Mehr als 8000 Menschen in Deutschland warten auf ein neues Herz, eine neue Niere oder eine neue Leber. Nun steigt die Zahl der Organspender zwar wieder, allerdings nicht so stark, dass jeder Patient sich sicher sein kann, im Falle eines Falles auch ein Spenderorgan zu bekommen.
Wer schweigt, stimmt nicht zu
Die sogenannte Widerspruchslösung, die im Bundestag gerade fraktionsübergreifend diskutiert wird, ändert daran vermutlich nicht viel. Danach wäre jeder, der zu Lebzeiten nicht explizit widersprochen hat, ein potenzieller Organspender. Faktisch würde der Bundestag also eine Art Spendenpflicht einführen. Wer sich nicht entscheiden will oder kann, wer noch mit sich ringt oder schlicht und einfach vergessen hat, Nein zu sagen, ist im Falle seines plötzlichen Todes eine potenzielle Organ-Ressource. Ein bemerkenswerter Vorgang, wenn man bedenkt, dass ein Kunde heute bei jedem Einkauf im Internet der Nutzung seiner Daten ausdrücklich zustimmen muss. In einer ungleich elementareren Frage, einer von Leben und Tod, würde der Staat das Schweigen eines Betroffenen dagegen bereits als Zustimmung werten.
Am Ende wird umgekehrt der berühmte Schuh daraus. Mehr Organspender gewinnt man am besten durch Aufklärung, durch Überzeugungsarbeit und das Einbinden von Angehörigen. Das Recht eines jeden Menschen, über sich selbst zu bestimmen, gilt auch über den Tod hinaus
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