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Corona-Pandemie
23.01.2022

Markus Söder: "Bayern wird keine Verschärfung der Corona-Regeln mittragen"

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Parteivorsitzende Markus Söder will die Corona-Maßnahmen nicht verschärfen.
Foto: Imago

Exklusiv Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert ein Umdenken in der Corona-Politik. Auch die Impfpflicht für Pflegekräfte kritisiert der CSU-Chef.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat vor dem Treffen von Bund und Ländern am Montag Widerstand gegen schärfere Corona-Regeln angekündigt. „Bayern wird in der Ministerpräsidentenkonferenz keine Verschärfungen mittragen, sondern die Regeln an einzelnen Stellen anpassen. Wir wollen in der Kultur, beim Sport und in der Jugendarbeit wieder mehr Teilhabe ermöglichen“, sagte der CSU-Chef unserer Redaktion.

„Omikron ist nicht Delta, deshalb können wir die Maßnahmen auch nicht 1:1 von der einen auf die andere Mutation übertragen“, betonte Söder. Der entscheidende Maßstab sei die Belastung des Gesundheitssystems. „Und dank der konsequenten Maßnahmen der vergangenen Wochen sowie der milderen Verläufe bei Omikron sind die Zahlen bei den belegten Intensivbetten insgesamt erfreulicherweise gesunken.“

CSU-Chef Söder hält Impfpflicht für einzelne Berufsgruppen für kontraproduktiv

Auch in Sachen Impfpflicht forderte Söder ein Umdenken. „Es wäre von Anfang an besser gewesen, eine allgemeine Impfpflicht für alle anstatt nur für einzelne Gruppen einzuführen. Wir wollen nicht, dass es im Pflege- und Krankenhausbereich zu Verlusten an Pflegekapazitäten kommt“, warnte Söder.

Es wäre aus seiner Sicht in höchstem Maße kontraproduktiv, wenn das Abwandern von Pflegekräften wegen der Impfpflicht zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen würde. „Daher sollte der Bund nochmal ein einheitliches Datum für alle prüfen“, sagte Söder. Das ganze Land warte auf einen Vorschlag der Bundesregierung, wie sie sich eine allgemeine Impfpflicht vorstelle. „Wir haben hier keine Zeit mehr zu verlieren.“

Markus Söder bemängelt Verlässlichkeit der Corona-Politik der Bundesregierung

Söder kritisierte auch die Kommunikation der Bundesregierung. „Wir brauchen vom Bund wieder mehr Verlässlichkeit in der Planung - und auch eine deutlich bessere Kommunikation. Das gilt zum Beispiel für die Verkürzung des Genesenen-Status von sechs auf drei Monate“, sagte der bayerische Regierungschef und fügte hinzu: „Überstürzte und schlecht erklärte Entscheidungen helfen nicht weiter und senken die Akzeptanz der Bevölkerung im Kampf gegen Corona.“

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Hören Sie sich dazu auch unseren Podcast an. In der aktuellen Folge spricht eine Betroffene über ihre Long-Covid-Erkrankung – und über den mühsamen Weg zurück in ein normales Leben.

 

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Die Diskussion ist geschlossen.

27.01.2022

Sind wir etwa doch a bisserl zu ängstlich/hysterisch??
Israel lockert bei einer Impfquote von ca. 66% und Rekordinzidenz und wir in D debattieren über eine Impfpflicht bei einer Impfquote von irgendwas um die 75% und Rekordinzidenz.

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24.01.2022

...an alle Anhänger der These "Impfen schützt (effektiv) vor Weitergabe des Virus":
Wie erklären Sie die hohen Inzidenzen beispielsweise im so schön durchgeimpften Bremen?...oder in anderen Nachbarländern (Dänemark, Spanien etc.) mit deutlich höheren Impfqouten und Inzidenzen?

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26.01.2022

Das Transmissionsrisiko nach einer Impfung wurde in den Zulassungsstudien nie untersucht. Primärer Endpunkt der Studien war das Auftreten einer Covid-19-Erkrankung jeden Schweregrades. Für Pfizer wurden rund 43.000 Studienteilnehmer rekrutiert, für Moderen rund 30.000, davon erhielten die Hälfte den Wirkstoff, die andere Hälfte das Placebo.

