sie.

Theoretisch könnten zwar Varianten wieder zurückkommen und neue entstehen, aber die Bevölkerung sei nun besser vor schweren Covid-Erkrankungen geschützt. „Drei Kontakte mit dem Antigen sind nötig“, sagte Protzer. „Dabei ist es egal, ob man nun drei Impfungen hat oder zwei Impfungen und eine Infektion, der dreimalige Kontakt ist wichtig, um eine qualitativ hochwertige und gute Immunität aufzubauen.“

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Bisher gebe es auch keine guten Daten, inwieweit der Impfstoff für neue Varianten überhaupt angepasst werden müsse. „Man geht aktuell davon aus, dass der jetzige Impfstoff ausreicht, um vor schweren Erkrankungen zu schützen und das tut er auch gut. Er heißt ja daher auch nicht Sars-Corona-Impfstoff, sondern Covid-Impfstoff.“

Eine Impfpflicht sieht Protzer skeptisch

Protzer äußerte sich nach dem Verlauf der Omikron-Welle auch skeptisch zur Einführung einer Impfpflicht. „Die allgemeine Impfpflicht hat zwei große Probleme: Zum einen kann ich das Coronavirus im Gegensatz zu den Masern nicht ausrotten, das sehen wir ja momentan an der Omikron-Variante“ , sagte sie. „Das zweite ist die Frage, wie ich eine allgemeine Impfpflicht überhaupt umsetze, das ist ein politisches Problem.“

Dennoch appellierte die Virologin dazu, die Maskenpflicht auch über den April hinaus beizubehalten: „Auch die ältere Dame mit 85 oder 90 Jahren, die allein lebt, sollte doch die Möglichkeit haben, einkaufen zu gehen, ohne sich Gedanken machen zu müssen“, betonte die Virologin. „Dies können wir aber nur gewährleisten, wenn wir eine Maskenpflicht in Innenräumen wie Lebensmittelgeschäften oder Apotheken beibehalten, wie es im Übrigen die meisten anderen europäischen Länder auch haben.“

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Die Diskussion ist geschlossen.

31.03.2022

Es kann sich jeder schützen, der das will. Wieso dann eine maskenpflicht für alle? Ansonsten gute Einstellung der Frau Professorin

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