Weiter mit Tracking durch Dritte

Besuchen Sie unsere Website mit personalisierter Werbung und Werbetracking durch Dritte. Details und Informationen zu Cookies, Verarbeitungszwecken sowie Ihrer jederzeitigen Widerrufsmöglichkeit finden Sie in der Datenschutzerklärung und in den Privatsphäre-Einstellungen.

Weiter mit dem PUR-Abo

Nutzen Sie unser Angebot ohne Werbetracking durch Dritte für 4,99 Euro/Monat. Kunden mit einem bestehenden Abo (Tageszeitung, e-Paper oder PLUS) zahlen nur 0,99 Euro/Monat. Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des PUR-Abos finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Zum Angebot Bereits PUR-Abonnent? Hier anmelden

Tracking durch Dritte: Zur Finanzierung unseres journalistischen Angebots spielen wir Ihnen Werbung aus, die von Drittanbietern kommt. Zu diesem Zweck setzen diese Dienste Tracking-Technologien ein. Hierbei werden auf Ihrem Gerät Cookies gespeichert und ausgelesen oder Informationen wie die Gerätekennung abgerufen, um Anzeigen und Inhalte über verschiedene Websites hinweg basierend auf einem Profil und der Nutzungshistorie personalisiert auszuspielen.

Verarbeitungszwecke:
Informationen auf einem Gerät speichern und/oder abrufen

Für die Ihnen angezeigten Verarbeitungszwecke können Cookies, Gerätekennungen oder andere Informationen auf Ihrem Gerät gespeichert oder abgerufen werden.

Personalisierte Anzeigen und Inhalte, Anzeigen und Inhaltsmessungen, Erkenntnisse über Zielgruppen und Produktentwicklungen

Anzeigen und Inhalte können basierend auf einem Profil personalisiert werden. Es können mehr Daten hinzugefügt werden, um Anzeigen und Inhalte besser zu personalisieren. Die Performance von Anzeigen und Inhalten kann gemessen werden. Erkenntnisse über Zielgruppen, die die Anzeigen und Inhalte betrachtet haben, können abgeleitet werden. Daten können verwendet werden, um Benutzerfreundlichkeit, Systeme und Software aufzubauen oder zu verbessern.

▌▉▍▉▉▍▉▌▌▉▍▉▌ ▉▌▌▉▍▉▌▌▉▍▉▍▉▍ ;▌▉▍▉▉▍▉▌▌▉▍▉▌
Newsticker
Ukraine evakuiert Menschen aus Cherson
  1. Startseite
  2. Politik
  3. Corona-Pandemie: Ex-Minister zieht Corona-Bilanz: Wer verzeiht Jens Spahn?

Corona-Pandemie
24.09.2022

Ex-Minister zieht Corona-Bilanz: Wer verzeiht Jens Spahn?

Jens Spahn bei der Vorstellung seines Buches.
Foto: Paul Zinken, dpa

Jens Spahn war einmal der oberste Corona-Bekämpfer und der beliebteste Politiker Deutschlands. In einem Buch schildert er nun seine Sicht der Dinge.

Der Platz von Jens Spahn ist jetzt die zweite Reihe. Wenn er im Deutschen Bundestag Richtung Regierungsbank oder Rednerpult schaut, ist Friedrich Merz (in der ersten Reihe) im Weg. Wenn er politisch noch einmal etwas werden will, auch.

Spahn, der konservative Ex-Hoffnungsträger, Ex-Minister und Ex-Parteivorsitzkandidat ist jetzt einer von vielen. Wenn es schlecht läuft, liegen seine besten Jahre in Berlin schon hinter ihm. Dabei ist er erst 42 und war einmal der beliebteste Politiker der Republik. Um nach vorne schauen zu können, schaut der CDU-Mann erst einmal zurück. In einem Buch.

Eine Abrechnung ist das Buch von Jens Spahn nicht

Eine Abrechnung ist das, was Spahn da auf rund 300 Seiten zu Papier gebracht hat, nicht. Jedenfalls muss die Geschichte der Pandemie, deren politische Symbolfigur er als Bundesgesundheitsminister geworden war, nicht neu geschrieben werden. Spahn hat früh gespürt, dass Corona zu seinem Schicksal werden würde – so oder so.

Schon zu Beginn des monatelangen Ausnahmezustandes sagte er einen Satz, der nachhallte – und mit dem er nun auch sein Buch überschrieben hat: „Wir werden einander viel verzeihen müssen.“ Geht es ihm darum? Dass die Menschen ihm verzeihen?