Bei der ersten Auswertung der Phase-3-Zulassungsstudie für Pfizer-wurden von den 43.548 Probanden (21728 in Impfstoffgruppe) anschließend 170 Covid-19-Fälle ermittelt. Insgesamt hatten also nur 0,39 % der Teilnehmer eine bestätigte Infektion. Davon entfielen 162 auf die Placebo- und 8 auf die Impfstoffgruppe. Damit errechnete sich eine (relative) Risikoreduktion von (162 - 8)/162 x 100 = 95 %. Diese Zahl wurde auch immer "verkauft". Aufgrund der geringen Zahl der Infektionen war die absolute Risikoreduktion allerdings mit 0,7 % deutlich geringer (154/21750 x 100). Fragen zur Virenlast usw. wurde gar nicht bewertet. Nichtsdestotrotz wurde jede Kommunikation nun auf diese 95 % "Wirksamkeit" ausgerichtet und gleichzeitig ein gewisser Transmissionsschutz aufgebaut, der eigentlich nicht (in der gewünschten Form) existierte.
Kritik an den Zulassungsstudien und den Outcomes gab es durchaus-

https://www.bmj.com/sites/default/files/pd_opinion_bmj_deutsch_die_korr13.12_ukas_clean_docx_-_google_docs.pdf
https://www.medinside.ch/de/post/impfstoff-gegen-covid-19-was-bedeutet-95-prozent-wirksam
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/endpunkte-der-phase-iii-corona-impfstoffstudien-hinterfragt-120717/

Mittlerweile gibt es viele Studien, die Virenlast und die Übertragung von geimpften/ungeimpften untersuchten. Im Wesentlichen kommen viele Studien zu dem Ergebnis, dass sich die (maximale) Virenlast zwischen geimpften und ungeimpften Personen nicht signifikant unterscheidet. Das sogenannte Clearing, also die Bekämpfung bzw. der Abbau der Virenlast ist bei geimpften etwas schneller. Aufgrund ähnlicher maximaler Virenlast sind aber auch Geimpfte u. U. gute Verbreiter (Kekule nannte sie Tarnkappenbomber). Dass auch ausschließlich geimpfte und geboosterte Personen die Viren fleißig weiterverbreiten können, zeigen die vielen Fälle, die es in den letzten Wochen und Monaten gab, bei denen eigentlich nur 2G galt oder bei denen hohe Hygienmaßnahmen eingefordert wurden (Ausbrüche auf Kreuzfahrt- oder Militärschiffen, Ausbruch auf einer Forschungsstation in der Antarktis usw.).

In einer Studie aus UK wurden die Übertragung in Haushalten unter Dominanz der Deltavariante untersucht. Die Ansteckrate von Haushaltskontakten lag bei 25 % bei (vollständig) Geimpften und 38 % bei Ungeimpften: https://www.thelancet.com/journals/laninf/article/PIIS1473-3099(21)00648-4/fulltext
Und mit Omikron, als mögliche Immunescape-Variante wird dieser geringe Vorteil eventuell noch weiter reduziert, wenn man sich die Zahlen aus Israel, UK oder Dänemark anschaut, die uns ein paar Wochen voraus sind...

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24.01.2022

Ein weiteres Anzeichen für Schizophrenie - war es nicht derselbe Söder, der kurz vor Weihnachten (bei deutlich niedrigeren Inzidenzen) noch die Regierung genötigt hatte, die pandemische Notlage wieder auszurufen??

„Es wäre von Anfang an besser gewesen, eine allgemeine Impfpflicht für alle anstatt nur für einzelne Gruppen einzuführen. Wir wollen nicht, dass es im Pflege- und Krankenhausbereich zu Verlusten an Pflegekapazitäten kommt“

Achja - wenn man die Gesundheitspolitik der letzten Jahre anschaut (maßgeblich von CDU/CSU und vorher FDP geprägt) würde man es nicht vermuten, dass da ernsthaft daran gearbeitet wurde, die Arbeitsbedingungen fürs Krankenhauspersonal zu verbessern!!

Da Impfung in erster Linie Eigenschutz bedeutet - sollten sich eine Impfpflicht vor allem auf Ü50 abzielen, die zu mehr als 80% in der Hospitalisierung zu Buche schlagen!

...wie lange so eine Impfsoße in Abhängigkeit der jeweils vorherrschenden Virus-Variante überhaupt einigermaßen Schutz bietet, müsste dabei aber auch noch geklärt werden, bevor sie verpflichtend zu verspritzen!

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23.01.2022

Offenbar weiß Söder jetzt schon, wie sich die Mutation entwickelt, wie sich das Pandemie-Geschehen darstellt, wie die Krankenhausbelegung sein wird, etc. Nur so kann dieser "vorausschauende" Spitzenpolitiker eventuell dann notwendig werdende Maßnahmen heute schon ausschließen.
Fazit: Alle Corona-Maßnahmen sind in Bayern ab sofort den Zielen der CSU zur Landtagswahl unterzuordnen. Zumindest die dafür notwendigen Sprüche, die Stammtisch und Wahlvolk erreichen müssen.

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23.01.2022

Ich werde eine runde Spazieren gehen und mir zu dem Thema Gedanken machen ....

