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Ecuador
11.08.2023

Wie Ecuador in Gewalt und Chaos versinkt

Ausnahmezustand in Ecuador. Polizisten eskortieren den Leichenwagen des getöteten Präsidentschaftskandidaten Fernando Villavicencio.
Foto: Carlos Noriega, dpa

Die Ermordung des Präsidentschaftskandidaten Fernando Villavicencio ist ein Symbol für den Niedergang Ecuadors. Eine Staatskrise und Drogenkartelle machen Schlagzeilen.

Es waren Bilder, die unter die Haut gingen: Präsidentschaftskandidat Fernando Villavicencio war gerade in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito unterwegs. Begleitet wurde der dreifache Familienvater (59) nach einer Veranstaltung von Sicherheitskräften. Die Schüsse fielen, als er im Auto Platz nahm. Chaos brach aus. Bilder und Videos zeigten blutüberströmte Opfer, verzweifelte Helfer sowie Menschen, die auf dem Boden liegend Schutz suchen und nach Hilfe schreien. Helfer schafften ihn in die "Clinica de la Mujer", doch dort konnten die Ärzte nur noch den Tod des Spitzenpolitikers feststellen. "Wir waren nur wenige Meter von ihm entfernt, als wir gingen, fielen 40 Schüsse. Wir haben soeben die Bestätigung erhalten, dass er gestorben ist. Es ist ein unbeschreiblicher Schmerz für die Familie", sagte ein Onkel des Kandidaten der Zeitung El Universo.

Fernando Villavicencio (Mitte), ecuadorianischer Präsidentschaftskandidat, wurde nach einem Wahlkampfauftritt ermordet.
Foto: dpa

Der Tag ist eine Zäsur für Ecuador: Am 20. August wird in der südamerikanischen Anden-Nation gewählt. Eigentlich sollte damit eine Phase des Chaos und der politischen Krise enden. Der konservative Präsident Guillermo Lasso agierte zuletzt glücklos. Gegen sein Umfeld wurden Korruptionsvorwürfe laut. Während seiner Amtszeit gab es immer wieder teils gewalttätige Demonstrationen, die mit ebenso brutaler Härte der Polizei niedergeschlagen wurden. Die katholische Kirche vermittelte gemeinsam mit den Vereinten Nationen, doch die Spaltung blieb. Nach einem verlorenen Referendum fehlte dem farblosen Lasso der Rückhalt, seine Tage waren gezählt. Er trat ab mit einer in der Verfassung vorgesehen Radikalkur: Er löste auch das Parlament auf.

Situation in Ecuador ist außer Kontrolle

Seit Monaten ist die Situation in Ecuador außer Kontrolle: Nur 17 Prozent der Bürger unterstützen laut Umfragen die Regierungsführung des Präsidenten, gerade mal 20 Prozent bewerten die Arbeit des Parlaments als gut. In den Gefängnissen toben blutige Bandenkämpfe, die Hunderte Menschenleben kosten. Es kommt zu Attentaten auf Kommunalpolitiker, Aktivisten werden ermordet. Die Alltagskriminalität steigt. Ecuador liegt auf der Transitroute des Kokains, das vor allem in anderen südamerikanischen Ländern wie Kolumbien, Bolivien und Peru hergestellt wird und das Drogenkartelle dann in die USA oder Europa schmuggeln. Dies bringt Gewalt und Korruption mit sich – immer wieder kommt es in diesem Zusammenhang zu blutigen Revolten in überfüllten Gefängnissen, die teils von Gangs kontrolliert werden. Die Mordrate von 25 Tötungsdelikten je 100.000 Einwohnern 2022 war die höchste in der Geschichte des Landes und überstieg sogar jene von Mexiko und Brasilien. 

Eine Bande namens "Los Lobos" (Die Wölfe) übernahm in einem in den sozialen Netzwerken verbreiteten Video die Verantwortung für den Anschlag, warf Villavicencio Korruption und Wortbruch vor. Einem weiteren Präsidentschaftskandidaten drohten sie ebenfalls. "Los Lobos" sind nach Angaben des Fachportals Insight Crime die zweitgrößte kriminelle Bande in Ecuador mit rund 8000 Mitgliedern. Das Verbrechersyndikat ist vor allem im Drogenhandel aktiv. Noch ist die Beweislage unklar, doch vieles deutet darauf hin, dass Villavicencio ihnen zu unbequem war. 

Das von Kugeln durchlöcherte Fahrzeug wird von Polizisten umstellt. Villavicencio wurde vor einer Schule getötet, als er nach einer Wahlkampfveranstaltung in sein Fahrzeug stieg.
Foto: Juan Diego Montenegro, dpa

Ein Blick auf sein Leben liefert zumindest Anhaltspunkte. Er ging für die Mitte-Bewegung "Construye" ins Rennen, arbeitete als Journalist, berichtete über Korruptionsfälle, legte sich mit den mächtigen Eliten rund um den linken Ex-Präsidenten Rafael Correa, aber auch der Präsidentenfamilie Lasso an. Im Wahlkampf machte er die außer Kontrolle geratene Sicherheitslage im Land zum Thema. Er sprach offen über den Einfluss des Drogenhandels und der Mafia, verurteilte den Bergbau und die Erdölförderung. Dem Sender CNN sagte er vor wenigen Wochen: "Heute wird Ecuador von Jalisco Nueva Generación, dem Sinaloa-Kartell und auch von der albanischen Mafia beherrscht." Es sei für den Drogenhandel nicht möglich, sich in einer Gesellschaft zu etablieren und sie zu unterjochen, ohne das Einverständnis und die Duldung der politischen Spitze. In Umfragen wurde er mal auf Platz zwei, mal abgeschlagen eingeschätzt.

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Wahlen in Ecuador finden wie geplant am 20. August statt

Wie es nun weitergeht, ist unklar. Präsident Lasso versprach, die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen, doch so richtig ernst nimmt den gescheiterten Regierungschef niemand mehr. Der Mord dürfte auch Einfluss auf das Wahlverhalten der Menschen haben. In Lateinamerika gewannen zuletzt wieder Politiker an Zustimmung, die für eine harte Law-and-Order-Politik stehen. Der Leiter der Wahlbehörde stellte klar: Die Wahlen am 20. August finden statt. Nun mit einem Kandidaten weniger.

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