Boris Pistorius hat sich entschieden – zumindest vorerst. Der Verteidigungsminister wird Ende August ein Modell für den Dienst an der Waffe vorstellen, das im Kern auf Freiwilligkeit beruht. Es ist spekulativ, inwieweit der SPD-Politiker nicht zuletzt aus innerparteilichen Gründen zunächst auf Pflichtelemente verzichtet. In der SPD wäre der Gegenwind erheblich, wenn Pistorius auf die Linie der Sicherheitspolitiker in der Union umschwenken und auf die klassische Wehrpflicht setzen würde.
Die Frage ist, wie der beliebteste Minister reagieren wird, wenn sich zeigt, dass die personalpolitischen Ziele mit Freiwilligkeit allein nicht annähernd erreichbar sind – und dies ist trotz verbesserter Zahlen ein sehr wahrscheinliches Szenario. Dann wird die Diskussion eine ganz andere Brisanz bekommen. Denn dann geht es darum, ob ein entscheidendes Element der Zeitenwende auf Sand gebaut ist.
Das schlagkräftige Rückgrat bilden Zeit- und Berufssoldaten
Völlig falsch ist es aber, das Personalproblem der Truppe komplett auf die Wehrpflicht zu drehen. Im Ernstfall sind es in erster Linie die erfahrenen Zeit- und Berufssoldaten, die für die Schlagkraft der Streitkräfte ausschlaggebend sind. Ihre Zahl auf perspektivisch 260.000 Männer und Frauen zu erhöhen, ist die fast noch größere Herausforderung.
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