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23.01.2022

Hmm, woher der Kurswechsel. Bin gleich wieder da, google schnell mal wann die nächsten Landtagswahlen in Bayern sind....Bind wieder da. Alles klar!

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23.01.2022

Wäre doch ein guter Moment für die Augsburger Allgemeine eine Umfrage zur Impfpflicht zu starten. Laut den Leser und Medien müsste die doch mind. 90% pro Impfung ausfallen.

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23.01.2022

Wie ein Fähnlein im Wind, der liebe Grüße. Söder.
Unglaublich.......

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23.01.2022

Nicht im Wind, eher in den Umfragenwerten. :) Ein Berufspolitiker, wie er im Buche steht eben.

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23.01.2022

Wenn man in sensiblen Bereichen, wie z.B. dem Gesundheitswesen, tätig ist und der Gefahr eine Ansteckung oder auch der eigenen Weitergabe von Viren an Patienten ausgesetzt ist, ist eine Pflicht zum Impfen durchaus angebracht. Das gebietet schon die eigene Verantwortung in so einem Beruf. Warum dann die gesamte Bevölkerung impfen? Wer sich dem Impfen entziehen will, wird das auch bei einer Impfpflicht machen. Die sehr große Mehrheit der Bevölkerung ist bereits geimpft (eigentlich über 80 %, wenn man von der Gesamteinwohnerzahl die "Nichtimpfbaren", wie Kleinkinder bis 6 Jahre und Krankheitsbedingte, abrechnet).

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23.01.2022

Herr M. Ihnen ist schon klar, dass eine Impfung keinerlei Fremdschutz ist, sie können den Virus genau so bekommen und weitergeben.

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23.01.2022

An Fabian F. So wie ich das verstanden habe ist aber die Wahrscheinlichkeit und die Virenlast bei einem Geimpften westlichen geringer.

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23.01.2022

Herr Johann S. Geringer oder nicht ändert sie nichts an der ansteckbarkeit.
Ich denke sie stimmen mir zu, dass ein getesteter ungeimpfter ein geringeres Risiko ist als ein Geimpfter ungetesteter.

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24.01.2022

FABIAN B.
Das sind ja ganz neue Erkenntnisse. Wahrscheinlich ist/war es ihnen nicht bewusst, dass mehr als 90% der Coronapatienten auf den Intensivstationen ungeimpfte waren/sind, Und ja, Impfen ist auch ein Fremdschutz! A Manscteckt sich nicht so leicht an und wenn, dann ist in der Regel die Virenlast weitaus geringer und dardurch die Weitergabe des Virus ebenso. Und zu Ihrem Test: der Test ist in der Regel nur bei der Abnahme von aktuell, allein schon während der Bekanntgabe und dann unter Berücksichtigung der Inkubationszeit könnten sie beim Vorzeigen des Ergebnisses als Ungeimpfter bereits gefährlich infiziert sein.

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24.01.2022

Herr Hans M
Eine geringer virenlast schützt keineswegs vor einer Ansteckung, besonders bei denen von ihnen beworbenen Personengruppen mit schlechtem immunsystem reicht bereits eine geringe virenlast.
Ihr Argument gegen Tests macht keinen Sinn.
Ich denke mal die Wahrscheinlichkeit, dass sie als geimpfter mit eventuell geringeren Virelast gerade im Gesundheitswesen eher eine Zeitbombe sind als jeder ungeimpfter der sich vor Arbeitsbeginn Testet.

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23.01.2022

Der Rückhalt für Söders Corona Politik schwindet immer mehr.
Nur deswegen kommt jetzt auf einmal dieses " Umdenken "

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23.01.2022

Welches Umdenken denn? Anstatt einer Impfung für einige wenige Gruppen, will er das ganze Volk ausnahmslos spritzen lassen. Da hat sich nichts geändert.

Und seine "Lockerungen" sind auch teils Augenwischerei. Es geht auch darum, dass nicht wieder ein Lockdown zu schnell die Steuereinnahmen versiegen lässt. Es bleiben aber nach wie vor Beschränkungen. Grundsätzlich ist es aber schon begrüßenswert, dass wir unsere Grundrechte wieder zum Teil haben und erst wieder weiter verlieren bei höheren Zahlen. Da hat er schon Recht. Man muss realistischer werden und einfach schauen, was jeweils aktuell angebracht ist. Wir können nicht so planlos weiter machen, wie die letzten zwei Jahre und mit veraltetem Halbwissen die Menschen wegsperren, nur weil die ewig Gestrigen ihre politischen Parolen raushauen wollen, um die unkritischen Schäfchen weiter einzulullen.

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23.01.2022

Schlimm, schlimm, seit Frau Merkel die Politbühne verlassen hat sucht Markus Söder wieder Freunde in der Bevölkerung.

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