Spahn gibt Fehler zu, lenkt den Blick aber auch auf andere

Spahn weiß, dass es der eigenen Glaubwürdigkeit gut tut, wenn man Fehler zugibt. Dass Schulen und Kindergärten pauschal dicht gemacht wurden, sei einer dieser Fehler gewesen, räumt er ein. „Die Lockdowns hatten nicht nur eine wirtschaftliche Dimension, sondern immer auch eine zutiefst menschliche und soziale“, schreibt er im Rückblick und fügt hinzu, es seien die politisch Verantwortlichen, die dafür um Verzeihung bitten müssen. Und doch wirkt dieses Eingeständnis ein bisschen zu kalkuliert.

Lesen Sie dazu auch

Weil er im nächsten Atemzug in die Vorwärtsverteidigung geht („Freiheitseinschränkungen waren eine bittere Medizin, aber eben auch eine wirksame“). Aber auch, weil er anklingen lässt, er selbst habe diese radikale Politik ja gar nicht gewollt. Vielmehr habe Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mit seinem Alleingang eine bundesweite Kettenreaktion in Gang gesetzt. So ganz allein will er dann eben doch nicht als Buhmann dastehen. Denn selbstverständlich hat sein Buch, dass in Wahrheit nur bedingt Blicke hinter die Fassade zulässt, in erster Linie den Zweck, das Bild zu korrigieren, das die Deutschen im Kopf haben, wenn sie seinen Namen hören.

In der CDU sind Jens Spahn die Herzen nie zugeflogen

Spahn war in den ersten Corona-Monaten zum Superstar und zur gar nicht so stillen Kanzler-Reserve der Union geworden. Doch es folgte ein irrwitziger Absturz. Am Ende wurde er angefeindet, wo er auftrat. Und in der eigenen Partei waren ihm die Herzen ohnehin nie zugeflogen. Dort galt er plötzlich als Hochstapler, der ja irgendwann einmal auffliegen musste.

Jens Spahn war einmal der stille Kanzlerkandidat der CDU. Kanzler wurde aber ein anderer: SPD-Mann Olaf Scholz.
Foto: Tobias Schwarz, dpa (Archivbild)

Das alles lag nicht nur an Fehlern in der Corona-Politik, sondern auch daran, dass ihn immer wieder der politische Instinkt verlassen hat.

Zum Beispiel, als er sich mitten in der Krise, in der viele Menschen um ihre Existenz bangten, mit seinem Mann eine Villa für mehr als vier Millionen Euro kaufte – und partout nicht sagen wollte, wie er sich das leisten konnte. Spahn räumt ein, dass dies ein „wirklich schlechter Zeitpunkt“ gewesen sei.

Das gilt auch für ein Spenden-Dinner mit einer Menge Leute, das er besuchte, während er den Bürgerinnen und Bürgern einbläute, jeglichen sozialen Kontakt zu vermeiden. „Als Gesundheitsminister in so einer Lage hat man eine Vorbildfunktion. Die habe ich an diesem Abend nicht erfüllt. Und das hat mich zu Recht eingeholt“, schreibt Spahn.

Bei aller zur Schau gestellten Einsicht drängt sich aber doch das Gefühl auf, dass da einer Altlasten abräumen will, um neu anfangen zu können. Dass einer Entscheidungen als falsch bezeichnet, von denen ohnehin schon jeder weiß, dass sie falsch waren. Mehr Seiten und Zeilen nimmt sich der Ex-Minister jedenfalls, um die zweifellos immense Arbeitsbelastung und den Druck zu beschreiben, unter dem er als oberster Krisenbekämpfer der Republik gestanden hatte.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

24.09.2022

Was hat Corona aus uns Gemacht?
Es hat auf der einen Seite Menschen zusammengeführt die sich nie begegnet wären. Auf der anderen Seite wurde soviel Hass,Wut und Lügen gesät, wie es nur sehr schwer zu ertragen ist. Wir tun alle gut daran uns selbst zu fragen wo wir in der Corona Krise falsch gehandelt haben.

Ob ein Fehler bekannt ist oder nicht, es erfordert Größe und Menschlichkeit diesen öffentlich einzugestehen.

25.09.2022

Vielleicht sollten Sie bei sich damit anfangen.
Wen, außer vielleicht 1000 Menschen, die
am Montag und Samstag demonstriert haben,
hat die Pandemie denn zusammengeführt ?
Millionen haben ihre Verwandten, ihre Freunde
nicht gesehen. Was haben die falsch gemacht?

24.09.2022

Vom Sparkassenangestellten zum Gesundheitsminister und Corona-Spezialisten unter Frau Merkel; Jobs bei denen man des Zahlenjonglierens mächtig sein muss.

24.09.2022

Gute Frage. Welche Kinder verzeihen ihm sein Homescooling und dessen Folgen für Sie und ihre Familien?